Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die Spanne ist groß, weil unter „Onlineshop” sehr verschiedene Dinge verstanden werden. Ein Shopify-Shop mit Standard-Theme und 50 Produkten und ein B2B-Shop mit Kundengruppen, Freigaben und ERP-Anbindung haben technisch wenig gemeinsam.
Die Einstiegspunkte
- Shopify-Setup ab 3.000 €: Einrichtung, Theme-Anpassung, Zahlungs- und Versandkonfiguration, Produktimport, rechtliche Grundausstattung.
- Shopware-Projekt ab 8.500 €: eigenes Design, individuelle Kategorie- und Produktstruktur, Schnittstellen.
- B2B- und Konfigurator-Projekte ab 40.000 €: Kundengruppen, Preislogik aus dem ERP, Freigabeprozesse, individuelle Funktionen.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Vier Blöcke, in der Reihenfolge ihrer Größe.
Datenarbeit. Produktdaten, Varianten, Kategorien, Übersetzungen. Der am häufigsten unterschätzte Posten, besonders bei einer Migration aus einem Altsystem.
Schnittstellen. Jede Verbindung zu ERP, Buchhaltung, Versanddienstleister oder Marktplatz ist eigene Arbeit. Eine Shop-ERP-Anbindung startet bei 3.000 €.
Design und Frontend. Zwischen Standard-Theme und individuellem Design liegt ein Faktor von drei bis fünf.
Sonderfunktionen. Konfiguratoren, Abo-Modelle, Live-Preisberechnung, Altersverifikation. Alles, was der Standard nicht kann.
Was oft vergessen wird
Inhalte. Ein Shop ohne Produkttexte und ohne Bilder ist ein leeres Regal. Wer das nicht selbst liefern kann, braucht dafür ein eigenes Budget.
Und die laufenden Kosten, die mit dem Go-Live beginnen. Was da auf dich zukommt, steht in Welche laufenden Kosten hat ein Onlineshop?.
Wie du eine belastbare Zahl bekommst
Ein Beispiel zur Einordnung
Ein Händler mit 800 Artikeln migriert von einem Altsystem auf Shopware. Enthalten sind: individuelles Design auf Basis eines Standard-Themes, Übernahme von Artikeln, Kunden und Bestellungen, Weiterleitungsliste für alle alten URLs, Anbindung an die vorhandene Warenwirtschaft, drei Zahlarten, zwei Versanddienstleister.
Das liegt im mittleren fünfstelligen Bereich, verteilt auf drei bis fünf Monate. Der größte Einzelposten ist nicht das Design, sondern die Datenübernahme mit anschließender Prüfung.
Woran du ein seriöses Angebot erkennst
Es beschreibt den Leistungsumfang so konkret, dass du erkennen kannst, was NICHT enthalten ist. Es benennt, was du zulieferst. Und es unterscheidet zwischen einmaligen und laufenden Kosten, statt beides zu einer Zahl zu verrühren.
Nicht über eine Anfrage mit „Was kostet ein Shop?”, sondern über eine halbe Stunde Prozessgespräch. Danach lässt sich der Umfang beschreiben, und erst dann ist ein Festpreis seriös. Die Paketübersicht steht unter E-Commerce.