Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die häufigste Fehlentscheidung beim Einstieg ist, mit der sichtbarsten Technik zu beginnen statt mit dem teuersten Problem. Eine neue Website löst selten das, was im Betrieb wirklich Zeit kostet.
Die Bestandsaufnahme
Vier Fragen, die jeder Geschäftsführer für sein Unternehmen beantworten kann:
1. Wo werden Daten von Hand übertragen? Aus einer Mail in ein Formular, aus einem PDF in eine Tabelle, aus einem System in ein anderes. Jede dieser Stellen ist ein Kandidat.
2. Was wird doppelt gepflegt? Preise im Shop und in der Preisliste, Kundendaten im CRM und in der Buchhaltung.
3. Wo warten Leute auf Informationen? Wenn jemand anrufen muss, um einen Lieferstatus zu erfahren, fehlt eine Auskunftsmöglichkeit.
4. Was hängt an einer Person? Prozesse, die nur eine Person kennt, sind ein Risiko und meist auch undokumentiert.
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat
Zuerst Transparenz. Was läuft heute wie, mit welchen Systemen, mit welchem Aufwand. Ohne diese Übersicht optimiert man an der falschen Stelle.
Dann der teuerste Prozess. Nicht der spannendste, sondern der mit dem höchsten Produkt aus Häufigkeit und Aufwand.
Dann Anbindung statt Ersatz. Zwei vorhandene Systeme miteinander sprechen zu lassen ist meist günstiger und wirksamer als ein neues System einzuführen.
Erst danach neue Werkzeuge. KI, Portale, Apps. Auf einer sauberen Datenbasis wirken sie, auf einer unsauberen erzeugen sie neuen Aufwand.
Was du dafür nicht brauchst
Eine Digitalstrategie über dreißig Seiten. Eine Liste mit fünf priorisierten Maßnahmen, von denen die erste in vier Wochen umgesetzt ist, bringt mehr.
Genau diese Liste ist das Ergebnis eines Digital Health Checks. Beratung dazu: Digitale Geschäftsprozesse.