KI Bürgerlotse
KI-Chatbot für Kommunen von der Civantum UG aus Gernsheim. Antwortet aus den Inhalten der kommunalen Website, über 80 Sprachen per KI-Übersetzung. Hosting laut Anbieter in Deutschland und EU, für Sprachmodelle sieht der Datenschutztext Drittlandübermittlungen vor. Keine öffentlichen Preise.
Übersicht zu KI Bürgerlotse: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 23.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist KI Bürgerlotse?
Der KI Bürgerlotse ist ein KI-Chatbot für Kommunen, Städte und Bürgerämter. Er beantwortet Bürgerfragen zu Anträgen, Formularen und Terminen, als Einsatzorte nennt der Anbieter Bürgeramt, Bauamt, Ausländeramt und Sozialamt. Sein Wissen zieht er aus den öffentlich verfügbaren Inhalten der Website der Kommune. Ein eigenes Training verlangt der Anbieter nicht.
Hinter dem Produkt steht laut Impressum die Civantum UG (haftungsbeschränkt) in Gernsheim. Die Datenschutzerklärung der Website, nach eigener Angabe auf dem Stand Februar 2025, nennt als Verantwortlichen noch die Civantum UG (haftungsbeschränkt) i. G. mit einer Anschrift in Darmstadt, also die Firma in Gründung. Das Team beschreibt sich als Ausgründung der Technischen Universität Darmstadt, unterstützt von HIGHEST, dem Innovations- und Gründungszentrum der TU. Der Bürgerlotse ist Teil der Initiative KI made in Hessen.
Beim Datenschutz lohnt der Blick auf zwei Ebenen. Die Marketingseite verspricht Hosting in Deutschland und der EU, eine AVV inklusive TOMs und kein KI-Training mit den Daten der Kommune. Als Sprachmodelle nennt der Anbieter Mistral und Cohere, allerdings nur in der Seitenbeschreibung dieser Seite, die er als EU-KI-Modelle bezeichnet. Der Muster-Datenschutztext, den der Anbieter für Kommunen bereitstellt, ist vorsichtiger: Daten werden dort grundsätzlich bevorzugt in der EU oder im EWR verarbeitet, Übermittlungen in ein Drittland sind ausdrücklich vorgesehen, insbesondere bei der Nutzung von KI-Sprachmodellen, gestützt auf Angemessenheitsbeschlüsse oder Standardvertragsklauseln mit Transfer-Folgenabschätzung.
Für wen eignet sich KI Bürgerlotse?
Gebaut ist der Bürgerlotse für Kommunen, Städte und Bürgerämter. Die Mehrsprachigkeit bewirbt der Anbieter ausdrücklich für Ausländerbehörden, die FAQ nennt zusätzlich soziale Einrichtungen. In der Fußzeile jeder Seite ist von KI-Lösungen für Behörden und Unternehmen die Rede, Produktbeschreibung, FAQ und Referenzen auf der Startseite drehen sich aber um Verwaltungen.
Passend ist das Werkzeug für Verwaltungen, die eine gepflegte Website mit Sitemap haben und dort Formulare, Zuständigkeiten und Öffnungszeiten aktuell halten. Genau daraus entsteht die Wissensbasis, und die inhaltliche Verantwortung dafür liegt laut Muster-Datenschutztext bei der betreibenden Kommune. Weniger passend ist es dort, wo viele Anfragen im Dialekt kommen: Schwäbisch und Hessisch unterstützt der Bürgerlotse laut einem Anbieterbeitrag vom November 2025 noch nicht, das Thema steht nach eigener Aussage auf der Roadmap. Wer KI im Rathaus breiter aufstellen will, also auch intern und nicht nur im Bürgerkontakt, braucht neben dem Chatbot eine eigene KI-Strategie.
KI Bürgerlotse im Arbeitsalltag
So beschreibt der Anbieter den Ablauf. Der Einstieg ist eine Demo: Auf der Testseite trägt die Verwaltung ihre Website-URL, ihren Namen und eine dienstliche E-Mail-Adresse ein, an die der Demo-Link geht. Die erste Demo verspricht der Anbieter in 3 Werktagen, den Livebetrieb in 4 bis 6 Wochen. Für den Betrieb bekommt die Kommune einen kurzen Codeschnipsel mit Datenschutzhinweis und bindet ihn in die eigene Website ein. Das kann ein interner Ansprechpartner oder der Webdienstleister der Kommune übernehmen.
Die Inhalte holt sich der Bürgerlotse selbst: Er liest über die Sitemap alle öffentlich verfügbaren Informationen der Website ein. Die Demo-Version arbeitet mit etwa 100 Seiten, die vollständige Version laut Anbieter oft mit mehr als 10.000 Seiten, Formularen und FAQs, dazu mit den Infos aus dem Landesportal des jeweiligen Bundeslandes. Formulare, lokale Richtlinien und eigene Abläufe baut der Anbieter auf Wunsch in die Nutzerführung ein.
Im Gespräch erkennt der Bürgerlotse die Sprache der Anfrage und antwortet in derselben Sprache. Alternativ wählt man sie per Dropdown, Ausgangssprache ist Deutsch. Über 80 Sprachen nennt der Anbieter, umgesetzt per KI-gestützter Übersetzung. Eine Schaltfläche formt Behördenantworten in leichte, verständliche Sprache um, der Anbieter beruft sich dabei auf eine DIN-Norm für Leichte Sprache, ohne die Norm zu benennen. Fragen lassen sich auch per Mikrofon stellen. Kann der Bot eine Frage nicht beantworten, verweist er auf den zuständigen Ansprechpartner oder den richtigen Bereich.
Was mit den Daten passiert, regelt der Muster-Datenschutztext. Er weist die Bürger nach Art. 50 Abs. 1 KI-Verordnung darauf hin, dass sie mit einem KI-System sprechen. Verarbeitet werden die Eingaben im Dialogfeld, die Website-Inhalte und technische Protokolldaten: gekürzte IP-Adresse, Browsertyp, Zeitstempel und Fehlermeldungen. Personenbezogene Daten, die jemand unbeabsichtigt eintippt, pseudonymisiert ein integrierter PII-Filter. Die Übertragung läuft verschlüsselt per TLS 1.2 oder höher, Protokolldaten werden spätestens nach 30 Tagen gelöscht. Die Antworten werden automatisiert erzeugt und nicht vorab von einem Sachbearbeiter geprüft, sie sind ausdrücklich keine rechtsverbindliche Auskunft und kein Verwaltungsakt.
Öffentlich genannt sind Einsätze in Blaustein und Puchheim. Für Blaustein meldet der Anbieter über 1000 beantwortete Anliegen innerhalb eines Monats, auf der Startseite spricht er von mehr als 10.000 Bürgeranfragen pro Monat für Städte und Gemeinden in ganz Deutschland. Beides sind Anbieterangaben und nicht unabhängig geprüft.
Preise und Pläne
Der Anbieter veröffentlicht keine Preise. Eine Preisseite gibt es nicht, das Menü führt nur Startseite, Referenzen und Neuigkeiten sowie den Testzugang. Eine Abrechnungseinheit, etwa pro Einwohner, pro Verwaltung oder pro Anfrage, steht ebenfalls nirgends.
Kostenlos ist die Demo. Die Schaltfläche „KI-Bürgerlotse kostenlos testen” führt auf eine eigene Domain, bürgerlotse.eu, die das Angebot als unverbindlich und kostenlos ausweist. Die Demo-Version arbeitet mit etwa 100 Seiten der kommunalen Website, die Vollversion oft mit mehr als 10.000. Wie lange die Demo läuft und was der Betrieb danach kostet, nennen weder die Produktseite noch die Testseite. Als Kontakt steht kontakt@ki-bürgerlotse.de im Fußbereich. Stand: Oktober 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Nutzeranfragen werden laut Anbieter nicht für KI-Training oder Modellverbesserung verwendet
- Hosting laut Anbieter in Deutschland und der EU, AVV inklusive TOMs
- PII-Filter für versehentlich eingegebene personenbezogene Daten, Protokolldaten nach spätestens 30 Tagen gelöscht
- Fertiger Datenschutztext für die Kommune mit Rechtsgrundlage und AI-Act-Hinweis
- Kein eigenes Training, die Wissensbasis entsteht aus Website und Landesportal
- Über 80 Sprachen, leichte Sprache und Spracheingabe
- Kostenlose und unverbindliche Demo auf Basis der eigenen Website
- Ausgründung der TU Darmstadt, begleitet vom Gründungszentrum HIGHEST
Schwächen:
- Keine veröffentlichten Preise, keine Abrechnungseinheit
- Der Muster-Datenschutztext sieht Drittlandübermittlungen vor, insbesondere bei KI-Sprachmodellen
- Speicherdauer widersprüchlich: Nutzereingaben nur für die Dialogsitzung, aufgedrängte personenbezogene Daten bis zu 30 Tage
- Antworten werden nicht vorab von einem Sachbearbeiter geprüft, die inhaltliche Verantwortung trägt die Kommune
- Die Startseite verspricht eine Einbindung in wenigen Tagen, FAQ und Testseite nennen 4 bis 6 Wochen
- Schwäbisch und Hessisch versteht der Bot laut Anbieterbeitrag vom November 2025 noch nicht
- Impressum und Datenschutzerklärung nennen verschiedene Anschriften, die Datenschutzerklärung noch die Firma in Gründung
- Beim Hosting nennt der Anbieter Deutschland und EU, aber keinen Hoster und kein Rechenzentrum
Alternativen zu KI Bürgerlotse
Aus derselben Kategorie stehen Ayunis Core, Findus One und Mercury.ai im Verzeichnis. Beim Vergleich lohnen drei Fragen: Woher bezieht der Bot sein Wissen, wo laufen Modell und Daten, und was kostet der Betrieb pro Jahr.
KI Bürgerlotse im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst, nicht aus Herstellerangaben.
KI Bürgerlotse nennt keine Beträge. Damit steht das Werkzeug in dieser Kategorie nicht allein: 166 von 409 Anbietern geben ihre Preise erst im Gespräch heraus.
Anbieter mit Sitz in Deutschland: 93 von 409 in dieser Kategorie. Aus der EU insgesamt 129.
Einen dauerhaft kostenlosen Plan bietet KI Bürgerlotse nicht. In der Kategorie haben 178 von 409 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
Für Kommunen mit einer gepflegten Website halten wir den KI Bürgerlotsen für einen niedrigschwelligen Einstieg. Kein eigenes Training, ein Codeschnipsel, eine kostenlose Demo auf den eigenen Inhalten: Damit lässt sich schnell prüfen, ob die Website überhaupt trägt. Und genau das ist der Haken. Der Bot ist so gut wie die Seiten, aus denen er lernt, und die Verantwortung dafür bleibt bei der Kommune. Veraltete Öffnungszeiten beantwortet er mit derselben Überzeugung wie korrekte.
Vor einer Entscheidung würden wir vier Dinge klären. Erstens den Preis samt Abrechnungseinheit, denn ohne Zahl gibt es keinen Haushaltsansatz. Zweitens den Zeitplan: Plane mit den 4 bis 6 Wochen, nicht mit den wenigen Tagen von der Startseite. Drittens den Datenschutz im Detail, und hier klaffen Marketing und Rechtstext auseinander. Die Werbeseite spricht von Hosting in Deutschland und EU und von EU-Modellen, der eigene Muster-Text hält Drittlandübermittlungen bei Sprachmodellen ausdrücklich offen. Lass dir zeigen, welches Modell bei welchem Anbieter in welcher Region läuft, und fordere AVV, TOMs, die Liste der Unterauftragnehmer und die Transfer-Folgenabschätzung an. Die beworbene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung beschreibt der Muster-Text als TLS-Transportverschlüsselung, und die Speicherdauer sollte vor dem Start eindeutig sein. Viertens den Vertragspartner: Das Impressum nennt weder Registergericht noch Geschäftsführung, und die Datenschutzerklärung führt noch eine andere Anschrift. Bei einer jungen UG würden wir vorab einen Registerauszug anfordern. Wie man so einen Chatbot sauber in Prozesse und Zuständigkeiten einbettet, gehört zu unserer Beratung & Betreuung.
Überblick
- ✓ KI-Chatbot für Bürgerfragen zu Anträgen, Formularen und Terminen, etwa im Bürgeramt, Bauamt, Ausländeramt oder Sozialamt
- ✓ Wissensbasis aus den öffentlich verfügbaren Inhalten der kommunalen Website, eingelesen über die Sitemap, ohne eigenes Training
- ✓ Vollversion verarbeitet laut Anbieter oft mehr als 10.000 Seiten, Formulare und FAQs, dazu Infos aus dem Landesportal
- ✓ Über 80 Sprachen per KI-gestützter Übersetzung, automatische Spracherkennung und Sprachauswahl per Dropdown
- ✓ Antworten per Knopfdruck in leichter, verständlicher Sprache
- ✓ Spracheingabe per Mikrofon
- ✓ Verweis auf den zuständigen Ansprechpartner, wenn der Bot eine Frage nicht beantworten kann
- ✓ Einbindung per Codeschnipsel mit Datenschutzhinweis in die bestehende Website
- ✓ PII-Filter pseudonymisiert versehentlich eingegebene personenbezogene Daten
- ✓ Muster-Datenschutztext für die Kommune mit Transparenzhinweis nach Art. 50 KI-Verordnung
- ✓ AVV inklusive TOMs, auf Wunsch Beratung zu den Anforderungen des EU AI Act
- ✓ Kostenlose Demo auf Basis der eigenen Website, erste Demo laut Anbieter in 3 Werktagen
Vorteile
- + Nutzeranfragen werden laut Anbieter nicht für KI-Training oder Modellverbesserung verwendet
- + Hosting laut Anbieter in Deutschland und der EU, eine AVV inklusive TOMs stellt er bereit
- + PII-Filter für versehentlich eingegebene personenbezogene Daten, technische Protokolldaten werden spätestens nach 30 Tagen gelöscht
- + Fertiger Datenschutztext für die Kommune mit Rechtsgrundlage, Auftragsverarbeitung und AI-Act-Hinweis
- + Kein eigenes Training nötig, die Inhalte kommen aus der vorhandenen Website und dem Landesportal
- + Über 80 Sprachen, leichte Sprache und Spracheingabe für Ausländerbehörden und barrierearme Zugänge
- + Kostenlose und unverbindliche Demo auf Basis der eigenen Website
- + Ausgründung der TU Darmstadt, begleitet vom Gründungszentrum HIGHEST
Nachteile
- - Keine veröffentlichten Preise und keine Abrechnungseinheit
- - Der Muster-Datenschutztext sieht Drittlandübermittlungen vor, insbesondere bei der Nutzung von KI-Sprachmodellen
- - Widersprüchliche Speicherdauer: Nutzereingaben nur für die Dialogsitzung, aufgedrängte personenbezogene Daten bis zu 30 Tage
- - Antworten werden nicht vorab von einem Sachbearbeiter geprüft, die inhaltliche Verantwortung liegt bei der Kommune
- - Widersprüchliche Angabe zur Einführung: wenige Tage auf der Startseite, 4 bis 6 Wochen in FAQ und auf der Testseite
- - Dialekte wie Schwäbisch oder Hessisch versteht der Bot laut Anbieterbeitrag vom November 2025 noch nicht
- - Impressum (Gernsheim) und Datenschutzerklärung (Darmstadt, Firma noch in Gründung) nennen verschiedene Anschriften
- - Für das Hosting nennt der Anbieter Deutschland und EU, aber keinen Hoster und kein Rechenzentrum
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