Sendcloud
Versandplattform aus Eindhoven, die Onlineshops mit über 170 Versanddienstleistern verbindet und Label-Erstellung, Tracking und Retouren übernimmt. Dauerhaft kostenloser Plan, kostenpflichtige Pläne ab 28 € im Monat plus Gebühr je Label.
Übersicht zu Sendcloud: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 07.09.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist Sendcloud?
Sendcloud ist eine Versandplattform für Onlineshops. Sie sitzt zwischen Shopsystem und Versanddienstleister: Bestellungen kommen rein, Labels, Zolldokumente, Tracking-Benachrichtigungen und Retourenlabels gehen raus. Der Anbieter beschreibt sich als Europas führende Versandplattform für E-Commerce und nennt über 30.000 Händler als Kunden.
Die Firma entstand 2012 in Eindhoven, weil drei Freunde mit ihrem eigenen Webshop merkten, wie kompliziert und teuer Versand sein kann. Heute arbeiten dort nach eigener Angabe über 400 Leute, Büros gibt es unter anderem in Eindhoven, München und Florenz. Zwischen 2023 und 2025 hat Sendcloud die Anbieter Tracey, Lox und Isendu übernommen.
Der Unterschied zu einer reinen Label-Software liegt in der Carrier-Auswahl. Sendcloud bringt vorverhandelte Tarife bei über 170 Versanddienstleistern mit, du kannst aber auch deinen eigenen Vertrag hochladen. Für einen Onlineshop, der von einem Carrier auf mehrere umstellen will, ist das der eigentliche Hebel: Der Wechsel passiert in der Oberfläche, nicht im Shopsystem.
Für wen eignet sich Sendcloud?
Die Plangestaltung zeigt die Zielgruppe deutlich. Lite ist für Shopbetreiber gedacht, die alles rund um den Versand an einer Stelle bündeln wollen. Growth richtet sich an Inhaber und Fachleute, die den Versandbetrieb automatisieren und die Zeit nach dem Kauf verbessern wollen. Premium adressiert Unternehmen, die in neue Märkte skalieren und ihre Retourenlogistik verbessern wollen, der größte Plan Unternehmen in mehreren Märkten.
Für den deutschen Mittelstand interessant ist die Integrationsliste. Neben Shopify, WooCommerce und Magento stehen dort Shopware 6, JTL Shop, xt:Commerce, Billbee, plentymarkets, weclapp, Xentral und SAP Business One. Wer ohnehin ein ERP im Einsatz hat, findet die Brücke meist fertig vor.
Weniger passend ist Sendcloud für zwei Fälle. Erstens für sehr kleine Shops, die ihren eigenen Carrier-Vertrag nutzen wollen: Im kostenlosen Plan geht das nicht, dort versendest du ausschließlich zu Sendcloud-Tarifen. Zweitens für Händler mit stark schwankendem Volumen, weil über dem Monatslimit jedes Label 0,15 € Aufschlag kostet und die Rechnung dann unangenehm wird.
Sendcloud im Arbeitsalltag
Der Ablauf beginnt beim Bestellimport. Sendcloud zieht die Aufträge aus den angebundenen Verkaufskanälen, im kostenlosen Plan aus zwei, ab Premium aus beliebig vielen. Im Bestell-Dashboard laufen sie zusammen. Von dort greifen die Versandregeln: Sie legen fest, welcher Carrier bei welcher Bestellung zieht, ob eine Paketversicherung dazukommt und was sonst automatisch passieren soll. Lite erlaubt fünf solcher Regeln, Growth zehn, darüber sind sie unbegrenzt.
Im Lager arbeitet Pack & Go. Artikel werden gescannt, Regeln bestimmen den passenden Versandkarton, Produkte haben einen hinterlegten Lagerplatz. Danach werden Label, Lieferschein und Pickliste gedruckt. Sendcloud gibt an, dass Nutzer im Schnitt sieben Minuten je verschicktem Paket sparen. Diese Zahl stammt vom Anbieter und ist nicht unabhängig geprüft.
Nach dem Versand übernimmt die Kundenkommunikation. Tracking-Benachrichtigungen gehen per E-Mail, SMS und WhatsApp raus, in zwei Sprachen ab Lite und in acht ab Growth. Ab Growth kommt eine gebrandete Tracking-Seite dazu, ab Premium deren Auswertung und White-Label-Branding. Der Paketmonitor zeigt die vollständige Statushistorie jeder Sendung, die Problemerkennung meldet Ausnahmen, und Zendesk lässt sich anbinden.
Retouren laufen über ein eigenes Portal im Design deines Shops. Kunden fordern ihr Label selbst an, du steuerst das über Retourenregeln, QR-Code-Retouren, eine Freigabe vor dem Versand und wahlweise kostenpflichtige Retouren. Für den technischen Teil gibt es eine RESTful API mit getrennten Endpunkten für Versand, Servicepunkte, Retouren, Retourenportal und Checkout. Wer diese Kette sauber in bestehende Systeme einhängen will, braucht dafür meist einmalig Prozessarbeit, danach läuft sie ohne Zutun.
Preise und Pläne
Sendcloud rechnet zweigleisig ab: ein monatlicher Abopreis plus eine Bearbeitungsgebühr je erzeugtem Label. Diese Gebühr ist ausdrücklich nicht das Porto, sondern der Preis für die Label-Erstellung. Wer nur den Abopreis kalkuliert, rechnet zu knapp.
Free kostet 0 € im Monat. Sendcloud sagt dazu, du könnest die Plattform dauerhaft kostenlos nutzen und zahlst nur je erzeugtem Label. Enthalten sind 1 Nutzer, über 70 Carrier und maximal 2 Shop-Integrationen. Versendet wird ausschließlich zu Sendcloud-Tarifen, der eigene Carrier-Vertrag ist gesperrt. Nach Überschreiten des Limits kostet jedes Label 0,50 €.
Lite kostet 28 € im Monat plus 0,10 € je Label. Enthalten sind 3 Nutzer, 3 Integrationen, 5 Versandregeln und maximal 4.800 Labels im Jahr, also 400 im Monat. Dazu kommen Carrier-Abholungen, Zolldokumente, die Servicepunkt-Auswahl im Checkout, Tracking-Benachrichtigungen in zwei Sprachen sowie Support per E-Mail und Live-Chat.
Growth kostet 87 € im Monat plus 0,09 € je Label. Enthalten sind 5 Nutzer, 5 Integrationen, 10 Versandregeln und maximal 12.000 Labels im Jahr. Neu sind Pack & Go, die gebrandete Tracking-Seite mit Aktionsflächen, das gebrandete Retourenportal, Benachrichtigungen in acht Sprachen, WhatsApp-Chat für die Kommunikation nach dem Kauf, automatische Bewertungsanfragen und Telefon-Support.
Premium kostet 175 € im Monat plus 0,08 € je Label. Enthalten sind 10 Nutzer, unbegrenzte Integrationen und Versandregeln sowie maximal 120.000 Labels im Jahr. Dazu kommen erweitertes Retourenmanagement, Auswertung der Tracking-Seite, Versandanalysen und White-Label-Branding.
Der größte Plan kostet 639 € im Monat plus 0,07 € je Label, mit unbegrenzten Nutzern und maximal 360.000 Labels im Jahr. Enthalten sind grenzüberschreitende Versandpartnerschaften, dynamische Lieferoptionen im Checkout, eine Marktplatzlösung, ein Customer Success Manager, begleitetes Onboarding sowie ein Check der Versandstrategie. Für Enterprise nennt Sendcloud keinen Betrag.
Drei Punkte, die die Rechnung verändern. Erstens: Wer das Monatslimit reißt, zahlt je Label 0,15 € zusätzlich zur normalen Gebühr, im kostenlosen Plan sind es 0,50 €. Die Monatslimits liegen bei 400, 1.000, 10.000 und 30.000 Labels. Zweitens: Die Beträge auf der Preisseite gelten bei Jahreszahlung, der Umschalter weist die Ersparnis mit 20 Prozent aus. Die niederländischsprachige Preisseite desselben Anbieters zeigt beides nebeneinander, dort steht Lite mit 35 € im Monat plus 0,12 € je Label bei monatlicher Zahlung gegen 28 € plus 0,10 € bei Jahreszahlung. Drittens: Auch die Versandtarife selbst hängen am Plan. Für PostNL Standaard nennt Sendcloud 7,20 €, 6,95 €, 6,75 € und 6,60 € je nach Stufe, für DHLForYou Drop off 5,80 €, 5,50 €, 5,25 € und 5,14 €. Das sind Starttarife, die tatsächlichen Kosten können abweichen.
Eine Einrichtungsgebühr fällt für Lite, Growth, Premium und den größten Plan nicht an. Bei komplexen Integrationen, Sonderwünschen oder begleitetem Onboarding kann sich das ändern. Getestet werden kann 14 Tage ohne Kreditkarte, danach verlängert sich der Plan automatisch, wenn du ihn nicht abbestellst. Preisstand ist August 2026.
Stärken und Schwächen
Für den deutschsprachigen Markt ist der Speicherort das stärkste Argument: Die Daten liegen nach Anbieterangabe in mehreren Verfügbarkeitszonen in Frankfurt am Main, gehostet bei Amazon Web Services, verschlüsselt im Ruhezustand und im Transport. Sendcloud ist seit Januar 2021 nach ISO 27001 zertifiziert, Plattform und Organisation liegen im Geltungsbereich. Dazu kommt die Integrationsliste mit Shopware 6, JTL Shop, xt:Commerce, Xentral, weclapp und plentymarkets, die im internationalen Vergleich ungewöhnlich vollständig ist. Der kostenlose Plan läuft ohne Zeitlimit, und Sendcloud-Tarife und eigener Carrier-Vertrag stehen in den bezahlten Plänen nebeneinander zur Wahl.
Auf der anderen Seite ist die Preisstruktur mehrstufig. Zum Abopreis kommt die Labelgebühr, über dem Monatslimit noch einmal 0,15 € je Label. Der kostenlose Plan lässt keinen eigenen Carrier-Vertrag zu und ist auf 2 Shop-Integrationen begrenzt. Telefon-Support beginnt bei Growth, ein Customer Success Manager erst im größten Plan. Und die ausgewiesenen Beträge sind die Jahreszahlungspreise, monatliche Zahlung liegt darüber.
Alternativen zu Sendcloud
Aus derselben Kategorie liegen drei Einträge nahe: shipcloud, ShippyPro und Shippo. Für die Auswahl zählt weniger die Zahl der Carrier als die Frage, welche davon in deinen Zielmärkten wirklich zustellen und ob dein Shopsystem fertig angebunden ist.
Rechne vor dem Wechsel einmal mit echten Zahlen durch: Abopreis plus Labelgebühr mal Paketmenge, dazu die Versandtarife deiner Hauptcarrier. Erst diese Summe ist vergleichbar, der Monatspreis allein sagt wenig.
Sendcloud im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Sendcloud steht in der Kategorie mit 558 weiteren Werkzeugen.
Anbieter aus der EU: 312 von 558 in dieser Kategorie.
Sendcloud nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 288 von 558 Werkzeugen (52 Prozent).
Überblick
Wir halten Sendcloud für die naheliegende Wahl, sobald ein Shop regelmäßig mit mehr als einem Carrier arbeitet und über Ländergrenzen versendet. Der EU-Sitz und der Speicherort Frankfurt nehmen die Datenschutzdiskussion aus dem Projekt, und die DACH-Integrationen sparen dir die Eigenentwicklung. Das ist in diesem Marktsegment nicht selbstverständlich.
Was du vorher tun solltest: die Labelgebühr in die Kalkulation nehmen und ehrlich schätzen, wie oft du das Monatslimit reißt. Genau dort entstehen die Überraschungen auf der Rechnung, nicht beim Abopreis. Und wenn du deinen eigenen Carrier-Vertrag nutzen willst, ist der kostenlose Plan für dich kein Einstieg, sondern eine Sackgasse. Dann fang direkt bei Lite an.
Überblick
- ✓ Anbindung an über 170 Versanddienstleister, im kostenlosen Plan an über 70
- ✓ Über 100 Plug-and-play-Integrationen für Shop, WMS, ERP und Marktplätze, darunter Shopware 6, JTL Shop, xt:Commerce, Xentral, weclapp und plentymarkets
- ✓ Versandregeln automatisieren Carrier-Wahl, Paketversicherung und wiederkehrende Aufgaben
- ✓ Pack & Go mit Artikel-Scan, Regeln für Versandkartons und Lagerplatz je Produkt
- ✓ Gebrandete Tracking-Seite plus Benachrichtigungen per E-Mail, SMS und WhatsApp
- ✓ Retourenportal im eigenen Design, dazu Retourenregeln, QR-Code-Retouren, Retourenfreigabe und kostenpflichtige Retouren
- ✓ Servicepunkt-Auswahl und dynamische Lieferoptionen im Checkout
- ✓ Shipping Intelligence mit Auswertungen zu Laufzeiten, Zustellleistung und Ausnahmen
- ✓ Support Automation mit Paketmonitor, Problemerkennung und Zendesk-Anbindung
- ✓ Zolldokumente für den grenzüberschreitenden Versand, auch für Retouren
- ✓ RESTful API für Versand, Servicepunkte, Retouren, Retourenportal und Checkout
- ✓ Adressprüfung, geplante Abholungen durch den Carrier und Nachnahmesendungen
Vorteile
- + Die Daten liegen nach Anbieterangabe in mehreren Verfügbarkeitszonen in Frankfurt am Main
- + Seit Januar 2021 nach ISO 27001 zertifiziert, Plattform und gesamte Organisation im Geltungsbereich
- + Dauerhaft kostenloser Plan ohne Abogebühr, abgerechnet wird nur je erzeugtem Label
- + 14 Tage Test ohne Kreditkarte, Kündigung jederzeit möglich
- + Keine Einrichtungsgebühr für Lite, Growth, Premium und den größten Plan
- + Versand wahlweise über die vorverhandelten Sendcloud-Tarife oder den eigenen Carrier-Vertrag
Nachteile
- - Zum Abopreis kommt eine Bearbeitungsgebühr je Label, sie liegt zwischen 0,10 € und 0,07 €
- - Über dem Monatslimit werden 0,15 € je Label zusätzlich fällig, im kostenlosen Plan 0,50 €
- - Die Monatslimits liegen bei 400, 1.000, 10.000 und 30.000 Labels je nach Plan
- - Im kostenlosen Plan lässt sich nur mit Sendcloud-Tarifen versenden, nicht mit dem eigenen Carrier-Vertrag
- - Telefon-Support gibt es erst ab Growth, einen Customer Success Manager erst im größten Plan
- - Die Beträge auf der Preisseite gelten bei Jahreszahlung, monatliche Zahlung kostet mehr
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