Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Individuelle Software wird gebaut, wenn Standardlösungen den Prozess nicht abbilden. Die Kostenfrage entscheidet sich deshalb vor allem daran, wie genau der Prozess beschrieben ist.
Größenordnungen
- Abgegrenzte Anwendung ab 3.000 €: ein Werkzeug für eine Aufgabe, wenige Nutzer, keine komplexe Rechteverwaltung
- Kundenportal ab 15.000 €: Login, Rollen, geschützte Bereiche, Anbindung an ERP oder CRM
- Größere Systeme: mehrere Rollen, mehrere Schnittstellen, Berichtswesen, Workflows. Mittlerer bis oberer fünfstelliger Bereich
Was den Preis treibt
Anzahl der Rollen. Jede Nutzergruppe mit eigenen Rechten und eigener Ansicht ist zusätzlicher Aufwand in Entwicklung und Test.
Schnittstellen. Jede Verbindung zu einem Fremdsystem ist ein eigener Block, inklusive Fehlerbehandlung und Überwachung.
Datenmigration. Wenn Bestandsdaten übernommen werden, kommt Aufbereitung dazu.
Regulatorik. Nachvollziehbarkeit, Protokollierung, Aufbewahrungsfristen. In manchen Branchen der größte Einzelposten.
Was den Preis nicht so stark treibt, wie viele denken
Die Anzahl der Bildschirme. Zehn ähnliche Listenansichten kosten weniger als eine einzige Ansicht mit komplexer Berechnungslogik dahinter.
Wann Standardsoftware günstiger ist
Wenn dein Prozess dem Marktstandard entspricht. Ein CRM, eine Zeiterfassung oder ein Ticketsystem selbst zu bauen, ist fast immer die teurere Entscheidung, weil du den Betrieb und die Weiterentwicklung mitkaufst.
Individuell lohnt sich dort, wo dein Prozess dein Wettbewerbsvorteil ist oder wo keine Standardlösung passt, ohne den Prozess zu verbiegen.
Was in die Rechnung gehört
Neben der Entwicklung: Betrieb, Wartung, Weiterentwicklung. Eine Anwendung ohne Pflege veraltet technisch, auch wenn sie fachlich weiter passt. Details in Was kosten Software-Wartung und Support?.
Wie du zu einer belastbaren Zahl kommst
Nicht über eine Anfrage mit einer Ideenskizze, sondern über eine Konzeptphase. Bei größeren Vorhaben ist ein bezahlter Vorlauf üblich: Anforderungen aufnehmen, Prozesse klären, Oberflächen skizzieren, technische Machbarkeit prüfen.
Das Ergebnis ist ein Dokument, mit dem sich ein Festpreis kalkulieren lässt, und das du auch bei einem anderen Anbieter einreichen könntest. Wer ohne diese Phase einen Festpreis nennt, kalkuliert einen Puffer ein oder fordert später nach.
Für kleinere Vorhaben unter 10.000 € reicht meist ein ausführliches Gespräch und eine schriftliche Leistungsbeschreibung.
Leistungen: Individuelle Softwareentwicklung.