Proton Mail
Ende-zu-Ende-verschlüsselter E-Mail-Dienst der Proton AG aus Genf. Zero-Access-Architektur, eigene Server in der Schweiz, quelloffene Apps mit externen Audits. Kostenloser Plan, Mail Plus ab 3,99 € je Nutzer und Monat bei Jahreszahlung.
Übersicht zu Proton Mail: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Die Angaben sind noch nicht einzeln gegen die Herstellerseite geprüft. Maßgeblich ist immer die Seite des Anbieters.
Was ist Proton Mail?
Proton Mail ist ein verschlüsselter E-Mail-Dienst der Proton AG, Route de la Galaise 32 in Plan-les-Ouates bei Genf. Entstanden ist das Unternehmen 2014 in der Schweiz, gegründet von Wissenschaftlern, die sich am CERN kennengelernt hatten. Der Anbieter beziffert die Zahl der Konten mit über 100 Millionen.
Technisch stehen zwei Prinzipien nebeneinander, die oft verwechselt werden. Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt Nachrichten auf dem Weg zwischen Absender und Empfänger. Zero-Access-Verschlüsselung greift davor: Mails von anderen Anbietern werden laut Proton sofort auf den eigenen Servern mit deinem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt, sodass der Anbieter selbst sie technisch nicht mehr entschlüsseln kann. Aus dieser Bauweise folgt die Aussage, Proton könne die Mails nicht herausgeben.
Zwei Punkte heben Proton von reinen Verschlüsselungsversprechen ab. Erstens der Betrieb: Der Anbieter besitzt und kontrolliert eigene Server-Hardware an mehreren Standorten in der Schweiz, mit biometrischer Zutrittskontrolle und vollverschlüsselten Festplatten. Zweitens die Nachprüfbarkeit: Alle Apps sind quelloffen und wurden von externen Sicherheitsfachleuten geprüft, die Prüfberichte liegen öffentlich vor.
Für wen eignet sich Proton Mail?
Proton Mail passt überall dort, wo Vertraulichkeit zur Berufspflicht gehört: Kanzleien, Praxen, Steuerberatung, Journalismus, Forschung. Für Unternehmen gibt es Proton for Business mit eigenen Domains, zentraler Nutzerverwaltung und einer eigenen Preisliste. Auch für Firmen, die schlicht keine Korrespondenz bei Google oder Microsoft liegen haben wollen, ist es der naheliegende Wechsel.
Weniger passend ist der Dienst in drei Fällen. Wer Newsletter oder programmatische Mails in Masse verschickt, ist hier falsch; der Anbieter schreibt selbst, dafür solle man einen spezialisierten Versanddienstleister nehmen. Wer sein Mailprogramm nicht aufgeben will, muss den Umweg über Proton Mail Bridge gehen, denn IMAP und SMTP stehen nicht direkt zur Verfügung. Und wer Anhänge über 25 MB verschickt, stößt in jedem Plan an dieselbe Grenze.
Ein weiterer Punkt betrifft die Rechtslage. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied, für sie gilt ein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission. Das ist eine andere Grundlage als die unmittelbare Geltung der DSGVO, und wer sie gegenüber Auftraggebern erklären muss, sollte den Unterschied kennen. Wir ordnen solche Fragen im Rahmen der Beratung und Betreuung ein.
Proton Mail im Arbeitsalltag
Der vom Anbieter dokumentierte Ablauf beginnt beim Umzug. Der Easy-Switch-Assistent überträgt E-Mails, Kalender und Kontakte von einem beliebigen Anbieter, ohne dass du Dateien exportieren musst.
Im laufenden Betrieb bleibt vieles gewohnt. Ordner, Labels und eigene Filter sind in allen Plänen unbegrenzt, HTML-Signaturen ebenfalls. Ab Mail Plus kommen Auto-Antwort, Catch-all-Adresse, automatische Weiterleitung, das automatische Leeren von Papierkorb und Spam nach 30 Tagen sowie das Planen und Zurückstellen von Mails dazu. Wer bei Outlook, Apple Mail oder Thunderbird bleiben will, verbindet sie über Proton Mail Bridge.
Beim Versand entscheidet der Empfänger über den Weg. Schreibst du an ein anderes Proton-Konto, verschlüsselt der Dienst automatisch. Schreibst du nach außen, setzt du im Editor vor dem Senden ein Passwort, und die Mail ist weder für Proton noch für den Mailanbieter des Empfängers lesbar. Für Gegenstellen mit eigenem PGP-Schlüssel gibt es die eingebaute PGP-Unterstützung, die automatisch mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers verschlüsselt.
Im Hintergrund laufen die Schutzmechanismen. Key Transparency prüft die öffentlichen Schlüssel deiner Kontakte automatisch, damit niemand sich dazwischenschieben kann. PhishGuard markiert vermutlich gefälschte Absenderadressen, der Link-Schutz zeigt vor dem Öffnen die vollständige Adresse. Für eigene Domains unterstützt Proton SPF, DKIM samt automatischem Schlüsselwechsel und DMARC. Der Tracking-Schutz blockiert Zählpixel und verbirgt deine IP-Adresse. Zur Kontosicherung lassen sich Hardware-Schlüssel nach U2F und FIDO2 einsetzen, etwa YubiKey.
Preise und Pläne
Proton rechnet je Nutzer und Monat ab, mit Rabatt bei längerer Laufzeit. Die Preisseite zeigt die Beträge erst nach dem Laden im Browser und passt sie an Währung und Region an; die folgenden Werte gelten für die Ansicht in Euro bei zwölf Monaten Laufzeit.
- Proton Free, 0 €: 1 GB Speicher, ein Nutzer, eine verschlüsselte Adresse, Easy Switch, unbegrenzte Ordner, Labels und Filter
- Mail Plus, 3,99 € je Nutzer und Monat: 15 GB Speicher, 10 verschlüsselte Adressen, eine eigene Domain, unbegrenzte Ordner und Labels, 10 Hide-my-email-Aliasse, vorrangiger Support
- Proton Unlimited, 9,99 € je Nutzer und Monat, 119,88 € im Jahr: 500 GB Speicher, 15 zusätzliche Adressen, drei eigene Domains, dazu VPN, Passwortmanager und verschlüsselter Cloud-Speicher
- Mail Essentials, 6,99 € je Nutzer und Monat, 83,88 € im Jahr: Einstieg für Unternehmen mit eigenen Domains und zentraler Verwaltung
Was in welchem Plan steckt, steht in der Vergleichstabelle, und dort liegen die interessanten Grenzen. Anhänge sind überall auf 25 MB begrenzt. Die Desktop-App ist im kostenlosen Plan auf 14 Tage befristet und erst ab Mail Plus dauerhaft enthalten. Bridge für Outlook, Apple Mail und Thunderbird, Auto-Antwort, Catch-all und automatische Weiterleitung setzen ebenfalls einen Bezahlplan voraus. Dark Web Monitoring und Emergency Access gibt es ab Mail Plus, das Proton-Sentinel-Programm für erhöhten Kontoschutz erst in Unlimited. Der Schreibassistent Proton Scribe ist in beiden Bezahlplänen ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt mit Testphase.
Auf alle Bezahlpläne gibt der Anbieter eine Geld-zurück-Zusage über 30 Tage. Stand: August 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Betreiber Proton AG in Genf, Schweizer Recht
- Eigene Server-Hardware an mehreren Standorten in der Schweiz, biometrisch gesicherte Rechenzentren
- Quelloffene Apps mit veröffentlichten externen Prüfberichten
- Zero-Access-Verschlüsselung auch für eingehende Fremdmails
- Dauerhaft kostenloser Plan
- 30 Tage Geld-zurück-Zusage
- Verschlüsselter Versand an Empfänger ohne Proton-Konto per Passwort
Schwächen:
- Kein direktes IMAP und SMTP, klassische Mailprogramme laufen über Proton Mail Bridge
- Bridge, Auto-Antwort, Catch-all und Weiterleitung fehlen im kostenlosen Plan
- Anhänge in allen Plänen auf 25 MB begrenzt
- Desktop-App im kostenlosen Plan nur 14 Tage
- Kein Massenversand von Werbe- oder programmatischen Mails
- Proton Scribe kostet extra
- Beträge stehen nicht im ausgelieferten Quelltext der Preisseite
Alternativen zu Proton Mail
Aus derselben Kategorie sind Tuta Mail aus Hannover sowie mailbox.org und Posteo die deutschen Gegenstücke. Sie unterliegen unmittelbar der DSGVO, während für die Schweiz ein Angemessenheitsbeschluss gilt. Wer im Unternehmen ohnehin eine Office-Suite braucht, vergleicht eher mit Microsoft 365 und nimmt dafür ein anderes Datenschutzprofil in Kauf.
Die Entscheidung fällt selten an der Verschlüsselung, sondern an der Anschlussfrage: Wie kommen Postfach, CRM und Warenwirtschaft zusammen, wenn der Mailanbieter kein direktes IMAP anbietet? Diese Schnittstellen planen wir in der Automation und Prozessoptimierung mit.
Proton Mail im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Proton Mail steht in der Kategorie mit 16 weiteren Werkzeugen.
Der Anbieter sitzt außerhalb der EU. In dieser Kategorie führt das Verzeichnis 7 Alternativen mit EU-Sitz, davon 5 aus Deutschland.
Proton Mail nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 15 von 16 Werkzeugen (94 Prozent).
Überblick
Wir halten Proton Mail für die belastbarste Wahl, wenn Vertraulichkeit nicht verhandelbar ist. Der Grund ist nicht die Verschlüsselung an sich, die haben andere auch, sondern die Kombination aus eigener Hardware in der Schweiz, quelloffenem Code und veröffentlichten Prüfberichten. Wer Sicherheit behauptet, aber nichts davon offenlegt, argumentiert schwächer.
Zwei Einschränkungen solltest du vorher einplanen. Die fehlende direkte IMAP-Anbindung ist im Alltag der spürbarste Punkt, weil jede Integration über Bridge läuft und damit über einen zusätzlichen Dienst auf dem Rechner. Und die Schweiz ist rechtlich nicht dasselbe wie die EU: Der Angemessenheitsbeschluss trägt, ist aber eine politische Entscheidung, die man kennen sollte, bevor man sie in einem Auftragsverarbeitungsvertrag zitiert. Für kleine Teams, die einfach vertraulich mailen wollen, ist Mail Plus das beste Preis-Leistungs-Verhältnis in dieser Liste; für Unternehmen lohnt der Blick auf Mail Essentials mit zentraler Verwaltung.
Überblick
- ✓ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zwischen Absender und Empfänger
- ✓ Zero-Access-Verschlüsselung, auch eingehende Fremdmails werden auf dem Server verschlüsselt
- ✓ Passwortgeschützte E-Mails an Empfänger ohne Proton-Konto
- ✓ Eingebaute PGP-Unterstützung mit automatischer Verschlüsselung über den Empfängerschlüssel
- ✓ Key Transparency prüft die öffentlichen Schlüssel der Kontakte automatisch
- ✓ Zwei-Faktor-Anmeldung mit Hardware-Schlüsseln nach U2F und FIDO2, etwa YubiKey
- ✓ Tracking-Schutz blockiert Zählpixel und verbirgt die IP-Adresse
- ✓ PhishGuard markiert vermutlich gefälschte Absenderadressen, Link-Schutz zeigt vor dem Öffnen die volle URL
- ✓ Unterstützung für SPF, DKIM mit automatischem Schlüsselwechsel und DMARC
- ✓ Easy Switch überträgt E-Mails, Kalender und Kontakte von anderen Anbietern
- ✓ Anbindung an Outlook, Apple Mail und Thunderbird über Proton Mail Bridge
- ✓ Unbegrenzte Hide-my-email-Aliasse, Catch-all-Adresse, Auto-Antwort und automatische Weiterleitung ab Mail Plus
- ✓ Dark Web Monitoring und Emergency Access ab Mail Plus, Proton Sentinel in Unlimited
Vorteile
- + Betreiber ist die Proton AG in Genf, Schweizer Recht gilt
- + Eigene Server-Hardware an mehreren Standorten in der Schweiz statt Cloud-Betrieb
- + Alle Apps sind quelloffen und wurden von externen Sicherheitsfachleuten geprüft, die Ergebnisse sind veröffentlicht
- + Zero-Access-Verschlüsselung: Proton kann eingehende Mails technisch nicht entschlüsseln
- + Dauerhaft kostenloser Plan mit einem Nutzer und einer verschlüsselten Adresse
- + 30 Tage Geld-zurück-Zusage auf die Bezahlpläne
- + Verschlüsselter Versand an Empfänger ohne Proton-Konto über ein Passwort
Nachteile
- - Klassische Mail-Programme brauchen den Umweg über Proton Mail Bridge, IMAP und SMTP gibt es nicht direkt
- - Bridge, Auto-Antwort, Catch-all und automatische Weiterleitung fehlen im kostenlosen Plan
- - Anhänge sind in allen Plänen auf 25 MB begrenzt
- - Die Desktop-App gibt es im kostenlosen Plan nur 14 Tage lang
- - Massenversand von Werbe- oder programmatischen Mails unterstützt der Anbieter ausdrücklich nicht
- - Der Schreibassistent Proton Scribe ist ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt
- - Die Preisseite zeigt Beträge erst nach dem Laden im Browser, im Quelltext stehen Platzhalter
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