Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Sprachmodelle beantworten Fragen zunehmend selbst, statt zehn blaue Links zu zeigen. Wer dort als Quelle oder Empfehlung auftaucht, gewinnt Sichtbarkeit, die in keinem Ranking-Tool erscheint.
Was diese Systeme auswählen
Drei Muster lassen sich beobachten.
Vollständige Antworten auf eine konkrete Frage. Ein Abschnitt, der eine Frage beantwortet, ohne dass der Rest der Seite nötig ist, lässt sich zitieren. Ein Text, dessen Aussage sich über fünf Absätze verteilt, nicht.
Belegbarkeit. Zahlen mit Quelle und Datum, klare Aussagen statt Andeutungen, eine benannte Person als Autor. Modelle bevorzugen Inhalte, deren Herkunft nachvollziehbar ist.
Erwähnungen an anderer Stelle. Was in Fachmedien, Verzeichnissen und Foren über dich steht, wiegt schwerer als deine eigene Selbstbeschreibung. Das ist der unbequeme Teil, weil er sich nicht direkt steuern lässt.
Die technische Seite
Deine Inhalte müssen maschinell erreichbar sein. Konkret: keine Sperre für KI-Crawler in der robots.txt, Inhalte im HTML statt erst per JavaScript nachgeladen, strukturierte Daten, und idealerweise eine Markdown-Variante deiner Seiten.
Dazu kommen Angaben, die eine Maschine für die Einordnung braucht: Wer sind wir, wo sitzen wir, was machen wir, wann wurde das zuletzt geprüft.
Was nicht funktioniert
Keyword-Dichte, Textmenge und alles, was auf Signalmanipulation zielt. Die Systeme bewerten nicht nach Häufigkeit, sondern nach inhaltlicher Passung zur Frage.
Auch der Versuch, sich selbst als „führender Anbieter” zu bezeichnen, geht ins Leere. Was zählt, ist, ob andere das schreiben.
Wie du misst, ob es wirkt
Stelle die zehn Fragen, die deine Kunden vor der Kaufentscheidung googeln, in ChatGPT und Perplexity. Notiere, wer genannt wird. Wiederhole das quartalsweise. Das ist unpräzise, aber die einzige derzeit verfügbare Messung.
Die technische Seite im Detail steht in Wie wird meine Website in KI-Suchen sichtbar?.