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Ab welchem Betrag brauche ich eine Identitätsprüfung beim Edelmetallverkauf und wie setze ich sie um?

Beim anonymen Barkauf gilt in Deutschland eine niedrige Schwelle, im Onlinehandel greifen die geldwäscherechtlichen Pflichten je nach Betrag und Zahlungsart. Die konkrete Grenze und Umsetzung gehören mit einem Fachanwalt geklärt.

Roboter mit Hologramm zur Identitätsprüfung neben Goldbarren im Edelmetallhandel

Beantwortet von Matthias Hinsche Stand

Der Edelmetallhandel unterliegt geldwäscherechtlichen Pflichten. Was genau ab welchem Betrag verlangt wird, hängt an Zahlungsart, Vertriebsweg und der Frage, ob es sich um ein Dauerkundenverhältnis handelt. Diese Einordnung gehört zu einem Fachanwalt, nicht in eine FAQ.

Was wir beschreiben können, ist die technische und prozessuale Umsetzung, sobald die Anforderung feststeht.

Wo die Prüfung im Prozess sitzt

Drei mögliche Zeitpunkte, mit unterschiedlichen Folgen für die Conversion.

Vor der Bestellung. Höchste Sicherheit, höchste Abbruchrate. Sinnvoll, wenn praktisch jede Bestellung betroffen ist.

Nach der Bestellung, vor dem Versand. Der übliche Weg. Der Kunde bestellt, bekommt eine Aufforderung zur Identifikation, der Auftrag geht erst danach in den Versand.

Ab Schwellenwert. Nur Bestellungen über dem relevanten Betrag lösen die Prüfung aus. Erfordert eine Regel, die auch mehrere Bestellungen desselben Kunden zusammenzählt, sonst ist sie leicht zu umgehen.

Wie die Prüfung technisch abläuft

Über einen spezialisierten Dienstleister, meist per Video-Identifikation oder über ein elektronisches Ausweisverfahren. Der Shop stößt den Vorgang an, der Dienstleister meldet das Ergebnis zurück, der Auftragsstatus ändert sich entsprechend.

Was dokumentiert werden muss

Wer wann wie identifiziert wurde, mit welchem Ergebnis, und die Aufbewahrung über die gesetzliche Frist. Diese Dokumentation gehört ins ERP und nicht in den Shop, weil sie zur Kundenakte gehört.

Gleichzeitig gilt Datenminimierung: Ausweiskopien im Shopsystem sind ein Risiko, das sich vermeiden lässt, wenn der Dienstleister nur das Prüfergebnis zurückmeldet.

Was du klären solltest, bevor gebaut wird

Die Schwellenwerte, die Zusammenrechnung mehrerer Bestellungen und die Aufbewahrungsfristen. Erst danach lässt sich der Ablauf sauber umsetzen.

Der Einfluss auf die Conversion

Jede zusätzliche Hürde kostet Bestellungen. Deshalb lohnt es sich, die Prüfung so spät wie rechtlich vertretbar anzusetzen und den Ablauf so kurz wie möglich zu halten.

Zwei Dinge helfen messbar: eine klare Erklärung, warum die Prüfung nötig ist, und die Möglichkeit, sie einmalig zu durchlaufen statt bei jeder Bestellung. Ein einmal identifizierter Bestandskunde sollte nicht erneut geprüft werden müssen, solange die Anforderungen das zulassen.

Wie der Checkout insgesamt schlank bleibt, steht in Checkout-Optimierung.

Umsetzung: E-Commerce. (Stand: August 2026)

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