Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Ein Modeartikel ist selten ein Artikel. Ein Shirt in fünf Farben und sechs Größen sind dreißig verkaufbare Einheiten mit eigenem Bestand, eigenem Barcode und teils eigenem Preis. Wie sauber das abgebildet ist, entscheidet über Bestandsgenauigkeit, Retourenquote und Sichtbarkeit bei Google.
Der Aufbau
Es gibt einen Elternartikel, das Modell, und darunter die Varianten. Die Achsen sind Eigenschaften, typischerweise Farbe und Größe, teils zusätzlich Länge oder Weite.
Jede Kombination ist eine eigene SKU. Sie trägt Bestand, EAN und optional einen abweichenden Preis, etwa wenn Übergrößen teurer sind.
Bilder hängen an der Farbe, nicht an der Größe. Wer das nicht trennt, lädt jedes Bild dreißig Mal hoch und pflegt es dreißig Mal.
Der Unterschied zwischen den Systemen
Shopware arbeitet mit Eigenschaften und generiert daraus Varianten. Beliebig viele Achsen, Bilder lassen sich pro Eigenschaftswert zuordnen, und die Variantenanzeige ist konfigurierbar. Für Sortimente mit vielen Achsen ist das der komfortablere Weg.
Shopify kennt seit der Erweiterung mehr Optionen und Varianten pro Produkt als früher, bleibt aber begrenzt. Bei sehr großen Größen- und Farbmatrizen stößt man an die Grenze und muss Modelle aufteilen, was die Sichtbarkeit einer Modellseite zerlegt.
Welches System zu dir passt, hängt an mehr als den Varianten. Der Vergleich steht in Shopware oder Shopify.
Woran es in der Praxis scheitert
Selten an der Technik, fast immer an den Daten. Wenn im ERP dieselbe Farbe als “navy”, “Navy” und “dunkelblau” geführt wird, entstehen drei Filterwerte statt einem.
Deshalb gehört vor die Umsetzung eine Bereinigung der Farb- und Größenwerte auf ein festes Vokabular. Das ist unspektakuläre Arbeit und der wichtigste Schritt.
Was der Bestand damit zu tun hat
Der Bestand liegt auf der Variante, gepflegt wird er im ERP. Ohne Abgleich zeigt der Shop Größen als verfügbar, die längst weg sind. Wie diese Anbindung aussieht, steht unter ERP & Warenwirtschaft.
Umsetzung: E-Commerce.