Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
Ein Payment Service Provider ist ein Dienstleister, der die technische Infrastruktur für die Zahlungsabwicklung in Onlineshops bereitstellt. Statt mit jeder Bank und jedem Anbieter einzeln zu verhandeln, schließt du einen Vertrag mit einem PSP und hast darüber Zugang zu allen gängigen Zahlungsmethoden.
Die bekanntesten PSPs in Deutschland und Europa sind Mollie, Stripe, PayPal (auch als PSP), Adyen und Klarna. Jeder hat leicht unterschiedliche Stärken und Gebührenmodelle.
Was ein PSP leistet
Der PSP empfängt die Zahlungsdaten vom Kunden, prüft und autorisiert die Transaktion, leitet sie an die entsprechende Bank oder den Zahlungsdienstleister weiter, und überweist den Betrag (abzüglich Gebühren) an das Händlerkonto. Dabei übernimmt er auch Compliance-Aufgaben wie PCI-DSS-Zertifizierung, was bedeutet, dass du als Händler keine Kreditkartendaten selbst speichern oder verarbeiten musst.
Über einen einzigen PSP kannst du typischerweise anbieten: Kreditkarte (Visa, Mastercard), SEPA-Lastschrift, Klarna (Rechnung, Ratenzahlung, Sofort bezahlen), PayPal, Apple Pay, Google Pay und weitere. Das ist erheblich weniger Aufwand als jede Methode einzeln zu integrieren.
PSP-Auswahl
Die Gebühren unterscheiden sich. Mollie und Stripe sind bei kleinen bis mittleren Volumina ähnlich günstig: 0,25 bis 0,35 Euro pro Transaktion plus ein Prozentsatz des Umsatzes, abhängig von der Zahlungsmethode. Ab einem gewissen Volumen lohnt sich eine individuell verhandelte Kondition.
Für Shopware gibt es offizielle Integrationen für alle großen PSPs. Shopify hat eigene Zahlungsinfrastruktur (Shopify Payments), die auf Stripe basiert. Wir beraten gerne bei der PSP-Wahl in Abhängigkeit von Volumen, Zielmarkt und bestehender Infrastruktur.
Welche Zahlungsmethoden welchen Effekt haben
Studien zeigen, dass Shops mit Kauf auf Rechnung in Deutschland im Schnitt 5 bis 15 Prozent mehr Conversions erzielen als Shops ohne. Klarna oder Billpay übernehmen das Ausfallrisiko gegen Gebühren von 2 bis 4 Prozent. Wer Apple Pay und Google Pay anbietet, optimiert die mobile Checkout-Strecke deutlich, weil weniger Formulareingaben notwendig sind. PayPal ist in Deutschland Pflicht-Standard, weil viele Nutzer es als Standard erwarten und ohne PayPal abspringen.
Single-PSP vs. Multi-PSP-Setup
Größere Shops setzen oft auf mehrere PSPs gleichzeitig. Vorteile: Risikodiversifikation (wenn ein PSP ausfällt, läuft der andere), bessere Konditionen pro Zahlungsart (jeder PSP hat seine Stärken), und länderspezifische Lokalisierung (für DACH ein PSP, für Skandinavien ein anderer). Nachteile: höhere Komplexität, mehr Verträge, mehr Wartung. Für KMU unter etwa 5 Millionen Euro Umsatz ist ein gut gewählter Single-PSP fast immer die richtige Wahl.
Mehr zu Payment-Integration und Checkout-Optimierung unter E-Commerce. Termin vereinbaren.