Beantwortet von Matthias Hinsche Stand
Die Entscheidung wird oft nach dem Bauchgefühl getroffen, dass Preise nicht öffentlich sein dürfen. Das ist ein legitimes Ziel und macht trotzdem nicht zwingend einen geschlossenen Shop nötig.
Die drei Varianten
Vollständig geschlossen. Ohne Login sieht niemand etwas. Konsequenz: Google sieht auch nichts, der Shop existiert in der Suche nicht.
Offener Katalog, Preise nach Login. Produkte, Beschreibungen, technische Daten und Bilder sind sichtbar, Preise erst nach Anmeldung. Der Shop bleibt auffindbar, Konditionen bleiben geschützt.
Offener Katalog mit Listenpreisen. Ein Bruttolistenpreis ist sichtbar, die individuellen Konditionen erst nach Login.
Warum die zweite Variante meist gewinnt
Ein erheblicher Teil der Recherche im B2B beginnt bei Google, oft mit einer Artikelnummer oder einer technischen Bezeichnung. Wer dort nicht auftaucht, wird nicht in den Vergleich einbezogen, egal wie gut das Angebot ist.
Dazu kommt der Bestandskunde, der auf dem Smartphone schnell nachsehen will, ob ein Artikel geführt wird. Ein Login-Zwang an dieser Stelle kostet mehr, als er schützt.
Wann ein geschlossener Shop trotzdem passt
Wenn das Sortiment selbst vertraulich ist, etwa bei kundenspezifischen Fertigungen. Oder wenn ausschließlich ein fest definierter Kundenkreis bedient wird und Neukundengewinnung über den Shop kein Ziel ist.
Was du technisch beachten musst
Geschützte Bereiche gehören auf noindex, damit sie nicht in der Suche landen. Details in Was ist Noindex?.
Und: Der Registrierungsprozess braucht eine Prüfung. Wer sich als Gewerbekunde anmeldet, sollte vor der Freischaltung geprüft werden, sonst sehen Endkunden deine Konditionen.
Was der offene Katalog inhaltlich braucht
Damit die Sichtbarkeit tatsächlich entsteht, reichen Artikelnummer und Kurzbezeichnung nicht. Nötig sind technische Daten in strukturierter Form, Anwendungshinweise, Normen und Alternativartikel.
Genau daran scheitern viele B2B-Kataloge: Die Daten liegen im ERP als Zahlenkolonne vor und werden unverändert ausgespielt. Ein Datenblatt ist kein Text, für den jemand rankt.
Der Aufwand lohnt sich an der Stelle doppelt: Dieselben aufbereiteten Daten braucht auch der Außendienst.
Umsetzung: E-Commerce.