ActiveCampaign
ActiveCampaign verbindet Marketing-Automation, E-Mail, WhatsApp, SMS und ein CRM unter einer KI-Ebene namens Active Intelligence. Der Anbieter nennt über 180.000 Kunden und mehr als 1.000 Integrationen. Der Einstieg liegt laut Anbieter bei 15 $ im Monat.
Übersicht zu ActiveCampaign: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 08.09.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist ActiveCampaign?
ActiveCampaign ist eine Plattform für Marketing- und Vertriebsautomation mit eingebautem CRM. Der Anbieter nennt über 180.000 Kunden und beschreibt das eingebaute CRM als auf kleine und mittlere Unternehmen zugeschnitten. Gegründet wurde das Unternehmen 2003 von Jason VandeBoom, gestartet als Software für den eigenen Server. Diesen Weg gibt es nicht mehr: Laut FAQ bietet ActiveCampaign keine selbst installierbare Lösung mehr an und arbeitet ausschließlich als Cloud-Plattform.
Der aktuelle Schwerpunkt heißt Active Intelligence. Der Anbieter bezeichnet das als KI-Ebene über allen Teilen der Plattform, die Ziele in Kampagnen und Daten in Entscheidungen übersetzt. Dazu gehören ein Kampagnen-Builder aus einfachen Prompts, ein Brand Kit für Farben, Schriften und Logos, KI-vorgeschlagene Segmente, Bildgenerierung und eine Vorhersage der besten Sendezeit. Ungewöhnlich für diese Produktklasse: Über das Model Context Protocol lässt sich ActiveCampaign aus Claude und ChatGPT heraus bedienen.
Kanalseitig deckt die Plattform E-Mail, WhatsApp und SMS ab, dazu Landing Pages, Formulare, Site-Messages und Anzeigen bei Google, Facebook und LinkedIn. Das CRM ist im Grundumfang enthalten, die eigentliche Vertriebsarbeit mit Pipelines, Deal-Datensätzen und Lead-Scoring steckt allerdings in kostenpflichtigen Add-ons.
Für wen eignet sich ActiveCampaign?
Die Plattform zielt auf Teams, die E-Mail-Marketing und Vertrieb nicht trennen wollen. Der Anbieter nennt als Branchen SaaS und Technologie, E-Commerce und Handel, Franchise- und Filialbetriebe, Gesundheitswesen, Bildung und Onlinekurse, Reise und Gastgewerbe sowie Creator. Für den Handel sind Shopify, Square und WooCommerce als Standardanbindungen vorgesehen, BigCommerce, Magento und Shopify Plus laufen als Premium-Anbindungen erst ab höheren Stufen.
Auch ohne Entwickler kommt man voran. Laut Anbieter braucht es weder Entwickler noch Designer, die Bibliothek an fertigen Automations umfasst Hunderte Vorlagen, und die Oberfläche gibt es mit vollem Sprachsupport unter anderem auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Niederländisch.
Weniger passend wird es an zwei Stellen. Wer im eigenen Rechenzentrum bleiben muss, ist raus, denn die installierbare Variante wurde eingestellt. Und wer eine feste Kalkulation braucht, bevor er in ein Verkaufsgespräch geht, findet auf der Preisseite nur eine Anfrage statt einer Zahl. Für Einzelkämpfer ist zudem der Starter-Plan eng geschnitten: ein Nutzer, 5 Aktionen je Automation und begrenzte Segmentierung.
ActiveCampaign im Arbeitsalltag
Der Anbieter beschreibt den Einstieg als feste Reihenfolge. Du legst das Konto an, aktivierst das Site-Tracking, erstellst die erste Liste, importierst deine Kontakte, segmentierst sie und baust danach die erste Automation. Zum Schluss richtest du die Vertriebs-Pipeline ein, denn ActiveCampaign ist laut Anbieter auch CRM und Vertriebsautomation.
Im laufenden Betrieb trennt die Plattform drei Versandarten: Automations für Abfolgen von Ereignissen, Kampagnen als einmalige Aussendungen an eine Liste mit Einwilligung und 1:1-E-Mails an einen einzelnen Kontakt, versendbar aus einem Deal, der Kontaktübersicht oder dem Kontaktprofil. Öffnungen misst der Anbieter über ein unsichtbares Ein-Pixel-Bild; bei reinen Textmails ist eine Öffnungsmessung nicht möglich, und wer Bilder blockiert, wird nur über Klicks erfasst.
Die KI-Funktionen sind je nach Stufe unterschiedlich weit freigeschaltet. Enterprise und Pro nennen unbegrenzten Zugriff auf Arbeitsbereich und Seitenleiste von Active Intelligence, Plus und Starter nur begrenzten. Beim Brand Kit sind es 5 Kits in den oberen drei Stufen und 1 im Starter-Plan, bei der Posteingangs-Vorschau unbegrenzte Prüfungen im Enterprise-Plan gegen 5 im Monat darunter. Was der Anbieter sich davon verspricht, sagt er selbst deutlich: 13 eingesparte Stunden Routinearbeit pro Woche und ein achtmal schnelleres Erstellen der ersten Kampagne, beides Eigenangaben ohne unabhängige Prüfung.
Für Umzüge von einem anderen Anbieter gibt es einen dokumentierten Migrationsdienst. Je nach gewähltem Plan übernimmt ActiveCampaign Listen, Kontakte, eigene Felder und Tags, baut Anmeldeformulare, Automations-Workflows und E-Mail-Vorlagen nach.
Preise und Pläne
Die Preisseite führt vier Stufen für E-Mail: Starter, Plus, Pro und Enterprise. Dazu kommt eine eigene Staffel für WhatsApp mit Core, Advanced und Premium und die Möglichkeit, beides zu kombinieren. Wählbar sind die Währungen USD, BRL, CAD, AUD, EUR und GBP.
Nur: Beträge stehen dort nicht. Jede Stufe zeigt „Starts at” ohne Zahl und einen Knopf zum Anpassen des Plans, gerechnet wird bei jährlicher Zahlung. Den Startpreis nennt der Anbieter an anderer Stelle. In seiner FAQ steht, dass die Preise bei 15 $ für Konten mit weniger als 1.000 Kontakten beginnen, auf den Produktseiten schreibt er von Paketen ab 15 $ im Monat, deren Preis mit Kontaktzahl und Funktionsumfang steigt. Jahrespläne werden als eine Zahlung zu einem vergünstigten Satz abgerechnet, Monatspläne am Tag der Anmeldung.
Diese Grenzen unterscheiden die Stufen:
- Starter: 1 Nutzer, begrenzte Segmentierung, 5 Aktionen je Automation, 15 aktive Business Goals, 1 Brand Kit, Versandvolumen bis zum Zehnfachen des Kontaktlimits
- Plus: 1 Nutzer, Standard-Segmentierung, unbegrenzte Automation-Aktionen, 25 aktive Ziele, Landing Pages, Versandvolumen bis zum Zehnfachen des Kontaktlimits
- Pro: 3 Nutzer, erweiterte Segmentierung, 200 aktive Ziele, vorausschauendes Senden, bedingte Inhalte, Versandvolumen bis zum Zwölffachen des Kontaktlimits
- Enterprise: 5 Nutzer, Premium-Segmentierung, eigene Objekte, Single Sign-on, fester Ansprechpartner, Uptime-SLA, Versandvolumen bis zum Fünfzehnfachen des Kontaktlimits
Rechne die Add-ons mit ein, das ist der Punkt, an dem die Kalkulation kippt. Kostenpflichtig hinzu kommen Pipelines und Sales Engagement für das erweiterte CRM, SMS, WhatsApp, Transaktionsmails, eigene Auswertungen sowie KI-Übersetzungen und KI-Aktionen. Lead-Scoring steckt im Pipelines-Add-on, die Gewinnwahrscheinlichkeit im Sales-Engagement-Add-on.
Zum Ausprobieren gibt es 14 Tage Test mit bis zu 100 Kontakten und 100 gesendeten E-Mails, funktional auf dem Niveau der Professional-Stufe und laut Anbieter ohne Kreditkarte. Wer nicht aktiv aufrüstet, wird nicht belastet, der Test läuft einfach aus. Eine einmalige Verlängerung ist auf Anfrage möglich, laut Anbieter aber nicht garantiert. Dazu kommt eine 30-Tage-Zusage: Wer nach 30 Tagen keine Ergebnisse sieht, bekommt sein Geld zurück. Einrichtungsgebühren fallen laut Anbieter nicht an, Non-Profits bekommen gegen Nachweis 20 Prozent Rabatt. Stand: August 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- 14 Tage Test mit 100 Kontakten und 100 E-Mails, laut Anbieter ohne Kreditkarte
- 30-Tage-Zusage auf Rückerstattung
- Keine Einrichtungsgebühr, Online-Training und Support in allen Plänen
- Unbegrenzte Automation-Aktionen ab dem Plus-Plan
- Über 1.000 Integrationen, dazu Claude und ChatGPT über MCP
- Volle Sprachunterstützung für 14 Sprachen einschließlich Deutsch
- Sechs wählbare Abrechnungswährungen, Euro eingeschlossen
- 20 Prozent Nachlass für Non-Profits
Schwächen:
- Keine Beträge auf der Preisseite, der Preis kommt über eine Anfrage
- Starter mit 1 Nutzer und 5 Aktionen je Automation
- Single Sign-on, eigene Objekte und fester Ansprechpartner nur im Enterprise-Plan
- Pipelines, SMS, WhatsApp, Transaktionsmails und KI-Aktionen als kostenpflichtige Add-ons
- Kontaktlimit wird nicht automatisch erhöht
- Kein Betrieb im eigenen Haus möglich
- Widersprüchliche Angaben zur Zahl der Integrationen, 950 auf der einen und über 1.000 auf der anderen Seite
- Die FAQ verweist beim Shopify-Anschluss auf einen Professional-Plan, den die aktuelle Preistabelle nicht kennt
Alternativen zu ActiveCampaign
Aus derselben Kategorie kommen Brevo, Klaviyo, CleverReach und GetResponse infrage. Der entscheidende Unterschied liegt selten in der Funktionsliste, sondern in zwei Fragen: Wie viel des CRM steckt im Grundpreis, und wo liegen die Daten. Bei ActiveCampaign ist das CRM zwar dabei, die Vertriebsarbeit aber im Add-on. Wenn wir eine Automationsstrecke in einem Projekt zur Automation & Prozessoptimierung aufsetzen, rechnen wir deshalb zuerst durch, welche Add-ons wirklich gebraucht werden. Kommt ein Shop dazu, klären wir im E-Commerce-Teil, ob die Standardanbindung reicht oder eine Premium-Integration nötig wird, und die KI-Funktionen ordnen wir im Rahmen der KI-Agentur ein.
ActiveCampaign im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: ActiveCampaign steht in der Kategorie mit 91 weiteren Werkzeugen.
Der Anbieter sitzt außerhalb der EU. In dieser Kategorie führt das Verzeichnis 52 Alternativen mit EU-Sitz, davon 29 aus Deutschland.
ActiveCampaign nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 53 von 91 Werkzeugen (58 Prozent).
Einen kostenlosen Einstieg bietet ActiveCampaign nicht. In der Kategorie haben 29 von 91 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
ActiveCampaign lohnt sich aus unserer Sicht dann, wenn du wirklich mehrere Kanäle bespielst und die Automation über E-Mail hinausgeht. Für reinen Newsletter-Versand ist die Plattform überdimensioniert, dafür gibt es günstigere Werkzeuge. Zwei Dinge solltest du vor der Entscheidung klären. Erstens die Add-ons: Wer Pipelines, SMS und WhatsApp dazunimmt, landet schnell weit über dem beworbenen Einstieg, und die Preisseite hilft dabei nicht weiter, weil sie keine Zahl zeigt. Zweitens der Datenschutz. Der Anbieter arbeitet ausschließlich als Cloud-Plattform, ein Betrieb im eigenen Haus ist ausgeschlossen, und wenn dein Datenschutzkonzept einen Verarbeiter in der EU verlangt, prüfe das vor dem Kauf und nicht danach. Unser praktischer Rat: Zähl deine Kontakte, zähl die Kanäle, und lass dir das Angebot mit allen benötigten Add-ons in einer Summe geben. Alles andere vergleicht sich nicht.
Bewertungen im Überblick
Überblick
- ✓ Mehrstufige Marketing-Automation mit über 950 fertigen Automation-Rezepten
- ✓ E-Mail-Marketing mit Drag-and-drop-Designer und über 250 vorgefertigten Vorlagen
- ✓ CRM für kleine und mittlere Unternehmen, erweiterbar über die Add-ons Pipelines und Sales Engagement
- ✓ Active Intelligence als KI-Ebene mit Kampagnen-Builder, Brand Kit, Bildgenerierung und Sendezeitvorhersage
- ✓ WhatsApp-Automation mit geteiltem Team-Postfach, Broadcasts und Flows
- ✓ SMS-Marketing mit Opt-in-Verwaltung, Zwei-Wege-Postfach und Antwort-Triggern
- ✓ Landing Pages, Formulare, Site-Messages und Anzeigen für Google, Facebook und LinkedIn
- ✓ Segmentierung in vier Stufen von Limited bis Premium, dazu KI-vorgeschlagene Segmente
- ✓ Über 1.000 Integrationen, darunter Shopify, WooCommerce, Square, BigCommerce, Stripe und Salesforce
- ✓ Anbindung von Claude und ChatGPT über das Model Context Protocol
- ✓ Business Goals mit automatischer Fortschrittsverfolgung, je nach Stufe 15 bis 200 aktive Ziele
- ✓ Oberfläche mit vollem Sprachsupport für 14 Sprachen, Deutsch eingeschlossen
Vorteile
- + 14 Tage Test mit bis zu 100 Kontakten und 100 gesendeten E-Mails, laut Anbieter ohne Kreditkarte
- + 30-Tage-Zusage: Wer nach 30 Tagen keine Ergebnisse sieht, bekommt laut Anbieter sein Geld zurück
- + Keine Einrichtungsgebühr, alle Pläne enthalten laut Anbieter Online-Training und Support
- + Unbegrenzte Automation-Aktionen ab dem Plus-Plan
- + Volle Sprachunterstützung für 14 Sprachen einschließlich Deutsch
- + 20 Prozent Rabatt für Non-Profits gegen Nachweis
- + Abrechnung wahlweise in USD, BRL, CAD, AUD, EUR oder GBP
Nachteile
- - Die Preistabelle nennt keine Beträge, der Preis kommt erst über eine Anfrage
- - Starter erlaubt nur 5 Aktionen je Automation und einen Nutzer
- - Single Sign-on, eigene Objekte und ein fester Ansprechpartner gehören zum Enterprise-Plan
- - CRM-Pipelines, SMS, WhatsApp, Transaktionsmails und KI-Aktionen sind kostenpflichtige Add-ons
- - Das Kontaktlimit wird nicht automatisch erhöht, du musst es selbst anheben
- - Kein Betrieb im eigenen Haus, die installierbare Variante wurde eingestellt
- - Die FAQ nennt für die Shopify-Anbindung einen Professional-Plan, den die Preistabelle nicht führt
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