SeoTools for Excel
Excel-Add-in für Windows von der schwedischen Bosma Interactive AB. Über 100 Tabellenfunktionen für On-Page-Prüfungen und Scraping, ein Spider und Connectoren zu Diensten wie Google Analytics, Search Console, Majestic und Ahrefs. Pro-Lizenz 129 EUR je Rechner und Jahr.
Übersicht zu SeoTools for Excel: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 29.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist SeoTools for Excel?
SeoTools for Excel ist ein Add-in, das Microsoft Excel um Funktionen für Online-Marketing erweitert. Statt Daten aus einem SEO-Werkzeug zu exportieren, holst du sie per Formel in die Zelle. Die Funktion HtmlH1 etwa bekommt eine URL und liefert den Text der ersten H1-Überschrift dieser Seite. Laut Startseite kommen über 100 solcher Hilfsfunktionen mit, für On-Page-Prüfungen, Backlink-Checks, Domain-Abfragen und Textverarbeitung. Die Kaufseite spricht zusätzlich von 150 Connectoren zu fremden Diensten, darunter Google Analytics, die Google Search Console, Majestic und Ahrefs.
Dazu kommt ein Spider, der eine Liste von URLs oder eine ganze Website ab der Start-URL abarbeitet. Fehlt dir eine Anbindung, baust du einen eigenen Connector in einem XML-Format. Die mitgelieferten Connectoren liegen als Open Source auf GitHub und taugen als Vorlage.
Hinter dem Add-in steht die Bosma Interactive AB mit Sitz in Saltsjö-Boo in Schweden, USt-ID SE-5567-926687-01. Entwickelt hat es laut Fußzeile Niels Bosma. Die Nutzungsbedingungen unterstellen den Vertrag schwedischem Recht.
Für wen eignet sich SeoTools for Excel?
Gedacht ist das Add-in für Leute, die SEO- und Marketingdaten ohnehin in Excel auswerten: SEO-Teams in Unternehmen, Agenturen und Beratungen. Auf der Startseite schreibt etwa Richard Baxter von Builtvisible, das Werkzeug gehöre dort zum Beratungs-Werkzeugkasten. Wer Berichte aus mehreren Quellen zusammenbaut, etwa Search Console, Google Analytics und einem Backlink-Dienst, bekommt alles in eine Arbeitsmappe.
Weniger passend ist SeoTools for Excel in diesen Fällen:
- Du arbeitest auf dem Mac oder unter Linux. Laut Anbieter läuft das Add-in dort nicht, ebenso wenig in Google Docs oder OpenOffice.
- Du willst ohne eigene Konten bei Datendiensten auskommen. Für Connectoren wie AccuAPI, ScrapingBee oder Whois XML API brauchst du ein Konto beim jeweiligen Dienst.
- Dein Team arbeitet an wechselnden Rechnern. Die Lizenz gilt je Rechner, umziehen lässt sie sich bis zu zehnmal.
SeoTools for Excel im Arbeitsalltag
Den Ablauf beschreibt der Anbieter in seiner Dokumentation so:
- Du lädst den Installer für Windows herunter und installierst das Add-in in Excel.
- In den Zellen nutzt du die Funktionen wie normale Excel-Formeln. HtmlH1 liefert die erste H1 einer Seite, daneben stehen Funktionen wie HttpStatus, RedirectCount oder Whois. HtmlH1 speichert sein Ergebnis laut Doku zwischen, das Caching hat ein eigenes Kapitel in der Dokumentation.
- Connectoren installierst du über den Connectors Manager im Menüband. Den API-Schlüssel des Drittdienstes trägst du im Einstellungsmenü des Connectors ein. Bei Google-Diensten meldest du dich per OAuth2 an, seit Version 9.3 nur noch einmal.
- Für größere Mengen übergibst du dem Spider eine URL-Liste oder eine Start-URL.
- Seit Version 10.0 gibt es das Menü Recalculate. Damit steuerst du, wann Connector-Formeln neu rechnen, wenn das lange dauert oder Credits kostet.
Ein Beispiel aus dem Blog des Anbieters zeigt, wie weit der Einsatz über SEO hinausgeht: Zwei Firmen wollen wissen, wie viele Kunden sie gemeinsam haben, ohne ihre Listen herauszugeben. Beide wandeln die E-Mail-Adressen mit der Funktion MdFive in Hashwerte um, löschen die Klartextspalte und tauschen nur die Hashes aus. Für wiederkehrende SEO-Berichte ist das Prinzip dasselbe: einmal Formeln bauen, danach nur neu rechnen lassen. Wenn solche Berichte ohne Excel-Handgriffe laufen sollen, ist das ein Fall für Automation & Prozessoptimierung.
Preise und Pläne
Die Kaufseite nennt einen Preis: 129 EUR je Rechner und Jahr für die Pro-Lizenz. Die Lizenz gilt zwölf Monate und ist kein Abo, ob du verlängerst, entscheidest du im Jahr darauf selbst. Neue Versionen kannst du innerhalb des Lizenzjahres nutzen. Eine Testphase über 14 Tage gibt es.
Wer mehrere Lizenzen kauft, zahlt weniger: 20 % Rabatt bei zwei, 25 % bei fünf und 30 % bei zehn Lizenzen. Die vollständige Staffel zeigt die Kaufseite nur als Grafik. Ob die 129 EUR Umsatzsteuer enthalten, sagt sie nicht. Alle drei Kaufknöpfe führen zu einem Checkout auf secure.avangate.com, also zu einem externen Zahlungsdienst. Eine Lizenz lässt sich bis zu zehnmal auf einem Rechner abmelden und auf einem anderen aktivieren, entweder im Pro-Menü des Add-ins oder im Kundenportal.
Zum Gratisumfang gibt es nur Indizien. Im Markup jeder Seite steht das Angebot als „Freemium“, und die Datenschutzerklärung unterscheidet bei der Nutzungsstatistik, ob eine Lizenz im Test, gekauft, abgelaufen oder gar nicht vorhanden ist. Welche Funktionen ohne Pro-Lizenz laufen, beschreibt die Kaufseite nicht.
Kosten können zusätzlich bei den Drittdiensten entstehen. Laut den Connector-Seiten von SeoTools gibt es bei AccuAPI nach der Registrierung 1.000 Credits gratis. ScrapingBee rechnet je Abruf in Credits ab, mit Premium-Proxy 25 Credits mit JavaScript und 10 ohne. Bei Whois XML API brauchst du nach 500 Abfragen ein bezahltes Konto, sonst wird gedrosselt. Was Ahrefs, Majestic oder Semrush für ihren API-Zugang verlangen, steht bei den jeweiligen Anbietern. Stand: Oktober 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Kein Abo, die Lizenz läuft nach zwölf Monaten aus, ohne sich zu verlängern
- Umzug einer Lizenz auf einen anderen Rechner bis zu zehnmal
- Anbieter mit Sitz in Schweden, Vertrag nach schwedischem Recht
- Die Nutzungsstatistik des Add-ins geht laut Datenschutzerklärung an PostHog-Server in der EU. URLs, Zellinhalte, Dateinamen und Funktionsargumente werden nie gesendet
- Abschalten lässt sich die Statistik mit SendUsageStatistics=“false” in der SeoTools.config.xml, ohne Excel neu zu starten
- Mitgelieferte Connectoren als Open Source auf GitHub
Schwächen:
- Nur Excel unter Windows
- Lizenz je Rechner statt je Person
- Für Connectoren wie AccuAPI, ScrapingBee oder Whois XML API ein eigenes Konto beim Drittdienst, teils mit Credits oder Bezahltarif
- Die Nutzungsstatistik ist laut Anbieter personenbezogen: Die Kennung leitet sich aus der Hardware ab und bleibt für den Rechner stabil, die IP-Adresse wird erfasst
- Ein Gratisumfang ist auf der Kaufseite nicht beschrieben
Ein paar Ungereimtheiten in den eigenen Texten des Anbieters solltest du kennen. Die Nutzungsbedingungen sagen „Our store is hosted on Shopify Inc.“, die Kaufknöpfe führen aber zu einem Checkout auf secure.avangate.com. Sie enthalten außerdem Abschnitte über Produktfarben am Bildschirm und verweisen auf eine Rückgabe-Richtlinie. Die Datenschutzerklärung verweist bei Fehlerberichten auf einen Abschnitt „described above“, den es darüber nicht gibt. Als Analysewerkzeug für die Website nennt sie beispielhaft PostHog, die Seiten laden aber Google Analytics 4. Auf der Doku-Seite zum ScrapingBee-Connector steht die Anweisung, „AWR“ zu installieren. AWR ist im Connector-Verzeichnis das Kürzel für Advanced Web Ranking. Und eines der drei Zitate auf der Startseite stammt von Dixon Jones von Majestic, dem einzigen Connector unter der Überschrift „Sponsored“.
Die jüngste Meldung im Blog auf der Startseite ist die Ankündigung von SeoTools 10.0 vom 29. Juni 2023, mit Google Analytics 4 und ChatGPT. Die Meldung davor stammt vom Juli 2021.
Alternativen zu SeoTools for Excel
Aus derselben Kategorie kommen Screaming Frog SEO Spider, Netpeak Checker und Search Analytics for Sheets infrage. Ob sie die Funktionen abdecken, die du in SeoTools nutzen willst, prüfst du am besten auf den Seiten der Hersteller. Wer die Rohdaten lieber direkt per API bezieht, findet bei uns auch DataForSEO, das SeoTools selbst als Connector anbietet.
SeoTools for Excel im Vergleich
SeoTools for Excel nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 85 von 133 Werkzeugen (64 Prozent).
Anbieter aus der EU: 59 von 133 in dieser Kategorie.
Überblick
Für SEO-Leute, die ihre Berichte ohnehin in Excel bauen, ist SeoTools for Excel aus unserer Sicht ein starkes Werkzeug. Die Stärke liegt in der Kombination: On-Page-Prüfung, Crawl und Daten aus Search Console oder Backlink-Diensten in derselben Arbeitsmappe, verknüpft mit normalen Excel-Formeln. 129 EUR im Jahr ohne Abofalle sind dafür moderat, solange du die API-Kosten der Drittdienste mitrechnest.
Vor dem Kauf würden wir drei Dinge klären. Erstens die Plattform: Wenn im Team Macs stehen oder Berichte in Google Sheets landen sollen, passt das Werkzeug nicht. Zweitens den Pflegestand. Die letzte Release-Meldung im Blog ist von 2023, prüfe in der Testphase, ob die Connectoren für deine Dienste mit deren aktuellen APIs laufen. Drittens den Datenschutz im eigenen Haus: Die Nutzungsstatistik ist personenbezogen, und wer sie nicht will, schaltet sie vor dem Rollout in der Konfiguration ab. Für wiederkehrende Berichte, die ohne Excel-Handgriffe auskommen sollen, ist ein automatisierter Datenfluss meist die robustere Lösung. Wie der aussehen kann, klären wir in der Beratung & Betreuung.
Überblick
- ✓ Über 100 Tabellenfunktionen, für On-Page-Prüfungen etwa HtmlTitle, HtmlMetaDescription, HtmlH1, HtmlCanonical und HttpStatus
- ✓ CheckBacklink prüft, ob gesetzte Backlinks noch vorhanden sind
- ✓ Spider crawlt eine URL-Liste oder eine Website ab ihrer Start-URL
- ✓ Connectoren zu SEO-Diensten wie Google Analytics, Search Console, Majestic, Ahrefs, Semrush, Sistrix, Xovi und DataForSEO
- ✓ Weitere Connectoren für KI-Dienste wie OpenAI und DeepL, für HubSpot und Pipedrive, Social Media und Google Sheets
- ✓ Eigene Connectoren für beliebige APIs über ein XML-Format, die mitgelieferten liegen als Open Source auf GitHub
- ✓ Funktionen mit XPath, CSS-Selektoren, regulären Ausdrücken und JSONPath auf beliebigen URLs
- ✓ Domain-Funktionen wie Whois, DomainAge und IsDomainRegistered
- ✓ Auto-Updater, der neue Versionen auch ohne Admin-Rechte einspielt
- ✓ Zwischenspeicher für Funktionsergebnisse und ein Menü Recalculate für teure Neuberechnungen von Connector-Formeln
Vorteile
- + Kein Abo: Die Lizenz gilt zwölf Monate, über die Verlängerung entscheidest du selbst
- + Eine Lizenz lässt sich bis zu zehnmal auf einen anderen Rechner umziehen
- + Anbieter in der EU: Bosma Interactive AB in Schweden, Vertrag nach schwedischem Recht
- + Die Nutzungsstatistik des Add-ins geht an PostHog-Server in der EU, ohne URLs und Zellinhalte, und lässt sich in der Konfiguration abschalten
- + Die mitgelieferten Connectoren sind Open Source und dienen als Vorlage für eigene Anbindungen
- + Mengenrabatt bis 30 % bei zehn Lizenzen
Nachteile
- - Läuft nur in Excel unter Windows, nicht auf Mac oder Linux, nicht in Google Docs oder OpenOffice
- - Lizenziert wird je Rechner, nicht je Person
- - Connectoren wie AccuAPI, ScrapingBee und Whois XML API brauchen ein eigenes Konto beim Drittdienst, teils mit Credits oder Bezahltarif
- - Die Nutzungsstatistik ist personenbezogen: Kennung aus der Hardware des Rechners, die IP-Adresse wird erfasst
- - Die Kaufseite nennt nur die Pro-Lizenz und beschreibt keinen Gratisumfang
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