Trados
Übersetzungsplattform von RWS mit Translation Memory, Terminologieverwaltung und KI-Übersetzung. Veröffentlichte Preise gibt es nur für die beiden Freelancer-Tarife Trados Go und Trados Freelance, die Cloud-Stufen für Teams und Unternehmen nennen keine Beträge.
Übersicht zu Trados: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 21.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist Trados?
Trados ist der Produktname, unter dem RWS seine Übersetzungstechnologie bündelt. Dahinter steckt nicht ein Programm, sondern eine Reihe: Trados Go arbeitet im Browser, Trados Studio auf dem Desktop, darüber liegen die Cloud-Stufen Trados Team, Trados Business und Trados Enterprise. Dazu kommen Passolo für Software-Lokalisierung, MultiTerm und Trados Terminology für Fachbegriffe, Trados GroupShare als Server-Lösung für den eigenen Betrieb und WorldServer. Den Kern teilen alle: Translation Memory, Terminologieverwaltung und maschinelle Übersetzung greifen auf dieselben Sprachbestände zu.
Die KI-Schicht ist die Neuerung des Release 2026. Über AI Bridge wählst du dein eigenes Sprachmodell als Übersetzungsanbieter, der Hersteller nennt OpenAI, Anthropic Claude, Google Gemini und DeepSeek. Smart Review lässt ein LLM jedes Segment als good, adequate oder poor einordnen und begründet die Einschätzung. Smart Help beantwortet Produktfragen aus der offiziellen Dokumentation mit Quellenangabe. Die hauseigene maschinelle Übersetzung heißt Language Weaver und bringt 600.000 Freizeichen pro Monat mit. Language Weaver Pro, das auf Übersetzung trainierte Modell, kostet extra und ist auf der Studio-Seite als angekündigt markiert.
Der Desktop-Editor bleibt die technische Besonderheit. Er ist offiziell unter Microsoft Windows unterstützt, auf einem Mac läuft er laut Hersteller nur über Parallels. Trados ist nach Angabe der Hersteller-Seite die einzige echte Hybridumgebung aus Desktop und Cloud, und genau daran hängt die ganze Tarifarchitektur.
Für wen eignet sich Trados?
Die Preisseite teilt die Zielgruppen selbst in drei Reiter: freiberufliche Übersetzer, Sprachdienstleister und Unternehmen. Nur im ersten stehen Beträge. Freiberufler bekommen mit Trados Go einen reinen Browser-Zugang und mit Trados Freelance die Kombination aus Desktop und Cloud, inklusive unbegrenztem Desktop-Durchsatz und 1 Million Cloud-Zielwörtern pro Jahr.
Sprachdienstleister und Unternehmen landen bei Trados Studio Pro, Trados Team, Trados Business oder Trados Enterprise. Dort geht es um Lieferantenverwaltung, Angebotsverwaltung, Workflow-Vorlagen und Kundenportale, also um Projektsteuerung statt um das Übersetzen selbst. Wer solche Prozesse automatisieren will, sollte die Automation der Übergaben von Anfang an mitplanen, weil die Konnektoren in diesen Stufen Zusatzmodule sind.
Zwei Fälle passen nicht. Wer nur gelegentlich einen Text übersetzen lässt, braucht kein Translation Memory und zahlt bei Trados für Infrastruktur, die leer bleibt. Und wer in einem domänenbasierten Firmennetzwerk arbeitet, kann Trados Studio Freelance nicht einsetzen: Der Hersteller schreibt ausdrücklich, dass diese Lizenz dort nicht läuft.
Trados im Arbeitsalltag
Der dokumentierte Ablauf beginnt beim Projekt. Du legst es über eine Vorlage an, Trados zerlegt die Quelldatei in Segmente und zieht Treffer aus dem Translation Memory. Segmente ohne Treffer gehen an die maschinelle Übersetzung, entweder an Language Weaver oder über AI Bridge an das Modell deiner Wahl. Die Terminologieverwaltung schiebt die freigegebenen Begriffe dazu. Anschließend prüft die automatische Qualitätssicherung Segmente, Zahlen, Tags, Satzzeichen, Wortlisten und eigene reguläre Ausdrücke. Im Review bewertet Smart Review segmentweise und sortiert in good, adequate oder poor. Der Export behält Layout und Tags.
Im Browser siehst du die Echtzeitvorschau für Word, PowerPoint, Excel, PDF und HTML5. Dateien holst du über die eingebauten Konnektoren aus OneDrive, Dropbox, Box oder Google Drive. In den Cloud-Stufen übernehmen Smart Folders diesen Schritt: Trados überwacht ein Verzeichnis, legt bei neuen Dateien selbst ein Projekt an und schreibt die fertige Übersetzung zurück.
Wie viel das bringt, sagt der Hersteller selbst, unabhängig geprüft ist es nicht: Das Translation Memory könne die Produktivität um bis zu 80 Prozent erhöhen. Als veröffentlichte Referenz zitiert RWS auf der Startseite Katrin Springborn, Übersetzungsmanagerin bei Kärcher, mit der Aussage, die Übersetzungskosten seien schon nach einem Jahr um 50 Prozent gesunken. Beide Zahlen stammen vom Anbieter.
Preise und Pläne
Abgerechnet wird je Nutzer. Die Preisseite lässt dich zwischen GBP, USD, EUR, JPY und CAD wählen, und sie kennt drei Zahlweisen: Monatsvertrag, Jahresvertrag mit monatlicher Zahlung und Jahresvertrag mit jährlicher Zahlung, intern Annual Saver genannt. Im erfassten Stand war die Jahresabrechnung mit jährlicher Zahlung aktiv, die Seite zeigte also den günstigen Rand der Spanne.
Trados Go kostet 42 Euro pro Monat im Monatsvertrag, 32 Euro pro Monat im Jahresvertrag und 29 Euro pro Monat bei jährlicher Zahlung. In Pfund sind das 36, 27 und 24 Pfund, der Jahresbetrag liegt bei 288 Pfund. Trados Freelance kostet 54, 45 und 40 Euro pro Monat, in Pfund 46, 38 und 34 Pfund, jährlich 408 Pfund. Alle Preise verstehen sich zzgl. MwSt. Die Testphase läuft 14 Tage risikofrei, kündbar innerhalb der ersten zwei Wochen, bezahlt wird per Kredit- oder Debitkarte oder per PayPal.
Die Kontingente unterscheiden die beiden Tarife deutlicher als der Preis. Trados Go bringt 1 Million Zielwörter pro Jahr in der Cloud, keinen Desktop-Durchsatz und über 10 Apps aus dem RWS AppStore. Trados Freelance bringt unbegrenzten Desktop-Durchsatz, ebenfalls 1 Million Cloud-Zielwörter und über 150 Apps. Der technische Support ist nur im Annual-Saver-Plan enthalten, im Monats- und im Jahresplan ist er ein Zusatzmodul. Language Weaver Pro kommt als Add-on mit 12 Millionen Zeichen pro Jahr für Freelancer und 10 Millionen Zeichen pro Jahr ohne Monatskappung in den Unternehmensstufen.
Für alles oberhalb der Freelancer-Tarife nennt die Preisseite keinen Betrag. Trados Studio Pro, Trados Team und Trados Business führen nur zur Testphase, Trados Enterprise direkt zum Kontaktformular. Beziffert sind dort nur die Grenzen: 4 Millionen Zielwörter pro Jahr bei Trados Team, 8 Millionen bei Trados Business, 30 Millionen bei Trados Enterprise, bei den Nutzerzahlen ab 3, ab 5 und individuell. Separat bepreist ist die Zertifizierung: Das Bundle für Trados Studio 2026 kostet 99 Euro, jedes einzelne Level 49 Euro, die Administrator-Zertifizierung für Accelerate und Enterprise 200 Euro.
Stärken und Schwächen
Die Hosting-Frage ist für deutsche Kunden sauber beantwortet. RWS Language Cloud läuft auf AWS, wählbar in Frankfurt oder Montreal, die Cloud-Operations sind nach ISO 27001 zertifiziert und haben eine SOC-2-Type-2-Attestierung. Daten werden im Transit und im Ruhezustand verschlüsselt, personenbezogene Daten lassen sich auf Anfrage bearbeiten, exportieren und löschen. In der Trados-Plattform findet nach Herstellerangabe kein Training von KI-Modellen statt, bei Language Weaver nur auf Wunsch und mit Zustimmung für private Sprachpaare.
Dem steht eine Preisarchitektur gegenüber, die nur zur Hälfte offen liegt. Wer mehr als einen Arbeitsplatz braucht, erfährt die Kosten erst im Gespräch. Der Desktop-Editor bleibt an Windows gebunden. Trados Studio Freelance verweigert den Dienst in domänenbasierten Netzwerken. Und Trados Go verzichtet auf Desktop-Editor und Desktop-Durchsatz, ist also ausdrücklich nicht die kleine Variante von Studio, sondern ein anderes Werkzeug.
Drei Angaben widersprechen sich auf den eigenen Seiten. Auf dem Reiter für Sprachdienstleister stehen für Trados Team und Trados Business je 10 Millionen Zielwörter pro Jahr, in der Vergleichstabelle für Unternehmen dagegen 4 und 8 Millionen. Language Weaver bringt auf der Preisseite 600.000 Freizeichen pro Monat mit, was 7,2 Millionen im Jahr wären, die Studio-Seite spricht von bis zu 6 Millionen Zeichen pro Jahr. Und Language Weaver Pro ist auf der Preisseite als Add-on buchbar, während die Studio-Seite es als kostenpflichtiges Zusatzmodul führt, das erst noch kommt.
Alternativen zu Trados
Aus derselben Kategorie liegen memoQ, die Phrase Localization Platform und Transifex im Verzeichnis, dazu TextUnited. Der Desktop-Teil von Trados hat bei uns einen eigenen Eintrag unter Trados Studio, dort stehen die Lizenzdetails der Einzelplatzversion. Tatsachen über die Funktionen und Preise der Wettbewerber findest du in deren Einträgen, hier stehen nur die Links.
Trados im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Trados steht in der Kategorie mit 450 Werkzeugen.
Trados nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 225 von 450 Werkzeugen (50 Prozent).
Der Firmensitz ließ sich nicht ermitteln. In dieser Kategorie führt das Verzeichnis 157 Anbieter mit belegtem EU-Sitz, davon 81 aus Deutschland.
Einen kostenlosen Einstieg bietet Trados nicht. In der Kategorie haben 216 von 450 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
Wir halten Trados für die richtige Wahl, wenn du dauerhaft mit wiederkehrendem Textmaterial arbeitest und das Translation Memory über Jahre aufbaust. Genau darin liegt der Wert, und genau das bekommst du bei einem reinen MT-Dienst nicht. Für eine Freiberuflerin mit Windows-Rechner ist Trados Freelance im Jahresvertrag eine klare Rechnung, der unbegrenzte Desktop-Durchsatz macht den Unterschied zu Trados Go.
Vorsichtiger wären wir bei Teams. Dass für alles oberhalb der Freelancer-Tarife kein einziger Betrag veröffentlicht ist, macht Budgetplanung zur Verhandlungssache, und die vielen Zusatzmodule bei Konnektoren, SSO und Smart Folders summieren sich schneller als gedacht. Lass dir vor der Entscheidung aufschlüsseln, was im Grundpreis steckt und was nicht. Wer auf dem Mac arbeitet, sollte die Parallels-Einschränkung vorher ausprobieren statt sie hinzunehmen.
Technisch ist die KI-Öffnung über AI Bridge der interessanteste Punkt. Du bleibst nicht an ein Modell gebunden, und wenn du ohnehin eine KI-Strategie für dein Unternehmen aufbaust, lässt sich die Übersetzung dort einhängen statt als Insel zu laufen. Bei mehrsprachiger Content-Erstellung unterstützen wir dich bei der Auswahl und der Anbindung an die Systeme, in denen die Texte entstehen.
Überblick
- ✓ Translation Memory, Terminologieverwaltung und maschinelle Übersetzung als gemeinsame Übersetzungs-Engine
- ✓ AI Bridge bindet ein eigenes Sprachmodell als Übersetzungsanbieter an, etwa OpenAI, Anthropic Claude, Google Gemini oder DeepSeek
- ✓ Language Weaver als hauseigene maschinelle Übersetzung mit 600.000 Freizeichen pro Monat
- ✓ Online-Editor im Browser mit Echtzeitvorschau für Word, PowerPoint, Excel, PDF und HTML5
- ✓ Desktop-Editor Trados Studio, offiziell unter Microsoft Windows unterstützt
- ✓ Qualitätssicherung mit Segment-, Zahlen- und Tag-Prüfung, Wortlisten und regulären Ausdrücken
- ✓ Smart Review bewertet jedes Segment per LLM als good, adequate oder poor
- ✓ Smart Help antwortet auf Produktfragen aus der offiziellen Trados-Dokumentation
- ✓ Eingebaute Konnektoren für OneDrive, OneDrive for Business, Dropbox, Box und Google Drive
- ✓ Software-Lokalisierung mit Passolo für Dialogfelder, Menüs und Anzeigetexte
- ✓ Workflow-Vorlagen in den Cloud-Stufen, 6 vorgefertigte bei Trados Business, 26 bei Trados Enterprise
- ✓ Fremde MT-Dienste über den RWS AppStore, darunter DeepL, Google, Microsoft, Amazon, SYSTRAN und Intento
Vorteile
- + Zwei Freelancer-Tarife mit veröffentlichten Beträgen in fünf Währungen (GBP, USD, EUR, JPY, CAD)
- + 14 Tage risikofrei, Kündigung innerhalb der ersten zwei Wochen möglich
- + Cloud-Hosting wahlweise in AWS Frankfurt (Deutschland) oder AWS Montreal (Kanada)
- + ISO 27001 für alle gehosteten Produkte, dazu eine SOC-2-Type-2-Attestierung
- + In der Trados-Plattform findet laut Anbieter kein Training von KI-Modellen statt
- + Trados Freelance ohne Begrenzung der Zielwörter auf dem Desktop
Nachteile
- - Für Trados Studio Pro, Trados Team, Trados Business und Trados Enterprise steht auf der Preisseite kein Betrag
- - Desktop-Editor offiziell nur unter Microsoft Windows, auf macOS nur über Parallels
- - Trados Studio Freelance läuft nicht in domänenbasierten Firmennetzwerken
- - Trados Go hat keinen Desktop-Editor und keinen Desktop-Durchsatz
- - Support für die Freelance-Tarife nur im Annual-Saver-Plan enthalten, im Monats- und Jahresplan Zusatzmodul
- - Language Weaver Pro ist ein kostenpflichtiges Zusatzmodul und laut Studio-Seite erst angekündigt
- - Kein kostenloser Plan, nur eine Testphase
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