Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die verbreitete Marke von 20 Bestellungen am Tag ist ein brauchbarer Anhaltspunkt, aber sie misst das Falsche. Entscheidend ist nicht die Menge, sondern die Struktur.
Die fünf Signale
- Dieselbe Information steht an drei Stellen. Artikel im Shop, in einer Tabelle und im Buchhaltungsprogramm. Jede Preisänderung ist drei Vorgänge.
- Du hast überverkauft. Der Bestand stimmt nicht, weil zwei Kanäle unabhängig voneinander verkaufen.
- Der Monatsabschluss ist ein Projekt. Rechnungen abtippen, Zahlungen manuell zuordnen, Belege suchen.
- Niemand kann sagen, was ein Artikel wirklich einbringt. Einkaufspreise und Verkäufe liegen in getrennten Systemen.
- Der Betrieb hängt an einer Person. Wenn die Auftragsabwicklung nur funktioniert, solange eine bestimmte Kollegin da ist, ist der Prozess nicht dokumentiert, sondern gelebt.
Zwei davon reichen als Anlass für die Rechnung.
Was Excel weiterhin gut kann
Auswertungen, Sonderkalkulationen, einmalige Analysen. Der Fehler ist nicht, Excel zu nutzen, sondern Excel als führendes System für Bestände und Aufträge zu nutzen.
Was gegen einen frühen Einstieg spricht
Ein ERP gießt Prozesse in Software. Wer sein Geschäftsmodell noch sucht, sollte damit warten: Jede Änderung an einem eingerichteten System kostet mehr als eine Änderung an einer Tabelle.
Auch bei wenigen, hochpreisigen Aufträgen mit langer Laufzeit ist der Nutzen begrenzt. Dort liegt das Problem meist im Angebots- und Projektmanagement, nicht in der Warenwirtschaft.
Der günstigste Einstieg
Nicht die Volleinführung, sondern die Anbindung des vorhandenen Systems. Wenn Buchhaltung und Shop miteinander sprechen, ist die Hälfte des Schmerzes weg, und das für einen Bruchteil des Aufwands. Was das kostet, steht in Was kostet eine Shop-ERP-Anbindung?.