Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
Bestandssynchronisation ist der automatische Abgleich von Lagerbeständen zwischen verschiedenen Systemen: Onlineshop, ERP, Marktplätze wie Amazon oder eBay, Warenwirtschaft. Wenn jemand im Shop kauft, reduziert sich der Bestand im ERP. Wenn Ware ins Lager kommt, steigt der Bestand im Shop.
Das klingt selbstverständlich. Es ist es nicht.
Was ohne Synchronisation passiert
Ohne automatische Bestandssynchronisation passiert folgendes: Du verkaufst auf Amazon und in deinem eigenen Shop. Beide zeigen 5 Einheiten auf Lager. Drei Kunden bestellen gleichzeitig, zwei auf Amazon, einer im Shop. Plötzlich hast du sechs Bestellungen für fünf Produkte.
Einer der Kunden bekommt eine Stornierung. Er ist unzufrieden, hinterlässt möglicherweise eine schlechte Bewertung, und du verlierst das Ranking auf Amazon für dieses Produkt. Das ist kein Edge Case, das ist die alltägliche Realität von Händlern ohne Synchronisation.
In Shops mit saisonalen Spitzen kann es innerhalb von Minuten zu massiven Überverkäufen kommen, wenn die Synchronisation nicht läuft oder zu langsam ist.
Wie gute Bestandssynchronisation aussieht
Echtzeit oder nahezu Echtzeit. Ein Update alle 15 Minuten ist bei hohem Verkaufsvolumen oft zu langsam. Bei niedrigerem Volumen kann es ausreichen.
Bidirektional. Nicht nur Shop zu ERP, sondern auch ERP zu Shop und zu allen Marktplätzen.
Mit Puffer-Logik. Bei Amazon macht es Sinn, nicht den exakten Bestand zu melden, sondern einen Puffer von zwei bis drei Einheiten. Das schützt vor gleichzeitigen Bestellungen im Intervall zwischen zwei Synchronisationen.
Bei unseren ERP-Projekten ist Bestandssynchronisation immer ein Kernthema. Falsche oder fehlende Synchronisation ist einer der häufigsten operativen Fehler im E-Commerce, und einer der behebbarsten.