Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Für Lebensmittel im Fernabsatz gelten Informationspflichten. Zutatenverzeichnis, hervorgehobene Allergene, Nährwerttabelle, Nettofüllmenge, Grundpreis, Verantwortlicher Unternehmer. Wer das als Fließtext in die Artikelbeschreibung schreibt, hat bei fünfzig Artikeln fünfzig Fehlerquellen.
Der Unterschied zwischen Text und Daten
Ein Freitext lässt sich nicht prüfen, nicht filtern und nicht wiederverwenden. Ein strukturiertes Feld schon.
Konkret heißt das: Allergene sind eine Auswahl aus einer festen Liste, nicht ein Wort im Text. Nährwerte sind Zahlenfelder je Bezugsgröße. Die Zutaten sind eine geordnete Liste mit Prozentangaben, wo nötig.
Aus diesen Feldern erzeugt der Shop die Darstellung über eine Vorlage. Ändert sich die Vorschrift zur Darstellung, änderst du eine Vorlage statt fünfhundert Artikeltexte.
Wo die Daten liegen
Bei wenigen Artikeln reichen zusätzliche Felder im Shopsystem. Ab einigen hundert Artikeln oder wenn dieselben Daten auch für Marktplätze, Kataloge und Etiketten gebraucht werden, gehört das in ein PIM, siehe Was ist ein PIM-System.
Der zweite Weg ist die Übernahme aus den Lieferantendaten. Viele Hersteller liefern Produktdatenblätter in strukturierten Formaten. Diese einmal sauber einzulesen, ist deutlich schneller als Abtippen und weniger fehleranfällig.
Was sich damit automatisch ergibt
Die Allergenkennzeichnung im Zutatenverzeichnis, korrekt hervorgehoben, ohne manuelles Formatieren.
Der Grundpreis je Kilogramm oder Liter, errechnet aus Preis und Füllmenge statt gepflegt.
Filter im Shop, etwa nach glutenfrei oder laktosefrei. Das ist der Nebeneffekt, der Umsatz bringt.
Die Prüfbarkeit. Ein Bericht zeigt, welche Artikel unvollständige Pflichtangaben haben, bevor es jemand anderes merkt.
Der Aufwand
Der Umbau auf strukturierte Felder ist ein überschaubares Projekt. Die Datenpflege für den Bestand ist der größere Teil und lässt sich teilweise über Lieferantendaten abkürzen.
Umsetzung: E-Commerce.