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Was ist Klaviyo und für welche Shops lohnt es sich?

Klaviyo ist eine E-Mail- und Automationsplattform mit tiefer Shop-Anbindung. Sie lohnt sich, wenn Kundendaten aus dem Shop für Segmentierung und automatisierte Strecken genutzt werden sollen, nicht für reinen Newsletterversand.

Roboter zeigt Klaviyo-Automationsstrecken als Hologramm vor einem E-Commerce-Marketingbüro

Beantwortet von Matthias Hinsche Stand

Klaviyo ist im E-Commerce weit verbreitet, weil es nicht als Newsletter-Werkzeug gebaut ist, sondern als Datenplattform mit Versandfunktion.

Der Unterschied zu klassischen Newsletter-Tools

Ein klassisches Werkzeug kennt E-Mail-Adressen und Listen. Klaviyo kennt zusätzlich das Verhalten im Shop: welche Produkte angesehen, welche in den Warenkorb gelegt, welche gekauft wurden, wie oft und für wie viel.

Daraus entstehen Segmente, die sich mit Listen nicht abbilden lassen: Kunden, die zweimal gekauft und seit 90 Tagen nichts bestellt haben. Besucher, die dreimal dieselbe Kategorie angesehen haben.

Die Automationen, die den Unterschied machen

Warenkorbabbruch. Der Klassiker und meist der umsatzstärkste Ablauf.

Browse-Abandonment. Angesehen, aber nicht in den Warenkorb gelegt.

Willkommensstrecke. Mehrere Mails nach der Anmeldung statt einer.

Nachkauf. Pflegehinweise, Zubehör, Nachbestellung zum passenden Zeitpunkt.

Reaktivierung. Ansprache, bevor ein Kunde endgültig abwandert.

Ab wann es sich rechnet

Die Abrechnung erfolgt nach Anzahl der Profile, nicht nach versendeten Mails. Für einen Shop mit wenigen hundert Kontakten und ohne Wiederkauf ist der Aufwand höher als der Nutzen. Sinnvoll wird es dort, wo Bestandskunden nachkaufen und genug Verhalten anfällt, um zu segmentieren.

Was datenschutzrechtlich dazugehört

Klaviyo ist ein US-Anbieter. Nötig sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag, ein Eintrag in der Datenschutzerklärung und Double Opt-in beim Anmeldeprozess. Das Tracking auf der Website darf erst nach Einwilligung laden, siehe Was ist ein Cookie-Banner?.

Die Alternative

Für einfache Anforderungen reicht das Newsletter-Modul des Shopsystems oder ein Werkzeug wie Mailchimp, siehe Was ist Mailchimp?. Der Unterschied wird erst bei verhaltensbasierten Strecken spürbar.

Was den Umsatzanteil bestimmt

In Shops mit gepflegten Automationen macht E-Mail einen zweistelligen Prozentanteil am Umsatz aus. Der Anteil hängt weniger am Werkzeug als an drei Dingen: der Größe der Liste, der Kaufhäufigkeit im Sortiment und der Frage, ob die Automationen tatsächlich eingerichtet und gepflegt sind.

Der häufigste Zustand in der Praxis: Das Werkzeug ist gebucht, die Warenkorbabbruch-Strecke steht seit zwei Jahren unverändert, und der Rest wird als Newsletter verschickt. Damit bleibt der Großteil des Nutzens liegen.

Einrichtung und Betreuung: SEO und Marketing.

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