Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die Frage wird selten gestellt und entscheidet trotzdem über den Projekterfolg. Ein Projekt ohne Zeit auf Auftraggeberseite verschiebt sich, unabhängig davon, wie gut der Dienstleister ist.
Womit du rechnen solltest
Kickoff: ein halber Tag am Anfang. Ziele, Prioritäten, Zuständigkeiten.
Laufende Abstimmung: ein bis zwei Stunden im Monat bei einem mittleren Projekt, meist als fester Termin.
Entscheidungen zwischendurch: die eigentliche Belastung. Nicht der Zeitaufwand, sondern die Frequenz. Eine Frage, die drei Tage liegt, verzögert das Projekt um drei Tage.
Prozessklärung: der große Block, wenn Abläufe bisher nicht beschrieben sind. Bei einer ERP-Einführung sind das schnell mehrere Tage, verteilt über Wochen.
Was du delegieren kannst
Recherche, Datenaufbereitung, Textentwürfe, Tests, Terminorganisation. Vieles davon können wir auch übernehmen, gegen Aufwand.
Was nur du entscheiden kannst
Prioritäten zwischen Abteilungen. Was passiert, wenn zwei Anforderungen sich widersprechen. Und die Frage, wie ein Prozess künftig laufen soll, wenn er heute unterschiedlich gehandhabt wird.
Genau diese Entscheidungen sind es, an denen Projekte hängen. Sie lassen sich nicht an einen Dienstleister abgeben, weil sie das Geschäft betreffen und nicht die Technik.
Wie du den Aufwand senkst
Eine Person mit Entscheidungsbefugnis benennen. Wenn du es nicht selbst sein kannst, dann jemand anderes, aber mit echtem Mandat. Ein Projektbeauftragter, der jede Frage weiterreicht, verdoppelt die Laufzeit.
Feste Entscheidungsrunde. Ein wöchentlicher Termin von 30 Minuten, in dem offene Punkte abgeräumt werden, ist wirksamer als spontane Abstimmung.
Realistisch planen. Ein Projekt in der Hochsaison zu starten, geht in der Regel schief.
Was das bei uns konkret bedeutet, steht in Wie viel Zeit muss ich selbst investieren?.