Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
Eine Redirect-Kette entsteht, wenn eine URL nicht direkt auf die Ziel-URL weiterleitet, sondern über mehrere Zwischenstationen. URL A leitet auf B weiter, B leitet auf C, C auf D. Jeder einzelne Sprung in dieser Kette erzeugt eine neue HTTP-Anfrage, was Ladezeit kostet und nach verbreiteter SEO-Theorie auch Ranking-Signale abschwächt.
In der Theorie überträgt eine 301-Weiterleitung den größten Teil der “Link Equity” auf die Zielseite. Ob und wie stark eine Kette von mehreren Weiterleitungen diese Übertragung verringert, ist nicht exakt dokumentiert. Klar ist: Kürzere Ketten sind immer besser als längere, und eine direkte Weiterleitung ist besser als jede Kette.
Wie entstehen Redirect-Ketten?
Meistens durch akkumulierte Änderungen über Zeit. Eine URL wird zu B weitergeleitet. Monate später wird B selbst umbenannt und zu C weitergeleitet, ohne die ursprüngliche Weiterleitung von A zu aktualisieren. Nach weiteren Änderungen hängen drei, vier oder mehr Weiterleitungen hintereinander.
Besonders häufig bei: URL-Strukturänderungen nach Relaunch, Wechsel von HTTP zu HTTPS kombiniert mit www/non-www-Bereinigung, Shopware oder Shopify-Migrationen zwischen verschiedenen Kategorie- oder Produktstrukturen.
Eine weitere Quelle: externe Links oder interne Verlinkungen, die auf nicht mehr aktuelle URLs zeigen, die dann über Ketten zur aktuellen Zielseite führen.
Wie behebst du Redirect-Ketten?
Das Ziel ist die direkte Weiterleitung: A zeigt direkt auf D, ohne B und C zu durchlaufen. Dazu musst du alle bestehenden Weiterleitungen dokumentieren und dann bereinigen.
Werkzeuge wie Screaming Frog, Ahrefs oder auch der kostenlose Redirect-Checker von httpstatus.io zeigen dir, wo Ketten existieren. Bei größeren Websites lohnt ein regelmäßiger Check, weil neue Weiterleitungen alte Ketten verlängern können.
Bei der Bereinigung: Ändere die ursprüngliche Weiterleitung direkt auf die finale URL. Aktualisiere dabei gleichzeitig interne Links, die auf die alten Zwischenziele verweisen. Das ist mehr Aufwand als das bloße Hinzufügen einer neuen Weiterleitung, aber es ist die saubere Lösung.
Redirect-Ketten sind ein häufiger Befund in SEO-Audits und tauchen fast immer nach Website-Relaunches oder bei der Webentwicklung nach Strukturänderungen auf. Beim Termin können wir prüfen, wie deine aktuelle Weiterleitungsstruktur aussieht.