Frends
Integrationsplattform (iPaaS) der Frends Technology Oy aus Espoo, Finnland: Low-Code-Prozesse, API Management und KI-Anbindung per MCP. Betrieb in der Frends-Cloud auf Azure, bei STACKIT oder Cleura, hybrid oder On-Premises. Vier Tarife, Preise nur auf Anfrage.
Übersicht zu Frends: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 23.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist Frends?
Frends ist eine Integrationsplattform als Dienst (iPaaS) aus Finnland. Vertragspartner ist laut der Liste der Unterauftragsverarbeiter die Frends Technology Oy, als Hauptsitz nennt die Fußzeile Tekniikantie 14 in Espoo. Tochtergesellschaften gibt es in Schweden, in Deutschland mit Sitz in München und in Polen. Die Wurzeln reichen laut Unternehmensseite bis 1988 zurück. Ab 2010 gehörte Frends zum schwedischen IT-Dienstleister HiQ, seit 2022 tritt es als eigenständiges iPaaS auf. Nach eigener Angabe arbeiten dort mehr als 250 Menschen.
Die Plattform verbindet ERP, CRM, HR-Software und Cloud-Anwendungen über Prozesse, die im Process Builder als BPMN-Diagramm entstehen. Dazu kommen API Management, Integrationsvorlagen, über 300 Konnektoren und Long-Running Processes, die einen Ablauf über Stunden, Tage oder Wochen anhalten und wieder aufnehmen. Ausgeführt werden die Prozesse von Frends Agents. Die laufen entweder als Cloud Agents bei Frends oder als Self-Service Agents in deiner eigenen Infrastruktur.
Die neueren Bausteine drehen sich um KI. Enterprise MCP macht Bestandssysteme für KI-Agenten aufrufbar. Frends MCP verbindet eine Frends-Umgebung mit Claude, ChatGPT oder einem anderen KI-Client, damit Teams Integrationen in natürlicher Sprache bauen, ändern und untersuchen. Technisch ist Frends nach eigener Aussage .NET-nativ und stark auf Microsoft-Umgebungen ausgerichtet. Im Gartner Magic Quadrant für iPaaS taucht die Plattform laut Frends 2026 zum vierten Mal in Folge auf.
Für wen eignet sich Frends?
Die Preisseite spricht Organisationen vom Mittelstand bis zum Konzern an. Der kleinste Tarif Growth richtet sich an kleine Teams am Anfang, deckt aber höchstens 25 Prozesse ab. Als Branchen führt Frends unter anderem öffentliche Verwaltung, Energie und Versorgung, Fertigung, Finanzdienstleister, Gesundheitswesen, Handel und Hochschulen. Aktiv ist Frends laut Kontaktseite in den nordischen Ländern, in DACH und Benelux, dazu kommen Partner in Europa und Nordamerika.
Ein typischer Anlass ist der Abschied von einer Altplattform. Frends hat eigene Angebote für die Migration von Microsoft BizTalk und SAP PI/PO, dessen Support laut Frends 2027 endet. Wer Daten nicht in eine Hyperscaler-Cloud geben darf, kann bei STACKIT oder Cleura hosten lassen oder Frends komplett im eigenen Netz betreiben. Wer ohnehin mit ERP-Anbindungen und Microsoft-Systemen arbeitet, findet hier den Schwerpunkt der Plattform.
Nicht vorgesehen ist der schnelle Selbststart. Jede Tarifstufe führt auf ein Angebotsformular oder ein Gespräch mit dem Vertrieb, und eine Testphase beschreibt die Preisseite nicht. Auch Dienstleister, die fertige Integrationen an eigene Kunden weiterverkaufen wollen, sind in den normalen Tarifen falsch: Das erlaubt Frends nur im ISV-Partner-Tarif.
Frends im Arbeitsalltag
Die zentrale Einheit ist der Prozess. So nennt Frends eine Integrationslösung, die in der Ansicht „Processes“ erscheint. Eine API ist dieselbe Art Lösung, nur über eine verwaltete API ausgelöst. Jeder Prozess darf höchstens 50 Tasks und 10 Auslöser enthalten. Gebaut wird in der Entwicklungsumgebung, getestet in einer zweiten, produktiv läuft der Prozess in einer dritten. Für eigene Pipelines legst du so viele Umgebungen an, wie du brauchst.
Jeden Lauf führt ein Agent aus. Die Preisseite beschreibt das typische Hybridbild: ein Agent im eigenen Rechenzentrum für sensible Daten, Cloud Agents für SaaS-Anbindungen. Ein On-Premises-Agent sitzt laut Sicherheitsbeschreibung hinter der Firewall und spricht über TLS 1.2 mit der zentralen Frends-Cloud. Jeder vollständige Lauf zählt als eine Ausführung. Das Rechenbeispiel des Anbieters: Ein Auftragsabgleich alle fünf Minuten ergibt 288 Ausführungen am Tag.
Das Monitoring hält die Daten jeder Ausführung höchstens 60 Tage vor, damit du Abläufe testen und Fehler suchen kannst. Pro Integration lässt sich auch eine Speicherdauer von null einstellen. Dann liegen die Daten nur während der Verarbeitung im Arbeitsspeicher. Einzelne Tasks kannst du maskieren, ihre Ein- und Ausgaben erscheinen dann nicht in der Oberfläche.
Als veröffentlichte Referenz nennt Frends Visma Solutions, eine Sparte der Visma-Gruppe mit Sitz in Lappeenranta. Dort sind laut Fallstudie 2024 insgesamt 40 Integrationen auf Frends entstanden, unter anderem für die Produkte Netvisor und Severa. Ein interner Proof of Concept dauerte laut Anbieter etwa 1,5 Stunden statt bis zu zwei Tagen. Die Zahlen stammen aus der Fallstudie von Frends und sind nicht unabhängig geprüft.
Preise und Pläne
Frends veröffentlicht vier Tarifstufen, aber für keine einen Preis. Jede Karte endet mit „Request custom quote“ oder „Talk to an expert“. Ein Rechner auf derselben Seite verspricht nach ein paar Fragen eine Preisspanne für deine Organisation. Stand: Oktober 2026.
Die Stufen unterscheiden sich nach Prozessen, Ausführungen, Agents und KI-Credits je Monat:
- Growth: bis zu 25 Prozesse, 0,5 Mio. Ausführungen, 100 KI-Credits. Enthalten sind Process Builder, KI-gestützte Workflows, API Management, Integrationsvorlagen, CI/CD-Pipelines, Visual Data Mapper, Long-Running Processes, Enterprise MCP und Frends MCP.
- Business: unbegrenzt viele Prozesse, 5 Agents (Cloud und Self-Service), 10 Mio. Ausführungen, 1.000 KI-Credits. Dazu Hybrid Deployment, Platform API, SSO mit Azure und Business Domain Workspaces.
- Enterprise: unbegrenzt viele Prozesse und Self-Service Agents, 50 Mio. Ausführungen, 1.000 KI-Credits. Dazu längere Datenaufbewahrung, eine frei wählbare Azure-Region und laut FAQ der HA Agent für Hochverfügbarkeit.
- Enterprise Infinity: unbegrenzt viele Agents und Ausführungen, KI-Credits nach Angebot. Dazu mehrere Frends-Mandanten, ein Betrieb ohne Netzverbindung (air-gapped) und das Frends Control Panel.
Abgerechnet wird nach Prozessen. Gezählt wird am letzten Tag jedes Monats, und zwar jeder Prozess, jede API und jede Pass-through-API, die außerhalb der Entwicklungs-Agentgruppe im Einsatz ist. Ein Prozess, der gleichzeitig in Entwicklung, Test und Produktion läuft, zählt einmal. Löschst du Prozesse, sinkt die Zahl wieder. Die Ausführungskontingente sind keine harten Grenzen: Frends blockiert Läufe darüber nicht, empfiehlt dann aber den Wechsel in die nächste Stufe. Die Stufe wechselst du monatlich nach oben oder unten, solange du keine Funktionen der höheren nutzt. In der Frends-Cloud schafft jeder Agent höchstens 250 einfache Ausführungen pro Sekunde.
Der einzige veröffentlichte Betrag betrifft die KI. Ein Frends-Credit kostet 0,01 €, berechnet wird nach Verbrauch in Schritten von 1.000 Credits, also 10 € je 1.000 Credits. Ein Credit entspricht laut Preisseite etwa 3.000 bis 6.000 KI-Tokens, je nach Modell. Die Beispiele des Anbieters: E-Mail-Kategorisierung rund 0,12 Credits, komplexe Dokumentenanalyse 2 bis 5 Credits. Wer täglich 1.000 Support-E-Mails so sortieren lässt, kommt laut Frends auf etwa 3.600 Credits im Monat. Monatliche Verbrauchsgrenzen lassen sich setzen, und statt der von Frends gehosteten Modelle kannst du eigene einbinden.
Jeden Tarif erweitern Add-ons, etwa API Portal, Business Automation Portal und 24/7-Support, ebenfalls ohne Betrag. KI-Funktionen und MCP stehen nur Kunden mit den General Terms ab Version 1.1 oder mit einem AI Amendment offen. Wer einen älteren Vertrag hat, muss sich laut Preisseite an seinen Ansprechpartner bei Frends wenden.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Vertragspartner ist die Frends Technology Oy in Finnland, die Tochtergesellschaften in Schweden, Deutschland und Polen sind als Unterauftragsverarbeiter mit Registernummer gelistet
- Offene Hosting-Wahl: Microsoft Azure in Irland und den Niederlanden, STACKIT in Deutschland und Österreich, Cleura in Schweden und Deutschland. Für STACKIT und Cleura nennt Frends ausdrücklich keine Übermittlung außerhalb der EU/des EWR.
- Frends AI läuft standardmäßig in der Azure-Region Sweden Central, auf Wunsch des Kunden auch in UAE North. Für personenbezogene Daten nutzt Frends laut Unterauftragsliste keine „Global“-Bereitstellung von Microsoft, bei der Anfragen in jeder Region verarbeitet werden können.
- Vier Betriebsarten: Frends-Cloud, hybrid, vollständig On-Premises und in Enterprise Infinity air-gapped
- Faire Zählweise: Ein Prozess zählt über alle Umgebungen einmal, Kontingente blockieren nicht, Tarifwechsel monatlich
- Monitoring mit wählbarer Speicherdauer bis null und Maskierung sensibler Tasks
- Jährlicher Penetrationstest durch Nixu, ISO 27001 laut Anbieter
Schwächen:
- Kein Tarif mit Preis. Die Preisseite wirbt mit „Transparent pricing“ und „No hidden costs“, nennt aber nur den Preis der KI-Credits.
- Wichtige Funktionen hängen an der Stufe: Hybrid Deployment und SSO mit Azure erst ab Business, frei wählbare Azure-Region und HA Agent erst ab Enterprise. Die Sicherheitsbeschreibung empfiehlt SSO trotzdem allen Kunden.
- Growth endet bei 25 Prozessen und 0,5 Mio. Ausführungen im Monat
- KI-Funktionen und MCP setzen neue Vertragsbedingungen voraus
- Kein Weiterverkauf von Integrationen außerhalb des ISV-Partner-Tarifs
Mehrere Aussagen auf frends.com passen nicht zueinander. Die Startseite nennt Frends „CLOUD Act-free“, die iPaaS-Seite „Not subject to US data laws“. Die eigene Liste der Unterauftragsverarbeiter schreibt dagegen, dass Schlüssel und Zertifikate im Azure Key Vault liegen müssen und Microsoft deshalb etwa über den US CLOUD Act Zugriff erhalten könnte. Ein Fachartikel von Frends sagt, Frends fasse das KI-Modell nie an, weil Kunden ihre eigenen Modelle mitbringen. Die Preisseite rechnet dagegen Credits für von Frends gehostete Modelle ab. Die iPaaS-Seite verspricht KI ohne „costly add-on“ und ohne eigene Lizenz, die Preisseite führt KI-Features unter den Add-ons. Bei der Azure-Region wirbt die Preisseite mit frei wählbaren Regionen, in der Tarifübersicht steht die freie Wahl erst bei Enterprise. Die Kundenzahl lautet je nach Seite mehr als 6.000 oder mehr als 4.000. Und bei Gartner Peer Insights nennt die Unternehmensseite 4,4 von 5, die Kontaktseite 4,5.
Alternativen zu Frends
In derselben Kategorie führen wir weitere Integrationsplattformen, darunter Boomi, MuleSoft Anypoint Platform, Workato, Lobster und SEEBURGER. Frends selbst stellt sich auf eigenen Vergleichsseiten gegen MuleSoft, Boomi, Workato und TEIS. Vergleiche vor allem, wo die Plattform gehostet wird, wer Vertragspartner ist und wonach abgerechnet wird.
Frends im Vergleich
Frends nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 142 von 352 Werkzeugen (40 Prozent).
Anbieter aus der EU: 169 von 352 in dieser Kategorie.
Einen dauerhaft kostenlosen Plan bietet Frends nicht. In der Kategorie haben 87 von 352 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
Wir halten Frends für einen ernsthaften Kandidaten, wenn du eine gewachsene Integrationslandschaft mit Microsoft-Schwerpunkt ablösen musst, etwa BizTalk, und dabei einen europäischen Vertragspartner willst. Die Abrechnung nach Prozessen ist gut planbar, und dass ein Prozess über alle Umgebungen nur einmal zählt, halten wir für fair. Für einzelne Workflows zwischen ein paar Cloud-Apps ist die Plattform aus unserer Sicht zu groß, und ohne veröffentlichte Preise fehlt dir jede Ausgangsbasis für einen schnellen Vergleich.
Lies die Datenschutzaussagen genau. „CLOUD Act-free“ lässt sich aus unserer Sicht höchstens für die Varianten STACKIT, Cleura und On-Premises vertreten, und auch dort nur, solange du die von Frends gehostete KI nicht nutzt. Die läuft laut Unterauftragsliste bei Microsoft in Schweden. Wer die Standardvariante auf Azure nimmt, bekommt nach Frends’ eigener Unterauftragsliste ein Restrisiko über Microsoft. Frag deshalb vor Vertragsschluss ausdrücklich nach dem Hosting-Anbieter und lass ihn im Vertrag festhalten. Prüfe auch, ab welcher Stufe du Hybrid Deployment, SSO und die freie Azure-Region bekommst. In Growth fehlen alle drei.
Rechne beim Angebot die Prozesszahl der nächsten zwei Jahre durch, nicht nur die von heute. Growth endet bei 25 Prozessen, und eine gewachsene Landschaft überschreitet das schnell. Bei der Planung von Integrationsprojekten und der Auswahl der passenden Plattform unterstützen wir dich mit unserer Automation & Prozessoptimierung und laufend mit Beratung & Betreuung.
Überblick
- ✓ Process Builder mit BPMN-Canvas: Integrationen, Workflows und KI-Schritte entstehen im selben Low-Code-Editor
- ✓ Über 300 Konnektoren, dazu Integrationsvorlagen und Visual Data Mapper
- ✓ API Management: APIs erstellen, bereitstellen und überwachen; Pass-through-APIs leiten an Drittsysteme weiter
- ✓ Long-Running Processes, die Workflows über Stunden, Tage oder Wochen pausieren und fortsetzen
- ✓ Frends Agents als Laufzeit: Cloud Agents von Frends, Self-Service Agents in eigener Infrastruktur, HA Agent ab Enterprise
- ✓ Enterprise MCP macht Bestandssysteme für KI-Agenten aufrufbar, Frends MCP verbindet eine Frends-Umgebung mit Claude, ChatGPT oder anderen KI-Clients
- ✓ Hosting auf Microsoft Azure oder alternativ bei STACKIT oder Cleura, dazu vollständig On-Premises und selbst gehostet
- ✓ Getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Produktion mit CI/CD-Pipelines
- ✓ Monitoring jeder Ausführung bis höchstens 60 Tage, je Integration auch ohne Speicherung, dazu Maskierung einzelner Tasks
- ✓ KI-Credits für von Frends gehostete Modelle oder eigene Modelle, lokal etwa über Ollama
Vorteile
- + Vertragspartner ist die finnische Frends Technology Oy, Hauptsitz laut Fußzeile in Espoo
- + Öffentliche Liste der Unterauftragsverarbeiter mit Rechtsträger, Region und Transfermechanismus; neben Azure (Irland, Niederlande) stehen STACKIT (Deutschland, Österreich) und Cleura (Schweden, Deutschland) als Hosting zur Wahl
- + Betrieb in der Frends-Cloud, hybrid mit eigenen Agents oder vollständig On-Premises, in Enterprise Infinity auch air-gapped
- + Ein Prozess zählt einmal, auch wenn er in Entwicklung, Test und Produktion läuft; Tarifwechsel monatlich nach oben und unten möglich
- + Ausführungskontingente sind keine harten Grenzen: Frends blockiert Läufe über dem Limit nicht
- + KI-Verbrauch je Ausführung sichtbar, monatliche Verbrauchsgrenzen einstellbar
- + Jährlicher Penetrationstest durch Nixu, ISO 27001 laut Anbieter
Nachteile
- - Kein Tarif mit Preis: Alle vier Stufen führen auf ein Angebotsformular, obwohl die Preisseite mit „Transparent pricing“ wirbt
- - Die Startseite nennt Frends „CLOUD Act-free“, die eigene Liste der Unterauftragsverarbeiter räumt für Schlüssel im Azure Key Vault ein Zugriffsrisiko über den US CLOUD Act ein
- - Hybrid Deployment und SSO mit Azure erst ab Business, frei wählbare Azure-Region und HA Agent erst ab Enterprise
- - Growth ist auf 25 Prozesse und 0,5 Mio. Ausführungen im Monat begrenzt
- - KI-Funktionen und MCP nur mit General Terms ab v1.1 oder einem AI Amendment, ältere Verträge brauchen eine eigene Absprache
- - Weiterverkauf eigener Integrationen an Kunden nur im ISV-Partner-Tarif
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