Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
WooCommerce ist eine gute Lösung für kleine Sortimente und einfache Anforderungen. Es wird zum Problem, wenn ein Shop wächst, weil dann jede zusätzliche Funktion ein weiteres Plugin bedeutet und jedes Plugin ein weiteres Update-Risiko.
Die vier Signale
Der Plugin-Stapel. Wenn zwanzig oder mehr Erweiterungen im Einsatz sind und jedes WordPress-Update zur Zitterpartie wird, zahlst du Wartung für eine Architektur, die nicht dafür gedacht war.
Die Performance. Ab einigen tausend Artikeln mit vielen Varianten wird die Datenstruktur zum Engpass. Das lässt sich abmildern, aber nicht auflösen.
Fehlende B2B-Funktionen. Kundengruppenpreise, Staffelpreise, Freigabeprozesse und Angebotsanfragen sind in WooCommerce jeweils ein eigenes Plugin. In Shopware sind sie Teil des Systems.
Der Betrieb. Wenn Ausfälle häufiger werden und niemand mehr genau weiß, welches Plugin was tut, ist das kein Technikproblem mehr, sondern ein Risiko.
Welches Ziel passt
Shopware, wenn du B2B-Anforderungen hast, ein großes oder komplexes Sortiment führst, tief mit einem ERP verbunden bist und Kontrolle über Hosting und Erweiterungen willst.
Shopify, wenn du schnell und wartungsarm verkaufen willst, das Sortiment überschaubar ist und dir laufende Gebühren lieber sind als Betriebsverantwortung.
Der ausführliche Vergleich steht in Shopware oder Shopify.
Was der Wechsel wirklich bedeutet
Nicht nur Daten umziehen. Der Aufwand verteilt sich grob so: Datenmigration und Bereinigung, Neuaufbau von Design und Templates, Anbindung von ERP, Zahlung und Versand, sowie Weiterleitungen für jede alte URL.
Der letzte Punkt wird am häufigsten unterschätzt. Ohne saubere 301-Weiterleitungen verlierst du die Sichtbarkeit, die du dir aufgebaut hast. Was bei der Datenübernahme zu beachten ist, steht in Datenmigration beim Shopwechsel.
Der Rat
Wechsle nicht wegen der Technik, sondern wegen eines konkreten Engpasses, den du benennen kannst. Sonst tauschst du bekannte Probleme gegen unbekannte.
Umsetzung: E-Commerce.