Matomo
Quelloffene Webanalyse unter GPL, wahlweise selbst gehostet oder als Cloud aus Frankfurt. Die On-Premise-Variante Community ist dauerhaft kostenlos mit unbegrenzten Nutzern und Hits, darüber liegen vier bepreiste Bundles. Matomo Cloud beginnt bei 22 € pro Monat.
Übersicht zu Matomo: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 07.09.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist Matomo?
Matomo ist eine Webanalyse-Software, die es in zwei Betriebsarten gibt: als Installation auf dem eigenen Server und als gehostete Cloud. Der Anbieter stellt die volle Datenhoheit in den Mittelpunkt und beschreibt sich als ethische Alternative zu Google Analytics. Die Software steht unter GPL-Lizenz und ist nach eigener Angabe zu 100 Prozent freie Software, ausdrücklich auch für kommerzielle Nutzung.
Die Wurzeln reichen zurück: Matomo hieß ursprünglich Piwik und wurde 2007 gegründet, die Umbenennung erfolgte 2018. Auf der eigenen Seite schreibt der Anbieter, die Software laufe heute auf über 1,4 Millionen Websites in mehr als 190 Ländern und sei in über 50 Sprachen verfügbar. Diese Zahlen stammen von Matomo selbst und sind nicht unabhängig geprüft.
Für die Cloud-Variante gibt der Anbieter den Speicherort ausdrücklich an: Die Daten liegen in Frankfurt. Wer selbst hostet, wählt den Ort selbst. Beides lässt sich später wechseln, in beide Richtungen, inklusive Import und Export der gesammelten Daten. Für Projekte rund um SEO und Marketing ist genau diese Reversibilität oft das entscheidende Argument.
Für wen eignet sich Matomo?
Passend ist Matomo für Organisationen, bei denen die Frage nach dem Datenspeicherort vor der Frage nach dem Funktionsumfang kommt. Die Community-Variante läuft auf eigener Infrastruktur, kostet nichts und hat weder eine Nutzer- noch eine Hit-Grenze. Wer den Server ohnehin betreibt, bekommt damit eine vollständige Analyse ohne laufende Lizenzkosten.
Ebenso passend ist die Cloud für Teams ohne eigene Serverbetreuung. Hosting, Wartung, automatische Updates, Sicherheitsüberwachung und tägliche Sicherungen sind laut Anbieter im Preis enthalten, dazu eine kostenlose Testphase ohne Kreditkarte.
Weniger passend ist Matomo für kleine Teams, die alle Zusatzfunktionen wollen, aber selbst hosten. Die Community-Variante enthält nur Community-Plugins und Basisfunktionen, und das erste bepreiste Bundle beginnt bei 275 € pro Monat für bis zu vier Nutzer. Wer nur Funnels und Heatmaps braucht, zahlt einzeln 193 € und 219 € im Jahr. Für den Eigenbetrieb kommt außerdem hinzu, was der Anbieter selbst schreibt: Er setzt technisches Wissen und einen Server voraus.
Matomo im Arbeitsalltag
Der dokumentierte Weg beginnt mit der Wahl der Betriebsart. Für den Eigenbetrieb lädst du Matomo herunter und installierst es auf einem Server, der die Anforderungen erfüllt. Für die Cloud legst du über eine kostenlose Testphase ein Konto an und arbeitest anschließend weiter, ohne Kreditkarte für den Test.
Getrackt wird über die HTTP-Tracking-API, empfohlen wird das JavaScript-Tracking. Wer aus Google Analytics kommt, nutzt den Importer für Altdaten. Für die Rechtsseite gibt es einen GDPR Manager und eine Reihe von Datenschutzeinstellungen. Ausgewertet wird über Standardberichte, Segmentierung, Besucherprofile, Echtzeit-Ansichten, Kartendarstellungen und geplante E-Mail-Berichte.
Über die Basis hinaus kommen die Erweiterungen ins Spiel: Funnels für Trichteranalysen, Users Flow für Pfade, Heatmaps und Session Recording für das Verhalten auf der Seite, A/B-Testing für Varianten, Media Analytics für Video und Audio, Roll-Up-Reporting für mehrere Websites in einer Ansicht. In der Cloud sind sie je nach Stufe enthalten, im Eigenbetrieb kaufst du sie einzeln oder als Bundle. Wer die Daten weiterverarbeiten will, findet einen Data Warehouse Connector und SQL-Zugriff auf die Rohdaten, was die Anbindung an eigene Auswertungen im Rahmen der Webentwicklung erst praktikabel macht.
Preise und Pläne
Es gibt zwei getrennte Preislogiken, eine für den Eigenbetrieb und eine für die Cloud.
On-Premise Community kostet nichts, dauerhaft, mit unbegrenzten Nutzern und Hits. Enthalten sind die Community-Plugins und alle Basisfunktionen, der Support läuft über das Forum.
On-Premise Team kostet 275 € pro Monat und deckt bis zu 4 Nutzer und bis zu 5 Millionen Hits im Monat ab. Enthalten sind unter anderem Custom Reports, Funnels, Users Flow, Media Analytics, Heatmaps und Session Recording, Form Analytics, Search Engine Keywords, WooCommerce und SEO Web Vitals, dazu E-Mail-Support an fünf Tagen die Woche mit zugesagter Reaktion binnen 12 Stunden.
On-Premise Business kostet 1.450 € pro Monat für bis zu 20 Nutzer und 30 Millionen Hits und ergänzt Cohorts, Multi-Channel-Attribution, Activity Log, Roll-Up-Reporting, Advertising Conversion Export und White Label.
On-Premise Enterprise kostet 3.400 € pro Monat für bis zu 50 Nutzer und 100 Millionen Hits und ergänzt A/B-Testing, SSO über SAML und LDAP sowie Crash Analytics. Dazu kommen ein fester Ansprechpartner, priorisierter Support und ein Onboarding-Gespräch. VIP trägt keinen Betrag.
Bei jährlicher Zahlung sinken die Bundle-Preise um 17 Prozent auf ab 230, 1.209 und 2.834 € pro Monat. Wer nur einzelne Erweiterungen braucht, kauft sie im Marketplace: Data Warehouse Connector ab 22 € im Jahr, Activity Log ab 33 €, WooCommerce Analytics ab 39 €, SEO Web Vitals und Multi-Channel-Attribution ab 83 €, Users Flow und Cohorts ab 94 €, Search Engine Keywords Performance und Crash Analytics ab 154 €, White Label, Forms und Advertising Conversion Export ab 169 €, Media Analytics ab 176 €, Funnels ab 193 €, Heatmaps mit Session Recording, A/B-Testing, Custom Reports und Roll-Up-Reporting ab 219 €, SAML-Anbindung ab 549 €.
Matomo Cloud beginnt bei 22 € pro Monat ohne Steuer. Die Staffel steht auf der Preisseite in US-Dollar: 26 $ für 50.000 Hits im Monat, 42 $ für 100.000, 85 $ für 300.000, 139 $ für 600.000, 204 $ für 1 Million, 399 $ für 2 Millionen und 975 $ für 5 Millionen. Ab mehr als 10 Millionen Hits läuft es über ein Gespräch. Enthalten sind Hosting, Wartung, automatische Updates, Sicherheitsüberwachung, tägliche Sicherungen und der Zugriff auf alle Funktionen. Die Grenzen liegen bei 30 Websites, 30 Nutzern, 100 Segmenten, 150 Zielen, 30 Custom Dimensions und 30 Tag-Manager-Containern, Rohdaten bleiben 24 Monate erhalten. Zwei Monate sind bei jährlicher Zahlung frei. Preisstand ist August 2026.
Stärken und Schwächen
Die kostenlose Variante ist keine Demoversion. Community läuft dauerhaft, ohne Nutzer- und ohne Hit-Grenze, unter GPL und ausdrücklich auch kommerziell. Dazu kommt die Wahlfreiheit beim Speicherort, die in beide Richtungen gilt: Daten aus dem Eigenbetrieb lassen sich in die Cloud importieren, Cloud-Daten für den Eigenbetrieb exportieren. Kein Data Sampling ist in allen Varianten zugesichert, Berichtsdaten bleiben dauerhaft erhalten. Die Cloud liegt in Frankfurt, und die Testphase läuft ohne Kreditkarte.
Kompliziert wird es beim Preis. Es gibt zwei getrennte Systeme, und der Anbieter weist selbst darauf hin, dass die neuen Bundles nur für den Eigenbetrieb gelten. Die Cloud-Staffel steht in US-Dollar auf der Seite, der Euro-Betrag erscheint erst im Konfigurator, und für mehr als 10 Millionen Hits gibt es gar keinen. Beim Eigenbetrieb ist der Sprung von kostenlos auf 275 € pro Monat groß, und bei nur vier Nutzern im Team-Bundle ist die Grenze schnell erreicht. Wer einzeln kauft, zahlt für ein halbes Dutzend gängiger Erweiterungen bereits über 1.000 € im Jahr. Die Cloud wiederum deckelt Websites und Nutzer bei je 30, was für Agenturen mit vielen Mandanten früh eng wird.
Alternativen zu Matomo
In derselben Kategorie führt das Verzeichnis mehrere datenschutzfreundliche Analysewerkzeuge. Plausible Analytics und Pirsch setzen auf einen schlanken Funktionsumfang, etracker kommt aus Deutschland und deckt ein breiteres Marketing-Spektrum ab.
Der Vergleich entscheidet sich an einer Frage: Willst du eine vollständige Analyseplattform mit Trichtern, Heatmaps und Attribution, oder reicht dir eine saubere Reichweitenmessung. Beides ist legitim, aber die Preise unterscheiden sich um eine Größenordnung.
Matomo im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Matomo steht in der Kategorie mit 82 weiteren Werkzeugen.
Der Anbieter sitzt außerhalb der EU. In dieser Kategorie führt das Verzeichnis 36 Alternativen mit EU-Sitz, davon 17 aus Deutschland.
Matomo nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 58 von 82 Werkzeugen (71 Prozent).
Überblick
Wir halten Matomo für die richtige Wahl, wenn du deine Analysedaten wirklich besitzen willst und jemanden hast, der einen Server pflegt. Die Community-Variante ist eine der wenigen kostenlosen Optionen am Markt, die diesen Namen verdient, weil sie weder Nutzer noch Traffic deckelt. Und die Möglichkeit, später zwischen Eigenbetrieb und Cloud zu wechseln, nimmt der Entscheidung viel von ihrem Gewicht.
Unterschätze aber nicht, was danach kommt. Der Reiz der kostenlosen Variante endet dort, wo Funnels, Heatmaps oder A/B-Tests gebraucht werden, und dann wird es schnell vierstellig im Jahr. Unser Rat: schreib vor der Entscheidung auf, welche vier oder fünf Auswertungen du wirklich regelmäßig ansiehst, und rechne dafür beide Wege durch, Einzelkauf gegen Bundle gegen Cloud. Wer das überspringt, landet oft bei einer Lizenz, die er zu einem Drittel nutzt. Wenn dabei Fragen zum sauberen Aufsetzen bleiben, klären wir das in der Beratung und Betreuung.
Überblick
- ✓ Quelloffen unter GPL-Lizenz, kommerzielle Nutzung ausdrücklich erlaubt
- ✓ Wahl zwischen eigener Serverinstallation und gehosteter Cloud
- ✓ Kein Data Sampling in allen Varianten
- ✓ Importer für Daten aus Google Analytics
- ✓ GDPR Manager und umfangreiche Datenschutzeinstellungen
- ✓ Tag Manager, in der Cloud mit 30 Containern
- ✓ Heatmaps und Session Recording, Funnels, Users Flow und A/B-Testing als Erweiterungen
- ✓ Media Analytics, Formularauswertung, Kohorten und Multi-Channel-Attribution
- ✓ Roll-Up-Reporting und White Label mit eigenem Logo und eigenen Farben
- ✓ SAML- und LDAP-Anbindung sowie eigene Domain
- ✓ HTTP-Analytics-API, HTTP-Tracking-API und Log-Analytics
- ✓ Über 100 Integrationen, mehr als 50 Sprachen und über 100 Währungen
Vorteile
- + Die On-Premise-Variante Community ist dauerhaft kostenlos, mit unbegrenzten Nutzern und Hits
- + Open Source unter GPL, ausdrücklich auch für kommerzielle Nutzung
- + Cloud-Daten liegen nach Angabe des Anbieters in Frankfurt
- + Kein Data Sampling, Rohdaten bleiben in der Cloud 24 Monate erhalten, Berichtsdaten dauerhaft
- + Wechsel zwischen Cloud und eigenem Server in beide Richtungen möglich, inklusive Datenimport und -export
- + Kostenlose Testphase ohne Kreditkarte, jährliche Zahlung spart zwei Monate
- + Nach Angabe des Anbieters auf über 1,4 Millionen Websites in mehr als 190 Ländern im Einsatz
Nachteile
- - Die kostenlose Community-Variante enthält nur Community-Plugins und Basisfunktionen, Support läuft über das Forum
- - Das erste bepreiste Bundle Team kostet 275 € pro Monat und deckt nur bis zu 4 Nutzer ab
- - Einzelne Erweiterungen kosten für den Eigenbetrieb jährlich extra, etwa Funnels ab 193 €, Heatmaps und A/B-Testing ab 219 €, SAML ab 549 €
- - Die Cloud begrenzt Websites, Nutzer und Tag-Manager-Container auf je 30, Segmente auf 100 und Ziele auf 150
- - Für mehr als 10 Millionen Hits im Monat nennt die Preisseite keinen Betrag
- - Die Preisstaffel der Cloud steht auf der Seite in US-Dollar, der Euro-Betrag erscheint erst im Konfigurator
- - Die neuen Bundles gelten nur für den Eigenbetrieb, die Cloud folgt einer eigenen Logik
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