Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die häufigste Frage im Erstgespräch, und sie lässt sich nicht am Sortiment entscheiden. Ein Shop mit 200 Artikeln und komplexer B2B-Preislogik ist anspruchsvoller als einer mit 20.000 Standardartikeln.
Wann Shopify passt
Shopify nimmt dir den Betrieb ab: Hosting, Updates, Sicherheit, Skalierung. Du zahlst eine monatliche Gebühr und Transaktionsgebühren, wenn du nicht Shopify Payments nutzt, und bekommst dafür ein System, das läuft.
Das passt, wenn dein Verkaufsprozess dem Standard folgt: Produkt in den Warenkorb, Adresse, Zahlung, fertig. Auch bei internationalem Verkauf und schneller Umsetzung spielt Shopify seine Stärken aus. Einstieg ab 3.000 €.
Wann Shopware passt
Shopware ist Open Source und läuft auf deinem Hosting oder in der Shopware Cloud. Der Kern des Unterschieds ist die Eingriffstiefe: Du kannst Preislogik, Checkout und Datenmodell verändern, statt sie über Apps zu umgehen.
Das lohnt sich, wenn eine dieser Bedingungen zutrifft: kundenspezifische Preise und Staffeln im B2B, tiefe ERP-Integration mit eigenen Feldern, Konfiguratoren, oder rechtliche Sonderfälle wie Altersverifikation und Chargenpflicht. Einstieg ab 8.500 €.
Die drei Fragen, die die Entscheidung tragen
- Weicht dein Preis- oder Bestellprozess vom Standard ab? Kundengruppen, Staffelpreise, Freigaben, Angebotsfunktion. Wenn ja, spricht das für Shopware.
- Wie tief muss das ERP eingebunden sein? Bestände und Bestellungen synchronisieren beide Systeme. Wenn aber Artikelstrukturen, Preishierarchien oder Auftragsstatus aus dem ERP kommen müssen, wird es in Shopify aufwendig.
- Wer betreibt das System? Ohne technische Betreuung ist Shopify die sicherere Wahl. Shopware braucht jemanden, der Updates einspielt und das Hosting im Blick hat.
Was in der Diskussion oft falsch läuft
Die Systeme werden über Funktionslisten verglichen. Beide können am Ende fast alles, die Frage ist nur, mit welchem Aufwand. Wer eine Shopify-App für 30 € im Monat gegen eine Shopware-Erweiterung für 800 € einmalig stellt, vergleicht Preise ohne den Betriebshorizont.
Der zweite häufige Fehler: die Entscheidung ohne die Warenwirtschaft treffen. Wenn dein ERP feststeht, engt das die sinnvolle Auswahl oft schon ein.
Wir setzen beide Systeme um und haben kein Interesse daran, dir das teurere zu verkaufen. Im Erstgespräch gehen wir deine Prozesse durch, danach ist die Frage meist in zehn Minuten beantwortet. Details zu beiden Wegen stehen unter E-Commerce. Was beide Wege kosten, steht in Was kostet ein Onlineshop?.