Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Mehrere Kanäle ohne zentrale Bestandsführung enden zuverlässig in Überverkäufen. Die Anbindung ans ERP ist deshalb keine Komfortfunktion, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt mehrgleisig zu verkaufen.
Zwei Wege
Nativer Konnektor. Viele ERP-Systeme bringen Anbindungen für die großen Marktplätze mit. Vorteil: eine Lösung, ein Ansprechpartner, meist die günstigste Variante. Grenze: Was der Konnektor nicht kann, kannst du nicht.
Middleware. Spezialisierte Dienste zwischen ERP und Marktplätzen, etwa für Produktdatenaufbereitung und Kanalregeln. Vorteil: mehr Kontrolle über Titel, Attribute und Preisregeln je Kanal. Nachteil: ein weiteres System mit eigenen Kosten.
Was pro Kanal anfällt
Produktdaten in Kanalform. Jeder Marktplatz verlangt eigene Kategorien, Pflichtattribute und Titelkonventionen. Ein Artikelstamm, der für den eigenen Shop reicht, reicht für Amazon selten.
Bestandsregeln. Selten verkaufst du überall den vollen Bestand. Üblich ist eine Reservierung pro Kanal oder ein Puffer, damit der letzte Artikel nicht doppelt verkauft wird.
Preisregeln. Marktplätze kosten Provision, meist zwischen 8 und 15 Prozent je nach Kategorie. Wer dort denselben Preis wie im eigenen Shop nimmt, verkauft die Marge mit.
Bestell- und Statusrückmeldung. Versandbestätigung und Sendungsnummer müssen fristgerecht zurückgemeldet werden, sonst leidet die Verkäuferbewertung.
Was in der Praxis klemmt
Am häufigsten die Artikelzuordnung. Wenn ein Artikel auf dem Marktplatz eine andere Nummer hat als im ERP, braucht es eine gepflegte Zuordnungstabelle. Ohne sie kommen Bestellungen an, die niemand zuordnen kann.
Zweitens die Rückläufe: Retouren und Stornos über Marktplätze folgen eigenen Regeln und müssen im ERP abgebildet sein, sonst stimmen Bestand und Buchhaltung nicht.
Die technische Umsetzung machen wir mit dir zusammen: ERP und Warenwirtschaft. Zur Preisstrategie zwischen Marktplatz und eigenem Shop siehe Amazon und eigener Shop gleichzeitig.