Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
Die Preisangabenverordnung (PAngV) ist ein deutsches Gesetz, das vorschreibt, wie Preise gegenüber Verbrauchern angegeben werden müssen. Im E-Commerce regelt sie unter anderem Grundpreisangaben, die Darstellung von Streichpreisen und den Umgang mit UVP-Angaben.
Die PAngV wurde 2022 novelliert, unter anderem als Reaktion auf die EU-Omnibus-Richtlinie, die neue Anforderungen an Preisnachlass-Kommunikation stellt.
Die wichtigsten Pflichten im Überblick
Grundpreisangabe: Wenn du Produkte nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkaufst, muss neben dem Verkaufspreis auch der Grundpreis angegeben werden. 500ml Shampoo für 8,99 Euro: Grundpreis ist 17,98 Euro pro Liter. Pflicht, sichtbar neben dem Produkt.
Streichpreise und Rabattkommunikation: Seit der PAngV-Novelle 2022 gilt: Wenn du einen Preis durchstreichst und einen niedrigeren anzeigst, muss der Streichpreis dem niedrigsten Preis der letzten 30 Tage entsprechen. Künstlich aufgeblasene Streichpreise, die nie real waren, sind abmahnfähig.
UVP-Angaben (Unverbindliche Preisempfehlung): Die Angabe einer UVP ist erlaubt, aber nur wenn sie tatsächlich vom Hersteller empfohlen wird und aktuell ist. Erfundene oder veraltete UVPs sind irreführend und abmahnfähig.
Was das für deinen Shop bedeutet
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass dies keine Rechtsberatung ist. Die Rechtslage ist im Detail komplex und ändert sich. Für eine verbindliche Einschätzung wende dich an einen spezialisierten Rechtsanwalt oder einen Dienst wie Trusted Shops oder die IT-Recht Kanzlei.
Technisch: Shopware und Shopify unterstützen Grundpreise und Streichpreise nativ. Die korrekte Konfiguration und die Pflege der Preisdaten liegen beim Betreiber.
Die drei Fehler, die am häufigsten abgemahnt werden
Grundpreis fehlt oder ist falsch. Bei Waren, die nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche verkauft werden, muss neben dem Gesamtpreis der Preis je Mengeneinheit stehen, gut lesbar und in unmittelbarer Nähe. Betroffen sind auch Produkte, an die kaum jemand denkt: Kosmetik, Reinigungsmittel, Kaffee, Nahrungsergänzung.
Streichpreis ohne 30-Tage-Bezug. Wer mit einer Preisermäßigung wirbt, muss nach § 11 PAngV den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage angeben. Ein Streichpreis, der auf die unverbindliche Preisempfehlung verweist, ist damit nicht abgedeckt.
Versandkosten nicht auffindbar. Es reicht nicht, sie irgendwo zu haben. Sie müssen leicht erkennbar und vor dem Kaufabschluss klar sein.
Was das technisch bedeutet
Grundpreise entstehen nicht von allein. Sie brauchen gepflegte Füllmengen und Einheiten im Produktdatensatz. Wer 4.000 Artikel hat und die Felder nie befüllt hat, hat kein Rechtsproblem, sondern ein Datenproblem, das ein Rechtsproblem erzeugt.
Für die 30-Tage-Regel braucht dein Shop außerdem eine Preishistorie. Shopware und Shopify können das über Bordmittel oder Apps abbilden, es muss aber jemand einrichten.
Mehr zur technischen Umsetzung von Preis-Features in Shopware und Shopify unter E-Commerce. Termin vereinbaren. Welche weiteren Pflichten für Onlineshops gelten, steht in Was ist ein Compliance-Check?.