Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Fast jeder Betrieb hat Backups. Deutlich weniger haben schon einmal geprüft, ob sich daraus etwas wiederherstellen lässt. Genau das ist der Unterschied zwischen einem Konzept und einem guten Gefühl.
Die drei Bestandteile
Regelmäßigkeit und Ort. Täglich für Systeme mit laufenden Transaktionen, mindestens wöchentlich für alles andere. Entscheidend: an einem Ort, der nicht mitbetroffen ist, wenn der Server ausfällt oder verschlüsselt wird. Ein Backup auf demselben Server ist keines.
Aufbewahrungszeit. Nicht nur die letzte Sicherung. Ein Ransomware-Befall oder ein schleichender Datenfehler fällt oft erst nach Tagen auf. Bewährt hat sich eine Staffelung: tägliche Sicherungen für zwei Wochen, wöchentliche für drei Monate, monatliche für ein Jahr.
Wiederherstellungstest. Mindestens einmal im Jahr aus einem Backup eine Testumgebung aufbauen. Erst dabei fällt auf, ob wirklich alles gesichert wird oder ob eine Datenbank, ein Medienordner oder eine Konfigurationsdatei fehlt.
Was oft vergessen wird
Konfiguration. Nicht nur Daten, auch Einstellungen. Ein wiederhergestellter Shop ohne Zahlungskonfiguration ist nicht betriebsbereit.
Systeme bei Dritten. Was in einer Cloud-Anwendung liegt, wird vom Anbieter gesichert, aber nicht unbedingt so, dass du selbst zurückspielen kannst. Kläre, welche Exportmöglichkeiten es gibt.
Verschlüsselung und Zugriff. Ein Backup mit Kundendaten ist selbst ein schützenswerter Datenbestand.
Zwei Kennzahlen für das Gespräch
Wie viel Datenverlust ist verkraftbar (eine Stunde, ein Tag)? Und wie lange darf die Wiederherstellung dauern? Aus diesen beiden Antworten ergibt sich das Konzept, nicht umgekehrt.
Die 3-2-1-Regel als Orientierung
Drei Kopien der Daten, auf zwei verschiedenen Medien oder Systemen, davon eine an einem anderen Ort. Die Regel ist alt und trägt immer noch, weil sie die drei realistischen Ausfallszenarien abdeckt: technischer Defekt, menschlicher Fehler und Befall des gesamten Standorts.
Für einen mittelständischen Betrieb heißt das praktisch: die Produktivdaten, eine automatische Sicherung beim Hoster und eine Kopie außerhalb dieser Umgebung. Die dritte Kopie ist der Punkt, an dem die meisten Konzepte aufhören, und genau sie rettet im Ernstfall.
Was im Störungsfall sonst geregelt sein sollte, steht in Was ist ein Incident?. Backups sind Teil unserer Beratung und Betreuung.