Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Im B2B ist der Preis selten eine Zahl am Artikel, sondern das Ergebnis einer Rechnung aus Kunde, Artikel, Menge, Zeitraum und manchmal Projekt. Wie diese Rechnung in den Shop kommt, ist die Kernfrage jeder B2B-Anbindung.
Weg 1: Vorabübertragung
Das ERP schickt die gültigen Preise regelmäßig an den Shop, der sie speichert. Vorteil: schnelle Seiten, keine Abhängigkeit von der ERP-Verfügbarkeit. Nachteil: Die Datenmenge wächst mit Kunden mal Artikel. Bei 500 Kunden und 10.000 Artikeln sind das theoretisch fünf Millionen Preise.
Praktikabel wird dieser Weg, wenn sich Preise über Konditionsgruppen abbilden lassen statt individuell je Kunde.
Weg 2: Live-Abfrage
Der Shop fragt den Preis beim Aufruf im ERP ab. Vorteil: immer aktuell, keine Datenmenge im Shop. Nachteil: Jede Produktseite hängt an der Antwortzeit des ERP. Unter 200 Millisekunden ist unproblematisch, darüber wird es spürbar.
Voraussetzung ist außerdem, dass das ERP die Last aushält. Ein System, das für zwanzig gleichzeitige Sachbearbeiter ausgelegt ist, kann bei Shop-Traffic in die Knie gehen.
Die Zwischenlösung, die sich bewährt hat
Basispreise und Kundengruppenpreise vorab übertragen, individuelle Sonderkonditionen live abfragen. Damit sind Kategorie- und Suchseiten schnell, und nur die Detailseite und der Warenkorb greifen ins ERP.
Ergänzend ein kurzzeitiger Zwischenspeicher: Wer denselben Artikel zweimal in fünf Minuten ansieht, löst nur eine Abfrage aus.
Was in jedem Fall dazugehört
Ein Verhalten für den Fehlerfall. Wenn das ERP nicht antwortet: Preis auf Anfrage anzeigen oder den letzten bekannten Preis mit Hinweis. Was nicht passieren darf, ist ein Standardpreis, den niemand vereinbart hat.
Was die Anbindung insgesamt kostet, steht in Was kostet eine Shop-ERP-Anbindung?.