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ERP & Warenwirtschaft

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Warum scheitern ERP-Projekte und wie vermeide ich das?

Fast nie an der Software. Die vier wiederkehrenden Gründe sind unklare Prozesse, schlechte Stammdaten, fehlende Verantwortung im Unternehmen und Widerstand im Team, der nicht angesprochen wird.

Roboter stützt einen kippenden Turm aus Prozessblöcken – warum ERP-Projekte scheitern

Beantwortet von Matthias Hinsche Stand

Wenn ein ERP-Projekt schiefgeht, liegt es fast nie am System. Die Ursachen sind erstaunlich gleichförmig und alle vermeidbar.

1. Prozesse werden nicht geklärt, sondern abgebildet

Ein ERP zwingt zu Entscheidungen, die vorher niemand treffen musste: Wann gilt ein Auftrag als abgeschlossen? Wer darf Preise überschreiben? Wie werden Teillieferungen behandelt?

Wer diese Fragen nicht vorher beantwortet, bildet den Ist-Zustand ab, inklusive aller Umwege, die über Jahre entstanden sind. Das Ergebnis ist ein teures System, das dieselben Probleme hat wie vorher.

Was hilft: Vor der Konfiguration die fünf bis zehn Kernprozesse aufschreiben, so wie sie sein sollen, nicht wie sie sind.

2. Die Stammdaten sind schlechter als gedacht

Artikelnummern doppelt vergeben, Einheiten uneinheitlich, Lieferantendaten veraltet, Preise in drei Varianten. Das fällt beim ersten Import auf, und dann steht das Projekt.

Was hilft: Die Datenbereinigung als eigenen Arbeitsblock einplanen, mit eigener Verantwortung und eigenem Zeitfenster. Sie ist keine Nebenaufgabe.

3. Niemand hat den Hut auf

Ein ERP betrifft Einkauf, Lager, Vertrieb und Buchhaltung. Wenn keine Person mit Entscheidungsbefugnis das Projekt führt, werden Konflikte zwischen Abteilungen zu offenen Punkten, die niemand schließt.

Was hilft: Eine benannte Person auf Auftraggeberseite, die entscheiden darf und ausreichend Zeit dafür bekommt. Ohne das ist jeder Zeitplan Fiktion.

4. Der Widerstand wird ignoriert

Wer zwanzig Jahre mit einer Excel-Liste gearbeitet hat, verliert damit ein Stück Autonomie. Wenn das nicht angesprochen wird, entsteht kein offener Konflikt, sondern stille Umgehung: Die Liste läuft weiter, parallel zum System.

Was hilft: Früh einbinden, konkret erklären, was für wen besser wird, und die Sorgen ernst nehmen statt sie wegzumoderieren.

Der beste Schutz

Klein anfangen. Erst den Kernprozess, dann die Module. Ein System, das nach zehn Wochen die Auftragsabwicklung abbildet, ist mehr wert als eines, das nach einem Jahr alles können soll und nie live geht.

Wie wir das begleiten, steht unter ERP und Warenwirtschaft. Wie lange eine Einführung realistisch dauert, steht in Dauer einer ERP-Einführung.

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