Mollie
Zahlungsdienstleister der Mollie B.V. aus Amsterdam, lizenziert von der niederländischen Zentralbank. Keine Grundgebühr für Online-Zahlungen, abgerechnet wird je Zahlart und Transaktion. Kartenzahlung, SEPA, iDEAL, Klarna und über 30 weitere Methoden mit ausgewiesenen Sätzen.
Übersicht zu Mollie: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Die Angaben sind noch nicht einzeln gegen die Herstellerseite geprüft. Maßgeblich ist immer die Seite des Anbieters.
Was ist Mollie?
Mollie ist ein Zahlungsdienstleister aus den Niederlanden. Rechtsträger ist die Mollie B.V. mit Sitz in der Keizersgracht 126 in 1015CW Amsterdam, eingetragen im Handelsregister Amsterdam unter 302.04.462. Als Zahlungsdienstleister ist das Unternehmen von der niederländischen Zentralbank lizenziert, in Großbritannien ist es bei der Financial Conduct Authority unter der Nummer 977968 registriert.
Auf der eigenen Seite schreibt Mollie, man habe vor 22 Jahren mit einem direkteren und günstigeren Weg für Unternehmen angefangen, bezahlt zu werden. Heute bediene man mehr als 250.000 Unternehmen in Europa mit rund 1.000 Beschäftigten von Lissabon bis London. Diese Zahlen stammen vom Anbieter selbst und sind nicht unabhängig geprüft.
Das Preismodell ist der Kern des Angebots: keine Mindestkosten, keine Vertragsbindung, keine versteckten Gebühren, bezahlt wird nur für erfolgreiche Transaktionen. Für den E-Commerce heißt das, dass ein Shop mit wenig Umsatz auch wenig zahlt, während der Preis mit dem Geschäft mitwächst.
Für wen eignet sich Mollie?
Passend ist Mollie für Händler in Europa, die viele lokale Zahlarten anbieten wollen, ohne für jede einen eigenen Vertrag zu schließen. Die Liste reicht von iDEAL und Wero über Bancontact, EPS, BLIK, Przelewy24, TWINT, Vipps, MB Way und Multibanco bis zu Gutscheinkarten und belgischen Öko-, Geschenk- und Essensgutscheinen. Jede Zahlart trägt einen eigenen Satz.
Ebenso passend ist der Dienst für Unternehmen, die online und im Laden kassieren. Für die Fläche gibt es Terminals und Tap to Pay auf iPhone und Android, dazu ein Geschäftskonto mit fünf Konten und fünf Debitkarten sowie einen Buchhaltungs-Connector, der die Anbindung an die Warenwirtschaft vereinfacht.
Weniger passend ist Mollie für Händler mit viel Umsatz außerhalb Europas. Karten außerhalb des EWR kosten 3,25 Prozent plus 0,25 €, gegenüber 1,80 Prozent plus 0,25 € bei EWR-Verbraucherkarten. Wer häufig auszahlt, sollte ebenfalls rechnen: Unterhalb von 500.000 € Jahresumsatz sind fünf Auszahlungen im Monat frei, jede weitere kostet 0,25 €.
Mollie im Arbeitsalltag
Der Ablauf ist bei einem Zahlungsdienstleister schnell erzählt, und Mollie beschreibt ihn entlang seiner Produkte. Zahlungen nimmst du über den Checkout, über Zahlungslinks oder über eine Rechnung entgegen, alles drei ist ohne Aufpreis enthalten. Wiederkehrende Zahlungen laufen über ein eigenes Produkt, ebenfalls ohne Zusatzkosten.
Eingegangene Zahlungen landen auf einer Balance, von der aus die Auszahlung erfolgt. Die Auszahlungswährung lässt sich erweitern: Zur automatisch gewählten Hauptwährung kannst du laut Anbieter bis zu 11 weitere hinzufügen und in derselben Währung auszahlen lassen, in der du kassiert hast. Im Dashboard verwaltest du Chargebacks, 3DS und Akzeptanzraten in Echtzeit.
Für Wachstum bietet Mollie zwei eigene Bausteine. Mollie Capital zahlt nach eigener Angabe innerhalb von ein bis zwei Werktagen aus, kostet eine vorab vereinbarte feste Gebühr und wird über einen festen Anteil am Tagesumsatz getilgt. Über Mollie Connect binden Plattformen Zahlungen, Geschäftskonten und Finanzierung in ihr eigenes Produkt ein, während Mollie Lizenz, Compliance und finanzielles Risiko trägt. Wer so etwas in die eigene Anwendung baut, landet schnell bei der Webentwicklung rund um API und Checkout.
Preise und Pläne
Für Online-Zahlungen gibt es keinen Tarif, sondern eine Liste je Zahlart. Mollie wirbt ausdrücklich mit keinen Mindestkosten, keiner Vertragsbindung und keinen versteckten Gebühren.
Karten: Visa und Mastercard kosten bei Verbraucherkarten aus dem EWR 1,80 % plus 0,25 €, bei kommerziellen EWR-Karten 2,90 % plus 0,25 € und bei Karten außerhalb des EWR 3,25 % plus 0,25 €. American Express kostet 2,90 % plus 0,25 €. Bei Apple Pay und Google Pay richtet sich der Satz nach der verwendeten Karte.
Kontobasierte Methoden: SEPA-Lastschrift 0,35 €, SEPA-Überweisung 0,25 €, iDEAL und Wero 0,32 €, Bancontact 1,40 % plus 0,25 €, Pay by Bank 0,90 % plus 0,25 €, EPS 1,50 % plus 0,25 €, BLIK 1,60 % plus 0,25 €, Przelewy24 2,20 % plus 0,25 €, TWINT 2,30 % plus 0,25 €.
Wallets und Ratenzahlung: PayPal kostet die PayPal-Gebühr plus 0,10 €. Klarna liegt in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei 2,99 % plus 0,35 €, in Frankreich bei 4,50 % plus 0,35 € und in Ländern wie Italien, Spanien oder Polen bei 4,99 % plus 0,40 €. in3 liegt bei 3,99 % plus 0,95 €, Billie bei 3,49 % plus 0,35 €. paysafecard wird mit 15 % abgerechnet.
Kartenzahlung vor Ort: Der Tarif Pay as you go kostet 0 € pro Monat und rechnet 1,20 % bei inländischen Verbraucherkarten ab, maximal ein Terminal. Der Tarif Pro kostet 20 € pro Monat bei einem Jahr Laufzeit, senkt den Satz auf 0,10 € plus 0,85 % und enthält eine Terminal-Lizenz, jede weitere kostet 20 € pro Monat. Für das Tap-Terminal ruft Mollie 95 € auf, für das mobile und das feste Terminal je 350 €.
Konto für Geschäftskunden: 9 € pro Monat, die ersten 12 Monate frei. Enthalten sind 5 Konten, unbegrenzte Eingänge, 100 kostenfreie Ausgänge im Monat und danach 0,20 € je Überweisung, dazu 5 Debitkarten.
Auszahlungen: Solange du weniger als 500.000 € im Jahr abwickelst, sind bis zu 5 Auszahlungen im Monat frei, jede weitere kostet 0,25 €. Auszahlungen in einer anderen Währung als der Hauptwährung kosten 1 % des Betrags.
Ab 100.000 € Transaktionsvolumen im Monat bietet Mollie volumengebundene Preise mit festem Ansprechpartner, IC++-Kalkulation, Mengenrabatten und länderspezifischen Sätzen. Preisstand ist August 2026.
Stärken und Schwächen
Die Preisliste ist der stärkste Punkt. Jede Zahlart trägt einen Satz, inklusive der lokalen Methoden, die andere Anbieter nur auf Anfrage bepreisen. Zahlungslinks, Rechnungsstellung, Checkout und wiederkehrende Zahlungen kosten nichts extra, und es gibt weder Mindestkosten noch Vertragsbindung. Der Rechtsträger ist vollständig ausgewiesen, die Lizenz als E-Geld-Institut liegt bei der niederländischen Zentralbank, und für Großbritannien gibt es eine eigene Registrierung bei der Financial Conduct Authority.
Die Kosten, die man leicht übersieht, stehen weiter unten auf derselben Seite. Auszahlungen sind nur bis zur fünften im Monat frei, danach kostet jede 0,25 €, und Fremdwährungsauszahlungen kosten 1 % des Betrags. Die Spannweite zwischen den Zahlarten ist groß: 1,80 % bei einer EWR-Verbraucherkarte gegen 3,25 % bei einer Karte von außerhalb, 2,99 % bei Klarna in Deutschland gegen 4,99 % in Spanien oder Italien. Wer international verkauft, kann seinen Mischsatz erst berechnen, wenn er seinen Zahlartenmix kennt. Für die Fläche kommt hinzu, dass der günstigere Pro-Tarif ein Jahr Bindung verlangt und jedes zusätzliche Terminal 20 € im Monat kostet.
Alternativen zu Mollie
In derselben Kategorie führt das Verzeichnis mehrere europäische Anbieter. Adyen richtet sich an große Händler und Plattformen, Unzer kommt aus dem DACH-Markt, Klarna ist zugleich eine der Zahlarten, die Mollie vermittelt.
Der Vergleich lohnt sich nicht über den Listenpreis, sondern über deinen eigenen Zahlartenmix. Zwei Anbieter mit identischem Kartensatz können sich bei iDEAL, Klarna und Auszahlungen deutlich unterscheiden.
Mollie im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Mollie steht in der Kategorie mit 20 weiteren Werkzeugen.
Anbieter aus der EU: 11 von 20 in dieser Kategorie.
Mollie nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 8 von 20 Werkzeugen (40 Prozent).
Einen kostenlosen Einstieg bietet Mollie nicht. In der Kategorie haben 4 von 20 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
Wir halten Mollie für die richtige Wahl, wenn du in Europa verkaufst und die lokalen Zahlarten wirklich brauchst. Dass jede Methode ihren Satz offen trägt, spart im Vergleich mehr Zeit als jede Feature-Liste, und ohne Grundgebühr trägt das Modell auch einen Shop mit schwankendem Umsatz.
Rechne trotzdem selbst nach, statt dem Satz auf der Kartenzeile zu vertrauen. Deine echten Kosten entstehen aus dem Mix: Wie viele Karten kommen von außerhalb des EWR, wie viel läuft über Klarna, in welchem Land, und wie oft zahlst du dir das Geld aus. Unser Rat: nimm deine letzten drei Monatsabrechnungen, verteile die Umsätze auf die Zahlarten und rechne die Sätze durch. Das dauert eine Stunde und ist die einzige Zahl, die im Vergleich zählt.
Bewertungen im Überblick
Überblick
- ✓ Über 30 Zahlungsmethoden, jede mit eigenem ausgewiesenen Satz
- ✓ Kartenzahlung mit Visa, Mastercard, American Express, Apple Pay und Google Pay
- ✓ Lokale Methoden wie iDEAL, Wero, Bancontact, EPS, BLIK, Przelewy24, TWINT, Vipps und Satispay
- ✓ Ratenzahlung über Klarna, Riverty, in3, Alma und Billie
- ✓ Zahlungslinks, Rechnungsstellung, Checkout und wiederkehrende Zahlungen ohne Aufpreis
- ✓ Kartenzahlung vor Ort mit eigenen Terminals oder Tap to Pay auf iPhone und Android
- ✓ Geschäftskonto mit 5 Konten, 5 Debitkarten und unbegrenzten Eingängen
- ✓ Buchhaltungs-Connector, Business-Accounts-APIs und Transaktionsberichte als CSV und PDF
- ✓ Mollie Capital mit einer festen Gebühr und Tilgung über einen Anteil am Tagesumsatz
- ✓ Mollie Connect für Plattformen, die Zahlungen, Konten und Finanzierung einbetten
- ✓ Auszahlung in bis zu 11 zusätzlichen Währungen neben der Hauptwährung
- ✓ Werkzeuge gegen Betrug mit Chargeback-Verwaltung, 3DS und Akzeptanzraten in Echtzeit
Vorteile
- + Keine Mindestkosten, keine Vertragsbindung, abgerechnet wird nur je erfolgreicher Transaktion
- + Jede Zahlart hat einen eigenen ausgewiesenen Satz, auch die lokalen Methoden
- + Zahlungslinks, Rechnungsstellung, Checkout und wiederkehrende Zahlungen kosten nichts extra
- + Mollie B.V. ist als E-Geld-Institut von der niederländischen Zentralbank lizenziert und in Großbritannien bei der FCA registriert
- + Rechtsträger vollständig ausgewiesen: Mollie B.V., Keizersgracht 126, 1015CW Amsterdam, Handelsregister Amsterdam 302.04.462
- + Bis zu 5 Auszahlungen im Monat sind kostenfrei
Nachteile
- - Ab der sechsten Auszahlung im Monat kostet jede weitere 0,25 €, solange du unter 500.000 € Jahresumsatz liegst
- - Auszahlungen in einer anderen Währung als der Hauptwährung kosten 1 Prozent des Auszahlungsbetrags
- - Karten außerhalb des EWR kosten 3,25 % plus 0,25 €, deutlich mehr als EWR-Verbraucherkarten
- - Klarna kostet je nach Land unterschiedlich viel, in Frankreich 4,50 % und in Spanien oder Italien 4,99 % plus Festbetrag
- - paysafecard wird mit 15 Prozent abgerechnet
- - Für Kartenzahlung vor Ort gilt im Pro-Tarif eine Vertragslaufzeit von einem Jahr, jedes weitere Terminal kostet 20 € pro Monat
- - Volumengebundene Preise mit festem Ansprechpartner gibt es erst ab 100.000 € Umsatz im Monat
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