Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die Auswahl entscheidet messbar über Abbrüche. Eine fehlende erwartete Zahlart ist einer der häufigsten Gründe, warum ein gefüllter Warenkorb nicht bezahlt wird.
Der Standard in Deutschland
PayPal. Hohe Verbreitung, hohe Erwartungshaltung, entsprechend wenig verhandelbar.
Kauf auf Rechnung. In Deutschland der Umsatztreiber, besonders bei Erstkäufern und höheren Warenkörben. Über Anbieter wie Klarna oder Ratepay bekommst du die Zahlungsgarantie, zahlst dafür aber deutlich höhere Gebühren als bei anderen Zahlarten.
Kreditkarte. Pflicht bei internationalem Verkauf, im rein deutschen Geschäft weniger dominant als vielerorts angenommen.
SEPA-Lastschrift. Günstig, aber mit Rücklastschriftrisiko. Sinnvoll bei Stammkunden und Abo-Modellen.
Apple Pay und Google Pay. Auf Mobilgeräten der wirksamste einzelne Hebel gegen Abbrüche, weil Adresse und Zahlungsdaten bereits hinterlegt sind.
Vorkasse. Im B2C kaum noch akzeptiert, im B2B und bei Sonderanfertigungen weiterhin üblich.
Die frühere Sofortüberweisung gibt es nicht mehr als eigenständige Zahlart, Klarna hat sie in das eigene Konto überführt.
Was die Auswahl treibt
Nicht der Geschmack, sondern drei Größen: durchschnittlicher Warenkorbwert, Anteil Neukunden und Marge. Bei fünf Euro Deckungsbeitrag pro Bestellung rechnet sich eine Zahlart mit drei Prozent Gebühr plus Fixbetrag nicht.
Im B2B kommen andere Anforderungen dazu: Zahlungsziele, Kreditlimits, Sammelrechnung. Das lässt sich nicht über den Standard-Checkout abbilden, sondern gehört an das ERP.
Wie viele es sein sollten
Vier bis sechs. Wer zwölf Zahlarten anbietet, verlängert den Checkout und erhöht die Entscheidungslast, ohne messbar mehr Abschlüsse zu bekommen. Welche davon tatsächlich genutzt werden, zeigt nach drei Monaten die eigene Auswertung.
Wie die Anbindung technisch läuft, steht in Was ist ein Payment Service Provider?. Umsetzung in Shopware und Shopify: E-Commerce.