Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die häufigste Retourengrund im Modehandel ist die falsche Größe. Ein Größenberater setzt genau da an. Ob er sich lohnt, hängt weniger am Werkzeug als an deinen Daten.
Wie solche Werkzeuge arbeiten
Maßtabellen-basiert. Der Kunde gibt Körpermaße ein, das System vergleicht sie mit der hinterlegten Maßtabelle des Artikels. Einfach, ehrlich, und nur so gut wie deine Maßtabellen.
Vergleichsbasiert. Der Kunde nennt eine Marke und Größe, die ihm passt, das System rechnet um. Funktioniert gut bei bekannten Marken, schlecht bei Eigenmarken.
Datenbasiert. Das System lernt aus Bestell- und Retourendaten, welche Größe bei welchem Kundenprofil bleibt. Braucht Volumen und einen Anbieter, der über viele Shops hinweg Daten hat.
Was es voraussetzt
Ohne artikelgenaue Maßtabellen funktioniert keine der Varianten sauber. Das bedeutet: Für jedes Modell und jede Größe die tatsächlichen Maße, nicht die Konfektionsgröße des Lieferanten.
Genau daran scheitern die meisten Projekte. Die Werkzeuge sind in Tagen eingebaut, die Datenpflege zieht sich über Monate. Wer das nicht einplant, hat einen Berater, der falsch berät, und das ist schlechter als keiner.
Wann sich das rechnet
Eine grobe Rechnung: Wenn deine Retourenquote bei 40 Prozent liegt, davon die Hälfte größenbedingt, und ein Berater davon ein Fünftel verhindert, sparst du vier Prozent aller Bestellungen an Retourenkosten.
Bei 500 Bestellungen im Monat und 12 € Retourenkosten sind das rund 240 € monatlich. Die Werkzeuge liegen je nach Anbieter und Volumen im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Monat. Es wird also erst ab einer gewissen Größe interessant.
Was vorher mehr bringt
Bessere Produktbilder mit Größenangabe des Models, eine gut sichtbare Maßtabelle direkt am Artikel und Kundenbewertungen mit Größenhinweis. Das kostet keine Lizenz und wirkt sofort.
Weitere Hebel auf die Retourenquote stehen in Retourenquote senken.
Umsetzung: E-Commerce.