Ratepay
Zahlungsinstitut aus Berlin für Rechnungskauf, SEPA-Lastschrift, Ratenkauf und Vorkasse im Onlinehandel, als White-Label im Design des Händlers. Ratepay kauft die Forderung an, steht unter BaFin-Aufsicht und ist seit 2021 eine Marke der Nexi Group. Händlerkonditionen gibt es nur im Gespräch.
Übersicht zu Ratepay: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 29.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist Ratepay?
Ratepay wickelt für Onlinehändler und Marktplätze Zahlarten ab, die im deutschsprachigen Handel zum Alltag gehören: Rechnungskauf, SEPA-Lastschrift und Ratenzahlung. Rechtsträger ist laut Impressum die Ratepay GmbH, Ritterstr. 12-14, 10969 Berlin, eingetragen beim Amtsgericht Charlottenburg unter HRB 124156B. Die Zahlungspartner-Seite wird deutlicher als das Impressum: Ratepay „ist ein eingetragenes Zahlungsinstitut nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG)”, steht unter ständiger Aufsicht der BaFin und ist von ihr zugelassen. Gegründet wurde die Firma 2009 in Berlin, nach eigener Angabe arbeiten dort rund 200 Menschen. Seit 2021 ist Ratepay eine eigenständige Marke innerhalb der Nexi Group.
Technisch ist das Geschäft Factoring. Die Datenschutzerklärung für Zahlungen nennt ausdrücklich die „Forderungsabtretung vom Onlinehändler an Ratepay (Factoring)”, und die Zahlungsbedingungen sagen, Ratepay werde mit der Wahl einer Ratepay-Zahlart „zum Forderungsinhaber der Forderung aus dem Kaufvertrag”. Läuft die Zahlart über einen Partner, tritt der Händler die Forderung zunächst an diesen ab, der sie an Ratepay weiterreicht. Zwischen Shopper und Ratepay kommt laut Zahlungsbedingungen kein Vertrag zustande, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes angegeben ist.
Der Unterschied zu Zahlarten mit eigener Marke ist der White-Label-Ansatz. Im Checkout steht kein Ratepay-Logo, Rechnungen und E-Mails tragen das Design des Händlers, und Streitfälle bearbeitet Ratepay laut Lösungsseite „in Ihrem Namen und Tonfall”. Gezahlt wird trotzdem an Ratepay, auf eine eigene Bankverbindung.
Die Website bewirbt drei Produkte: Rechnungskauf und Lastschrift, die Hosted Payment Page und Zahle in 3 Raten. Die Zahlungsbedingungen kennen vier Zahlarten, nämlich Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Kauf auf Raten und Vorkasse. Als Märkte nennt die Shopper-Seite Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Niederlande.
Für wen eignet sich Ratepay?
Gedacht ist Ratepay für Onlinehändler, die Rechnung, Lastschrift oder Raten anbieten wollen, ohne das Ausfallrisiko selbst zu tragen und ohne eine fremde Marke in den Checkout zu holen. Eigene Branchenseiten gibt es für Fashion, Home & Living, Consumer Electronics und Reisen, auf der Startseite kommt FMCG dazu. Als Referenzen zeigt die Startseite Zitate von Limango, Eurowings, Vitrasan, GBV Gartenhaus und Juwelo. Die Shopper-Seite nennt Zara, Eurowings und Flyeralarm als bekannte Partner.
Für Shops auf Shopware, Magento oder OXID führt die Entwicklerdokumentation eigene Shop-Plugins. Wer schon einen Zahlungsdienstleister nutzt, kommt oft über diesen an Ratepay: Die Doku nennt Adyen, Avarda, Computop und PAYONE als Partner, die Partnerseite zusätzlich PayPal und UniCredit. Laut Ratepay bietet PayPal „allen seinen Händlern den Ratepay Rechnungskauf an”, mit Fokus auf kleine und mittlere Händler. Auf dem Otto-Marktplatz und auf bestimmten europäischen eBay-Websites tauchen Ratepay-Zahlarten ebenfalls auf, dort über die Hanseatic Bank beziehungsweise eBay als Zahlungspartner.
Weniger eindeutig ist das Bild für den B2B-Handel. Die Datenschutzerklärung für Zahlungen verarbeitet bei B2B-Bestellungen Firmierung, Ansprechpartner und VAT-ID, es gibt also Geschäftskundenbestellungen. Die Landingpages „für B2B” tragen aber bis auf das Kontaktformular den Text der Standardseite, und in der Shopper-FAQ steht eine Firmenadresse anstelle der eingetragenen Anschrift als möglicher Ablehnungsgrund. Für reine B2B-Shops lohnt deshalb der Vergleich mit Billie oder Mondu. Und wer Konditionen vorab vergleichen will, bekommt sie nur im Gespräch.
Welche Zahlarten im eigenen Checkout wirklich Umsatz bringen, prüfen wir in E-Commerce-Projekten regelmäßig gegen die Bestelldaten.
Ratepay im Arbeitsalltag
Den Ablauf beschreiben die Zahlungsbedingungen, die Datenschutzerklärung für Zahlungen und die FAQ für Shopper. Daraus lässt sich ablesen, was beim Händler passiert.
- Bestellung. Der Shopper wählt im Checkout eine Ratepay-Zahlart und gibt Namen, Anschrift, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum und Telefonnummer an. Mit der Zustimmung zu den Zahlungsbedingungen erklärt er, „mindestens 18 Jahre und voll geschäftsfähig” zu sein. Die Daten übermittelt der Händler an Ratepay.
- Risikoprüfung. Ratepay ermittelt die Ausfallwahrscheinlichkeit per „mathematisch-statistischen Auswertung”. Einbezogen werden die aktuelle Bestellung, die Anschrift, technische Daten des Endgeräts, Auskünfte von Auskunfteien und Bestellungen „bei weiteren über Ratepay angebundenen Onlineshops oder Marktplätzen”. Soweit eingesetzt, prüft Ratepay die Telefonnummer auf Risikosignale wie VoIP oder temporär nutzbare Rufnummern. Für hochpreisige Einkäufe kommt eine OTP-Verifizierung dazu. Positive Bonitätsdaten fließen zwölf Monate in künftige Prüfungen ein, negative Daten von Auskunfteien „werden diese lediglich für 48h verwendet”.
- Entscheidung. Ratepay meldet dem Händler nur, ob das Ergebnis positiv oder negativ ausfällt, in bestimmten Fällen mit Grund. Auf die zugrunde liegenden Daten hat der Händler keinen Zugriff. Die Entscheidung trifft formal der Shop: „Auf Grundlage der Risikobewertung entscheidet der Onlinehändler automatisch, ob er Ihre Bestellanfrage annimmt oder ablehnt.” Eine automatisierte Entscheidung nach Art. 22 DSGVO sieht Ratepay darin nicht, weil der Shopper jederzeit eine andere Zahlungsart wählen könne.
- Geldwäscheprüfung. Als Zahlungsinstitut gleicht Ratepay die Angaben mit Sanktions- und PEP-Listen ab. Die Transaktionen sortiert ein KI-Werkzeug der Hawk AI GmbH aus München vor, danach prüfen Menschen nach dem Vier-Augen-Prinzip.
- Rechnung und Zahlung. Mit der Versandmeldung des Händlers startet der automatische Rechnungsversand, je nach Kooperation von Ratepay oder vom Shop. Bei der Lastschrift wird die Zahlung laut Zahlungsbedingungen innerhalb von 3 Tagen nach dem Kauf fällig. Behält der Shopper nur einen Teil der Ware, wählt er im Käuferportal „Für ausgewählte Waren bezahlen” und zahlt per QR-Code über die Banking-App. Eine Registrierung braucht das Portal nicht.
- Retoure. Ratepay erstattet den Kaufpreis nur auf Anweisung des Händlers, die Retourenmeldung läuft in der Regel vollautomatisiert über eine Schnittstelle. Wer Ware später als 180 Tage nach der Bestellung zurückschickt, bekommt das Geld unter Umständen direkt vom Händler.
- Mahnung und Inkasso. Bleibt die Zahlung aus, mahnt Ratepay und gibt die Forderung bei Bedarf an Inkassodienstleister. Daten über fällige, unbestrittene und nicht ausgeglichene Forderungen darf Ratepay an Wirtschaftsauskunfteien übermitteln.
Im Hintergrund arbeitet der Händler im Cockpit Orca. Dort sieht und ändert er die Bestellungen seiner Ratepay-Kunden, lädt Bestelldetails und Abrechnungen herunter und legt Unterkonten an, aber nur für einzelne Personen mit persönlicher E-Mail-Adresse. Weitere Schnittstellen sind laut Doku unter anderem eine Order Status API, eine Dispute API und Webhooks.
Bei Zahle in 3 Raten verteilt der Shopper den Betrag auf drei zinsfreie Raten über 90 Tage. Die erste Zahlung erfolgt frühestens nach 28 Tagen, die gleich hohen Teilbeträge bucht Ratepay automatisch vom Konto ab. Der Händler erhält laut Produktseite „den vollen Betrag im Voraus”. Längere Ratenkäufe tauchen nur in den Rechtstexten auf: Die Zahlungsbedingungen beschreiben monatliche Teilzahlungen über eine fest vereinbarte Laufzeit, und für die Zahlarten „Ratenzahlung und 0%-Finanzierung” tritt Ratepay die Forderungen an die Vereinigte Volksbank Raiffeisenbank in Reinheim ab.
Die Hosted Payment Page ist die Variante ohne Zahlartenintegration im eigenen Checkout. Der Shopper wird auf eine von Ratepay gehostete, an die Händlermarke angepasste Seite weitergeleitet. Ratepay übernimmt dort Validierung, Risikoprüfung und Compliance, danach geht es zurück in den Shop, und der Händler erhält sofort alle Transaktionsdetails.
Ergebnisse nennt Ratepay nur als eigene Werte ohne Bezugsgröße. Laut Anbieter bringen seine Zahlarten 54 Prozent höhere Conversion, 50 Prozent weniger Kaufabbrüche im Vergleich zu anderen Zahlungsmethoden und einen um 16 Prozent höheren Warenkorbwert. Eine namentlich nicht genannte E-Commerce-Marke steigerte laut Anbieter ihre Annahmequote nach dem Wechsel um 5 Prozent. Alle Zahlen stammen vom Anbieter und sind nicht unabhängig geprüft.
Preise und Pläne
Ratepay veröffentlicht keine Händlerkonditionen. Das Hauptmenü der Website lautet „Lösungen Use Cases Ressourcen Checkout-Simulator Unser Unternehmen Für Shopper Demo buchen”, ein Preispunkt fehlt. Jede Lösungsseite führt auf „Sales Team kontaktieren”, und das Kontaktformular für Händler fragt nur nach der bevorzugten Kontaktart: Demo oder Anruf. Die Startseite spricht von „flexiblen Modellen”, mit denen sich Ratepay dem Geschäft des Händlers anpasse. Die öffentlichen Schnittstellenbedingungen für Händler verweisen auf einen gesonderten Händlervertrag mit Ratepay, nennen aber keine Gebühren. Ob Ratepay je Transaktion, als Prozentsatz vom Warenkorb oder mit fester Grundgebühr abrechnet, bleibt damit offen.
Kostenlos sind die Demo und der Checkout-Simulator. Dort wählst du Markenfarbe und Shopnamen, lädst dein Logo hoch und lädst eine Vorschau herunter. Ratepay weist selbst darauf hin, dass sie „eine vereinfachte Demo, nicht den vollständigen Ratepay-Checkout” zeigt. Für die Hosted Payment Page verspricht der Anbieter „Keine operativen Zusatzkosten oder aufwendige IT”. Was der Händler je Transaktion zahlt, beantwortet dieser Satz nicht.
Auf Seite der Shopper ist mehr belegt. Die drei Raten sind zinsfrei. Gerät ein Shopper schuldhaft in Verzug, darf Ratepay mit der ersten Mahnung pauschal 1,20 € Schadensersatz verlangen und, wenn eine zweite Mahnung nötig wird, noch einmal 1,20 €. Für Kunden mit Wohnsitz in der Schweiz gelten beim Rechnungskauf Mahngebühren von 10,00 CHF und 15,00 CHF sowie Verzugszinsen von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank. Bei einer grob fahrlässig verursachten Rücklastschrift können die Bankgebühren an den Shopper weitergereicht werden. Und die Schnittstellenbedingungen beschreiben eine Pay-Later-Funktion, mit der Shopper die Fälligkeit einer offenen Rechnung um 14 bis 150 Tage verschieben, mit dem Zusatz „Charges apply when using this feature”, eine Höhe steht dort nicht. Stand: Oktober 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Eingetragenes Zahlungsinstitut nach dem ZAG, von der BaFin zugelassen und beaufsichtigt
- Rechtsträger ist die Ratepay GmbH in Berlin, die Schnittstellenbedingungen für Händler unterliegen deutschem Recht mit Gerichtsstand Berlin
- Shop-Plugins für Shopware, Magento und OXID, dazu Anbindung über PSPs wie Adyen, Computop und PAYONE
- Bei Zahle in 3 Raten erhält der Händler den vollen Betrag im Voraus, auch wenn der Shopper in Raten zahlt
- Ratepay übernimmt „jegliche administrativen Aufgaben, inklusive Rücklastschriften”
- „Der Onlinehändler hat zu keinem Zeitpunkt Zugriff auf die der Risikoanalyse zugrunde liegenden Daten”, sofern er sie nicht selbst geliefert hat
- Negative Bonitätsdaten von Auskunfteien nutzt Ratepay laut Datenschutzerklärung nur 48 Stunden
- „Wir nutzen Ihre Kundendaten niemals für Marketingzwecke”, schreibt Ratepay auf der Lösungsseite
- Die Hosted Payment Page wird nach Anbieterangabe in Deutschland entwickelt und gehostet
- Für die KI im Kundenservice nutzt Ratepay die ThinkingTech GmbH aus Bensheim, für die Qualitätsanalyse Snowflake Computing Netherlands B.V., beide per Auftragsverarbeitungsvertrag, der das Training der KI-Systeme mit den Daten ausschließt
Schwächen:
- Keine öffentlichen Händlerkonditionen, die Abrechnungsweise steht auf keiner Produktseite
- Seit 2021 Teil der Nexi Group, und Ratepay verarbeitet bestimmte Zahlungsdaten „zu internen Konzernsteuerungszwecken”
- In die Risikoprüfung fließen auch Bestellungen bei anderen über Ratepay angebundenen Shops ein
- Shopper geben Geburtsdatum und Telefonnummer an, und die Rechnungsdaten sind „die Grundlage für die Risikoprüfung bei externen Auskunfteien”
- Eine abweichende Lieferanschrift, eine Packstation oder eine Firmenadresse als Rechnungsadresse kann zur Ablehnung führen
- Zahlungsart, Rechnungsanschrift und Zahlungsziel lassen sich laut Shopper-FAQ nachträglich nicht ändern
- „Wir sind weder verpflichtet noch bereit, an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilzunehmen”, steht im Impressum
- „You are not entitled to permanent availability of the Interfaces though”, heißt es in den Schnittstellenbedingungen, und Ratepay darf sie jederzeit ändern
- Die Datenschutzerklärung für Zahlungen schließt Übermittlungen in Drittländer nicht aus und stützt sie bei Bedarf auf Standardvertragsklauseln
- Die B2B-Landingpages tragen denselben Text wie die Standardseiten
Dazu kommen Befunde, die sich erst im Vergleich mehrerer Seiten zeigen. Bei den Wiederkäufen nennt der Anbieter auf der Seite Zahle in 3 Raten „16 % Mehr Wiederkäufe”, auf den Branchenseiten Reisen und Home & Living dagegen 61 Prozent mehr Wiederholungsbuchungen und Wiederholungskäufe. Dieselben Ziffern, vertauscht.
Die Auskunfteien stehen in zwei Fassungen da. Die eigene Liste der Auskunfteien führt Creditreform Boniversum, CRIF, creditPass, infoscore und die SCHUFA. Die Datenschutzerklärung für Zahlungen nennt als Auskunfteien, die Ratepay „abhängig vom konkreten Fall anfragen” kann, nur CRIF in München, Wien und Zürich, die Schufa und die Experian GmbH. Boniversum und creditPass fehlen dort.
Bei der Fälligkeit widersprechen sich FAQ und Schnittstellenbedingungen. Die FAQ sagt: „Leider ist eine nachträgliche Änderung des Zahlungsziels nicht möglich.” Die Schnittstellenbedingungen vom 20.05.2020 beschreiben mit der Pay Later API genau das, sofern der Shop sie einbindet. Ähnlich bei den Cockpit-Daten: Die Bedingungen erlauben den Download von Bestelldetails und schreiben zugleich „You may not read out, copy or store in any way the data outside the Cockpit”.
Beim Rechnungskauf wählt laut Über-uns-Seite heute „jede:r vierte Shopper:in beim Checkout” diese Option, die Produktkachel auf derselben Seite sagt, er werde „In bis zu 60 % aller Checkouts verwendet”. Und die Reichweite klingt je nach Sprache anders: Deutsch „50 % Der DACH-Shopper:innen nutzen Ratepay”, Englisch „50% DACH consumers have tried Ratepay”. Nutzen und einmal ausprobiert haben ist nicht dasselbe.
Zwei weitere Stellen passen nicht ganz zur Werbung. Die Hosted Payment Page leitet ausdrücklich „auf eine sichere, von uns gehostete Checkout-Seite” weiter, während derselbe Seitenbaustein einen Checkout „ohne Weiterleitungen und Anbieterlogos” verspricht. Und die Startseite wirbt mit „Kein Upselling, Cross-Selling oder Datenverkauf”, während Händler und Interessenten laut Datenschutzerklärung der Website mit Einwilligung Informationen über Payment-Lösungen des Partners Nets A/S aus Dänemark erhalten.
Alternativen zu Ratepay
Aus derselben Kategorie des Verzeichnisses passen Riverty, easyCredit-Ratenkauf und Scalapay als Vergleichspunkte für Rechnung und Raten im Privatkundengeschäft. Für den Handel mit Firmenkunden sind Billie und Mondu die naheliegenden Einträge. Was die einzelnen Anbieter leisten und kosten, steht in ihren eigenen Einträgen.
Ratepay im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Ratepay steht in einer Kategorie mit 558 Werkzeugen.
Anbieter mit Sitz in Deutschland: 217 von 558 in dieser Kategorie. Aus der EU insgesamt 312.
Ratepay nennt keine Beträge. Damit steht das Werkzeug in dieser Kategorie nicht allein: 255 von 558 Anbietern geben ihre Preise erst im Gespräch heraus.
Einen dauerhaft kostenlosen Plan bietet Ratepay nicht. In der Kategorie haben 124 von 558 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
Für Shops im deutschsprachigen Raum, die an Privatkunden verkaufen und Rechnungskauf anbieten wollen, ohne das Ausfallrisiko in die eigenen Bücher zu nehmen, halten wir Ratepay für eine ernsthafte Option. Die regulatorische Basis ist klar, die Rechtstexte sind ungewöhnlich ausführlich, und wer auf Shopware, Magento oder OXID arbeitet oder ohnehin Adyen, Computop oder PAYONE nutzt, hat einen kurzen Weg zur Integration. Der White-Label-Ansatz passt zu Händlern, die ihre Kundenbeziehung nicht mit einer fremden Zahlungsmarke teilen wollen.
Vor einer Entscheidung würden wir drei Dinge schriftlich klären. Erstens die Gebühren: Wie wird abgerechnet, was kostet eine Retoure, was eine Teillieferung, und gibt es ein Mindestvolumen? Öffentlich steht dazu nichts. Zweitens die Ablehnungslogik. Formal entscheidet der Shop, technisch das Ergebnis von Ratepay, und das gehört in die eigene Datenschutzerklärung und in die Abstimmung mit dem Anbieter. Drittens die Zielgruppe. Wer nennenswert an Firmenkunden verkauft, sollte vorher klären, wie Ratepay mit Firmenadressen umgeht, sonst scheitern die ersten B2B-Bestellungen an der Prüfung.
Die Kennzahlen auf der Website würden wir nicht in eine Entscheidungsvorlage übernehmen. Dafür widersprechen sie sich zu oft, und keine nennt eine Bezugsgröße. Aussagekräftiger ist ein Test mit den eigenen Bestelldaten, und der steht und fällt damit, ob Zahlstatus, Retouren und Mahnstufen zurück in die ERP & Warenwirtschaft laufen. Das Exportverbot aus dem Cockpit macht diese Frage dringlicher, denn ohne saubere Schnittstelle bleibt der Zahlstatus in Ratepays Oberfläche. Wo das heute per Hand passiert, klären wir das gern in einer Beratung & Betreuung vor der Integration.
Überblick
- ✓ Rechnungskauf mit 30 Tagen Zahlungsziel für Shopper
- ✓ SEPA-Lastschrift, eingezogen am Fälligkeitstag, Rücklastschriften bearbeitet Ratepay
- ✓ Zahle in 3 Raten: drei zinsfreie, gleich hohe Raten über 90 Tage, erste Zahlung frühestens nach 28 Tagen
- ✓ Ratepay Vorkasse laut Zahlungsbedingungen, mit Adressvalidierung anstelle der Risikoanalyse
- ✓ Hosted Payment Page für Rechnung und Lastschrift, in Deutschland entwickelt und gehostet
- ✓ Shop-Plugins für Shopware, Magento und OXID, dazu Payment API und Hosted Payment Page
- ✓ Anbindung über Partner wie Adyen, Avarda, Computop und PAYONE
- ✓ Reseller-Lösung mit Merchant Registration API für PSPs und Marktplätze in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz
- ✓ White-Label: Checkout, Rechnungen, E-Mails und Buyer Portal im Design des Händlers
- ✓ Buyer Portal mit Echtzeit-Status der Rechnungen und QR-Code-Zahlung, ohne Registrierung
- ✓ Händler-Cockpit Orca mit persönlichen Unterkonten für Mitarbeitende
- ✓ Risikoprüfung in Echtzeit mit OTP-Verifizierung und Auskünften externer Auskunfteien wie der SCHUFA
- ✓ Dispute Management und Mahnprozess im Namen und Tonfall des Händlers
- ✓ Kostenloser Checkout-Simulator mit eigener Markenfarbe, Shopname und Logo
Vorteile
- + Eingetragenes Zahlungsinstitut nach dem ZAG, von der BaFin zugelassen und beaufsichtigt
- + Rechtsträger ist die Ratepay GmbH in Berlin, die Schnittstellenbedingungen für Händler gelten nach deutschem Recht mit Gerichtsstand Berlin
- + Shop-Plugins für Shopware, Magento und OXID sowie Anbindung über PSPs wie Adyen, Computop und PAYONE
- + Bei Zahle in 3 Raten erhält der Händler den vollen Betrag im Voraus
- + Ratepay übernimmt die administrativen Aufgaben inklusive Rücklastschriften
- + Der Händler erfährt nur das Ergebnis der Risikoprüfung, nicht die zugrunde liegenden Daten
- + Negative Bonitätsdaten von Auskunfteien nutzt Ratepay laut Datenschutzerklärung nur 48 Stunden
- + Kundendaten nutzt Ratepay nach eigener Angabe niemals für Marketingzwecke
- + Die Hosted Payment Page wird in Deutschland entwickelt und gehostet
Nachteile
- - Keine öffentlichen Händlerkonditionen, die Abrechnungsweise steht auf keiner Produktseite
- - Seit 2021 Teil der Nexi Group, Ratepay verarbeitet bestimmte Daten zu internen Konzernsteuerungszwecken
- - Die Risikoprüfung bezieht Bestellungen bei anderen über Ratepay angebundenen Shops ein
- - Shopper müssen Geburtsdatum und Telefonnummer angeben, die Rechnungsdaten sind Grundlage der Prüfung bei externen Auskunfteien
- - Eine Firmenadresse oder Packstation als Rechnungsadresse kann zur Ablehnung führen
- - Bei Zahlungsverzug pauschal 1,20 € je Mahnung, in der Schweiz 10,00 und 15,00 CHF Mahngebühr
- - Ratepay nimmt nicht an Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teil
- - Keine zugesicherte Dauerverfügbarkeit der Schnittstellen, Ratepay kann die Schnittstellenbedingungen jederzeit ändern
- - Daten aus dem Händler-Cockpit dürfen laut Nutzungsbedingungen nicht außerhalb des Cockpits kopiert oder gespeichert werden
- - Die Datenschutzerklärung für Zahlungen schließt Übermittlungen in Drittländer nicht aus
- - Widersprüchliche eigene Angaben, etwa 16 gegen 61 Prozent mehr Wiederkäufe und zwei abweichende Auskunfteien-Listen
- - Die B2B-Landingpages tragen denselben Text wie die Standardseiten
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