Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
Ein Preisvergleichsportal ist eine Website, die denselben Artikel bei verschiedenen Händlern auflistet und Preise gegenüberstellt. Der Nutzer sucht ein Produkt, sieht alle Händler mit aktuellem Preis und Verfügbarkeit und klickt zum günstigsten oder bevorzugten Shop durch.
Die bekanntesten Portale in Deutschland sind Idealo, Geizhals (stark in Österreich) und Billiger.de. Google Shopping funktioniert technisch ähnlich und hat in den letzten Jahren klassische Vergleichsportale in der Sichtbarkeit überholt.
Wie Preisvergleichsportale funktionieren
Händler liefern einen Produktfeed mit Titel, Preis, EAN, Verfügbarkeit und Bild-URL. Das Portal aktualisiert diese Daten regelmäßig und zeigt Preisverläufe an. Bei einem Klick auf das Angebot geht der Nutzer zum Händler-Shop, wo der eigentliche Kauf stattfindet. Der Händler zahlt entweder pro Klick (CPC-Modell) oder eine Provision bei Kauf.
Idealo hat für viele Produktkategorien eine sehr hohe Suchmaschinen-Sichtbarkeit. Wer bei einer Google-Suche nach „[Produktname] kaufen” auf der ersten Seite landet, sieht oft Idealo-Ergebnisse direkt über den Händlershops.
Wann Preisvergleichsportale sich lohnen
Für Händler mit wettbewerbsfähigen Preisen und standardisierten Produkten (also Produkten, die mehrere Händler anbieten) sind Preisvergleichsportale ein effizienter Traffic-Kanal. Der Nutzer ist kaufbereit, er vergleicht nur noch Preis und Händler.
Für Händler mit Alleinstellungsmerkmalen jenseits des Preises, eigenen Markenprodukten oder Zielgruppen, die weniger preissensibel sind, ist der Nutzen geringer. Auf Idealo gewinnt fast immer der Günstigste.
Was ein Feed technisch braucht
Preisportale werden über einen Produktdatenfeed beliefert, nicht über deine Website. Die Qualität dieses Feeds entscheidet über Sichtbarkeit und Kosten. Pflichtfelder sind meist Titel, Beschreibung, Preis, Verfügbarkeit, Versandkosten, Bild-URL und eine eindeutige Kennung wie GTIN oder MPN.
Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt. Erstens muss der Feed aktuell sein: Ein Preis, der im Portal noch alt ist, führt zu Klicks auf ein Angebot, das es so nicht mehr gibt, und die kosten dich Geld. Zweitens entscheidet der Titel über die Zuordnung zum richtigen Produkt. “Herrenschuh braun 43” wird nicht gematcht, “Marke Modell Herren Leder braun Größe 43” schon.
Wie die Abrechnung funktioniert
Fast alle großen Portale rechnen pro Klick ab, nicht pro Verkauf. Du zahlst also auch für Besucher, die nicht kaufen. Damit wird die Marge zur entscheidenden Größe: Bei zwanzig Prozent Deckungsbeitrag und dreißig Cent Klickpreis brauchst du eine Konversionsrate, die viele Shops auf diesem Kanal nicht erreichen.
Deshalb lohnt es sich, den Feed nach Produktgruppen zu steuern statt das ganze Sortiment auszuspielen. Artikel mit dünner Marge gehören meist nicht hinein.
Strategisch empfehlen wir: Preisvergleichsportale als Kanal testen, Daten auswerten (welche Produkte laufen, zu welchem Preisniveau?) und dann entscheiden, ob es sich dauerhaft rechnet. Mehr zu E-Commerce-Strategien unter E-Commerce. Termin buchen. Wie der Feed dafür aufgebaut sein muss, erklärt Was ist ein Produktfeed?.