Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Ein Versandkostenmodell nach Warenwert funktioniert, solange alle Artikel ähnlich sind. Bei Lebensmitteln ist das nie der Fall. Sechs Flaschen wiegen neun Kilo, eine Kühlsendung braucht Isolierverpackung und Kühlmittel, und beides zusammen sprengt jede Pauschale.
Die Grundlage: Kennzeichen am Artikel
Jeder Artikel braucht die Angaben, aus denen sich der Versand ableitet.
Gewicht und Volumen, beides real und nicht geschätzt. Ein Kennzeichen für Kühlpflicht, idealerweise mit Temperaturbereich. Ein Kennzeichen für Bruchgefahr oder Gefahrgut, wo relevant. Und die Anzahl der Verpackungseinheiten, wenn ein Artikel nicht in eine Standardkiste passt.
Ohne diese Felder ist jede Versandregel geraten.
Die Berechnung
Der Shop summiert Gewicht und Volumen des Warenkorbs, prüft die Kennzeichen und wählt daraus die zulässigen Versandarten.
Enthält der Warenkorb einen kühlpflichtigen Artikel, ist Kühlversand die einzige Option, und der Preis steigt um die Kosten für Isolierbox und Kühlmittel. Diese Kosten hängen an der Sendungsgröße und an der Jahreszeit, im Sommer braucht dieselbe Sendung mehr Kühlmittel.
Bei Glas kommt ein Aufschlag für die Verpackung dazu, und ab einer bestimmten Flaschenzahl wird auf zwei Pakete aufgeteilt.
Der Mischwarenkorb
Der schwierigste Fall. Kühlware und Trockenware zusammen. Zwei Wege: alles gekühlt versenden, was teuer ist, oder aufteilen in zwei Sendungen mit getrennten Versandkosten.
Die Aufteilung ist wirtschaftlicher, muss aber im Checkout transparent sein. Kunden akzeptieren zwei Sendungen, wenn sie den Grund verstehen. Was sie nicht akzeptieren, ist eine Versandkostenüberraschung im letzten Schritt.
Was die Conversion rettet
Versandkosten so früh wie möglich zeigen, spätestens im Warenkorb. Und eine Schwelle für versandkostenfrei, die zur Kalkulation passt, nicht zum Wunschdenken.
Weitere Stellschrauben stehen in Checkout-Optimierung.
Umsetzung: E-Commerce.