Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Der Peak-Tag ist der schlechteste Zeitpunkt für die erste Prüfung. Was an einem normalen Dienstag funktioniert, kippt bei fünffachem Aufkommen an Stellen, die vorher nie aufgefallen sind.
Sechs Wochen vorher: Technik
Lasttest. Nicht die Startseite, sondern der volle Weg bis zur Bestellbestätigung, mit realistischem Nutzerverhalten. Erst dabei zeigt sich, ob Warenkorb, Zahlungsanbindung oder ERP-Schnittstelle zuerst nachgeben.
Hosting prüfen. Reicht die Kapazität? Viele Anbieter erlauben eine befristete Aufstockung. Das jetzt zu klären, kostet nichts.
Caching kontrollieren. Häufig sind es einzelne Seiten, die vom Cache ausgenommen sind und dann jede Anfrage durchschlagen lassen.
Vier Wochen vorher: Daten und Prozesse
Bestände prüfen und die Puffer für die Aktionsartikel festlegen. Ein überverkaufter Artikel kostet mehr Vertrauen als er Umsatz bringt.
Versandregeln und Lieferzeitangaben aktualisieren, inklusive der Kommunikation, wenn der Versanddienstleister zur Hochzeit langsamer wird. Und mit dem Lager klären, welche Menge pro Tag überhaupt rausgeht.
Zwei Wochen vorher: Aktionen
Rabatte, Aktionscodes und Landingpages fertig einrichten und mit einem Testdatum durchspielen. Nicht am Vorabend live basteln.
Prüfen, ob die Preisangaben stimmen: Bei Rabattwerbung ist der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage anzugeben. Das muss der Shop automatisch können, sonst wird es am Aktionstag zum Problem.
Der Notfallplan
Wer ist im Peak-Zeitraum erreichbar, wer darf entscheiden, und was ist der Rückfallweg, wenn eine Zahlart ausfällt? Das auf eine Seite zu schreiben, dauert eine halbe Stunde und ist im Ernstfall das Wertvollste.
Danach
Die Auswertung gehört direkt nach dem Peak gemacht, solange die Erinnerung frisch ist. Was hat gehalten, was nicht, was war der Engpass. Das ist die Vorlage für das nächste Jahr. Wie laufende Betreuung das abdeckt, steht in Onlineshop-Betreuung.
Umsetzung: E-Commerce.