Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Wichtig zur Einordnung: Der Preisanker von 3.000 € bezieht sich auf die Anbindung, nicht auf die Einführung eines ERP-Systems. Das sind zwei verschiedene Projekte mit verschiedenen Größenordnungen.
Was in einer Standardanbindung steckt
Vier Datenflüsse decken den Normalfall ab:
- Artikel und Preise aus dem ERP in den Shop
- Bestände aus dem ERP in den Shop, meist mehrmals täglich oder in Echtzeit
- Bestellungen aus dem Shop ins ERP, inklusive Kundendaten und Zahlungsart
- Auftragsstatus und Sendungsnummer zurück in den Shop
Dazu kommen Feldzuordnung, Fehlerbehandlung, Protokollierung und ein Testlauf gegen echte Daten.
Was den Preis treibt
Sonderfelder. Jedes Feld, das nicht im Standard beider Systeme existiert, ist eigene Arbeit: Zolltarifnummern, Gefahrgutkennzeichen, Chargen, Mindesthaltbarkeitsdaten.
Preislogik. Kundengruppen, Staffeln und individuelle Preislisten sind der aufwendigste Einzelblock im B2B.
Weitere Kanäle. Jeder Marktplatz ist eine eigene Anbindung mit eigenen Regeln, keine Kopie der Shop-Schnittstelle.
Altsysteme ohne Schnittstelle. Wenn ein System keine API hat, wird es teuer: Dateiaustausch, Datenbankzugriff oder eine Middleware dazwischen.
Die laufenden Kosten danach
Eine Schnittstelle ist kein einmaliges Werk. Wenn Shop oder ERP eine Hauptversion weiterziehen, kann sie nachziehen müssen. Dafür gehört sie in einen Betreuungsvertrag, sonst fällt der Fehler erst auf, wenn Bestellungen nicht mehr ankommen.
Zusätzlich brauchst du eine Benachrichtigung bei fehlgeschlagenen Läufen. Eine Schnittstelle, die still scheitert, ist gefährlicher als eine, die es gar nicht gibt.
Wie ein Angebot dafür entsteht
Vor dem Preis steht eine kurze technische Aufnahme: Welche Systeme, welche Versionen, welche Schnittstellen sind vorhanden, welche Felder müssen fließen und in welche Richtung. Das dauert ein bis zwei Stunden und ist die Grundlage für einen Festpreis.
Ohne diese Aufnahme sind Zahlen geraten. Wer dir eine Shop-ERP-Anbindung ohne Blick in beide Systeme zum Festpreis anbietet, kalkuliert entweder einen großzügigen Puffer ein oder wird nachfordern.
Was du vorbereiten kannst
Die Zugangsdaten zu beiden Systemen, eine Liste der Felder, die heute manuell übertragen werden, und die Antwort auf die wichtigste Frage: Welches System führt bei Artikeln, Preisen und Beständen? Wenn diese drei Punkte stehen, verkürzt das die Aufnahme erheblich.
Die Pakete stehen unter ERP und Warenwirtschaft. Ob sich der Schritt für dich schon lohnt, klärt Ab wann braucht mein Onlineshop eine Warenwirtschaft?.