Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
PIM steht für Product Information Management. Ein PIM-System ist die zentrale Stelle, an der alle Produktdaten gepflegt werden: Texte, Bilder, Attribute, Maße, Übersetzungen, technische Daten. Von dort werden sie automatisch an alle Ausgabekanäle verteilt, Shop, Marktplätze, Printkalog, App.
Ohne PIM bedeutet das: Produktdaten liegen in fünf verschiedenen Systemen, werden manuell gepflegt, und sobald sich ein Preis ändert musst du ihn überall einzeln aktualisieren.
Wann ein PIM-System notwendig wird
Bei kleinen Sortimenten (unter 500 Produkten, ein Kanal) reicht das CMS des Shops meistens aus. Mit wachsenden Anforderungen wird ein PIM relevant:
Mehrere Ausgabekanäle. Du verkaufst im eigenen Shop, bei Amazon, bei Zalando, und hast noch einen Druckkatalog. Dieselben Produktdaten sollen überall aktuell sein.
Viele Attribute. Technische Produkte mit Dutzenden von Spezifikationen in einer einheitlichen Struktur zu pflegen, ist im Shop-Backend mühsam. Im PIM hast du eine klare Datenstruktur.
Mehrsprachigkeit. Texte in Deutsch, Englisch und Französisch gepflegt, automatisch in den richtigen Shop-Markt ausgespielt.
Häufige Änderungen. Wenn Preise, Bilder oder Beschreibungen regelmäßig aktualisiert werden müssen, sparst du mit einem PIM erheblich Zeit.
Populäre PIM-Systeme
Akeneo ist das bekannteste Open-Source-PIM, mit einer starken Community und guter Shopware-Integration. Contentserv und Salsify sind etablierte kommerzielle Optionen für größere Unternehmen.
Bei E-Commerce-Projekten empfehlen wir ein PIM wenn die Komplexität es erfordert. Wir helfen auch bei der ERP-Integration damit Stammdaten aus dem ERP direkt ins PIM fließen.
Ab wann sich ein PIM lohnt
Die ehrliche Antwort hängt an deinen Daten, nicht an der Stückzahl. 200 komplexe Maschinen mit je 50 technischen Attributen erzeugen mehr Pflegeaufwand als 2.000 einfache Kleidungsstücke.
Als grobe Orientierung: Ab etwa 500 Produkten, die du auf mehreren Kanälen ausspielst, und bei komplexen Datenstrukturen wie Varianten, Übersetzungen oder umfangreichen technischen Attributen wird ein PIM spürbar effizienter als die Pflege im Shop.
Verbreitete Systeme im Mittelstand sind Akeneo (mit kostenloser Community Edition), Pimcore (flexibler, aufwendiger einzurichten) und Plytix (cloudbasiert, für kleinere Sortimente).
Lohnt sich ein PIM für dein Sortiment? Lass uns das einschätzen.