BigCommerce
BigCommerce ist eine SaaS-Shopplattform der Commerce.com US, Inc. aus Austin, Texas. Die Pläne richten sich nach dem Umsatz der vergangenen zwölf Monate und stufen sich beim Überschreiten automatisch hoch. Für Zahlungsanbieter außerhalb der eigenen Liste fällt eine zusätzliche Gebühr an.
Übersicht zu BigCommerce: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 07.09.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist BigCommerce?
BigCommerce ist eine gehostete Shopplattform, die inzwischen unter dem Dach von Commerce.com läuft. Rechtsträger ist die Commerce.com US, Inc., eine Gesellschaft nach dem Recht von Texas mit Sitz in Austin. Zum selben Verbund gehören Feedonomics und Makeswift, dazu Landesgesellschaften im Vereinigten Königreich, in Irland und in Australien.
Das Produkt deckt den üblichen Umfang einer SaaS-Shopplattform ab und legt dabei besonderen Wert auf zwei Punkte. Erstens auf Offenheit: Der Anbieter wirbt mit vollem API- und Code-Zugriff und nennt über 600 Integrationen zu ERP, CRM, PIM und WMS. Zweitens auf B2B: kundenspezifische Preise, Produkte und Zahlungsbedingungen, Selbstbedienung für Geschäftskunden mit Angeboten, Nachbestellungen und Rechnungszahlung sowie Rollen und Freigabeprozesse.
Der wichtigste Unterschied zu vielen Wettbewerbern steckt aber im Preismodell. BigCommerce staffelt die Pläne nicht nach Funktionen allein, sondern nach dem Umsatz der vergangenen zwölf Monate. Überschreitest du die Grenze deines Plans, stuft der Anbieter automatisch hoch. Dazu kommt eine Gebühr auf Bestellungen, die über einen Zahlungsanbieter außerhalb der eigenen Liste laufen.
Für wen eignet sich BigCommerce?
BigCommerce zielt auf Händler, die wachsen und dabei nicht an Plattformgrenzen stoßen wollen. Der Anbieter nennt selbst B2C und B2B gleichermaßen und hebt Anwendungsfälle hervor, die anderswo Sonderlocken brauchen: Abonnements, gemischte B2B- und Direktvertriebsmodelle, regulierte und beschränkte Warengruppen mit Altersprüfung sowie mehrere Storefronts für Marken, Regionen oder Kanäle in einem System.
Zur Größenordnung gibt der Anbieter selbst Anhaltspunkte: Core beschreibt er als Plan für neue Unternehmen mit bis zu 30.000 $ Jahresumsatz, Growth für etablierte Händler auf dem Weg zu 100.000 $, Scale für schnell wachsende Unternehmen bei rund 1 Mio. $ und Performance für alles darüber. Ab 2 Mio. $ Umsatz in zwölf Monaten wechselt ein Konto automatisch in den Performance-Plan.
Weniger passend ist BigCommerce, wenn du einen eigenen Zahlungsanbieter mitbringst, der nicht auf der Embedded-Liste steht. Dann zahlst du zusätzlich zu dessen Gebühren noch 2,0 Prozent im Core-, 1,0 Prozent im Growth- und 0,6 Prozent im Scale-Plan auf den Bestellwert. Ebenfalls prüfen solltest du den Funktionsschnitt: Kundengruppen, Warenkorbabbrecher-Mails, dauerhafter Warenkorb und gespeicherte Zahlungsdaten fehlen im Core-Plan komplett, Produktfilter gibt es erst ab Scale, Preislisten auf SKU-Ebene erst im Performance-Plan.
BigCommerce im Arbeitsalltag
Der dokumentierte Einstieg läuft über die Testphase. Sie dauert 15 Tage, verlangt keine Kreditkarte und ist voll funktionsfähig: Du kannst den Shop live stellen und Zahlungen annehmen, sobald ein Zahlungspartner eingerichtet ist. Zum Zeitrahmen nennt der Anbieter, dass die meisten Shops innerhalb von 30 Tagen live gehen, B2B-Portale typischerweise in 60 bis 90 Tagen.
Den Shop baust du visuell per Drag-and-Drop oder gehst über die API tiefer. Der Checkout ist einseitig und bringt Apple Pay, Google Pay und Amazon Pay mit, dazu digitale Geldbörsen und Kauf auf Raten. Für Aktionen liefert BigCommerce nach eigenen Angaben über 70 Rabattarten mit, ohne dass eine Zusatz-App nötig ist. Versandpreise holt die Plattform in Echtzeit bei UPS, USPS, FedEx, Australia Post, Royal Mail und Canada Post; die Regel-Engine ShipperHQ steht in allen Plänen zur Verfügung.
Beim Verkauf über mehrere Kanäle bindet BigCommerce Amazon, eBay und Walmart an, dazu Google, Meta und TikTok über Feedonomics Surface, dessen Basisplan laut Anbieter bis 100.000 SKUs kostenlos ist. Offline verbindet sich die Plattform mit Kassensystemen wie Square, Vend, Clover und Heartland Retail. Lagerorte für Filialabholung und Click-and-Collect gibt es je nach Plan 4 bis 8.
Die Zahlungsseite verdient besondere Aufmerksamkeit. BigCommerce führt eine Liste eingebetteter Zahlungsanbieter, darunter Adyen, Affirm, Afterpay, Amazon Pay, Checkout.com, Klarna, PayPal Braintree, Stripe, Worldpay und die eigenen BigCommerce Payments. Bestellungen über diese Anbieter sind gebührenfrei. Alles andere gilt als offener Zahlungsanbieter, und darauf erhebt BigCommerce eine monatliche Gebühr, berechnet auf den zugeordneten Bestellwert. Sie erscheint als eigene Position auf der Rechnung und kommt zu den Gebühren des Zahlungsdienstleisters obendrauf.
Preise und Pläne
Die Pläne beziehen sich auf den GMV der vergangenen zwölf Monate, also den Bestellwert abzüglich 10 Prozent. Alle Preise sind in US-Dollar und ohne Steuern. Jahreszahlung spart 25 Prozent.
- Core, 39 $/Monat oder 29 $/Monat bei Jahreszahlung: bis 30.000 $ GMV, danach automatisches Upgrade auf Growth. Gebühr für offene Zahlungsanbieter 2,0 Prozent. Support rund um die Uhr per Chat und E-Mail
- Growth, 105 $/Monat oder 79 $/Monat bei Jahreszahlung: bis 100.000 $ GMV, danach automatisches Upgrade auf Scale. Gebühr für offene Zahlungsanbieter 1,0 Prozent. Support rund um die Uhr per Telefon und Chat
- Scale, 399 $/Monat oder 299 $/Monat bei Jahreszahlung: bis 33.333 $ GMV im Monat, darüber 0,9 Prozent Überziehung. Gebühr für offene Zahlungsanbieter 0,6 Prozent
- Performance, individuell ab 1.499 $/Monat bei Jahresabrechnung: eigene Zahlungskonditionen, fester Kundenbetreuer, keine Gebühr für offene Zahlungsanbieter laut Vertrag
Zusätzliche Storefronts kosten extra: 30 $ im Monat bei Core mit maximal 3 Storefronts, 50 $ bei Growth mit maximal 5 und 100 $ bei Scale mit maximal 8. Im Performance-Plan läuft das über den Vertrieb.
Für Core, Growth und Scale gibt es keinen Vertrag, du kannst jederzeit im Kontrollpanel kündigen, und die Abrechnung endet sofort. Verträge sieht der Anbieter nur beim Performance-Plan vor. Zur Testphase: Sie dauert 15 Tage und ist voll funktionsfähig. Steigst du danach nicht ein, bleiben deine Daten 90 Tage erhalten, der Shop ist in dieser Zeit für Kunden gesperrt, danach wird er gelöscht. Die Kartengebühr über PayPal Braintree beziffert der Anbieter mit 2,89 Prozent plus 0,29 $ je Transaktion. Stand: August 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- 15 Tage voll funktionsfähige Testphase ohne Kreditkarte
- Core, Growth und Scale ohne Vertragsbindung, sofortiges Ende der Abrechnung bei Kündigung
- Gebührenfreie Zahlungen über die Liste eingebetteter Anbieter
- Bei Scale und Performance laufende Überziehung statt harter Sprünge
- Über 70 Rabattarten, Mehrwährung und Echtzeit-Versandpreise ohne Zusatz-Apps
- Marktplatz- und Kanalanbindung inklusive Feedonomics Surface, dessen Basisplan bis 100.000 SKUs kostenlos ist
- EU-Vertreter nach Artikel 27 DSGVO in Dublin benannt
- 90 Tage Datenaufbewahrung nach Ablauf der Testphase
Schwächen:
- Zusätzliche Gebühr von 2,0, 1,0 oder 0,6 Prozent für Zahlungsanbieter außerhalb der Embedded-Liste
- Automatisches Hochstufen beim Überschreiten der Umsatzgrenze
- Zusätzliche Storefronts kosten 30, 50 oder 100 $ im Monat und sind begrenzt
- Kundengruppen, Warenkorbabbrecher-Mails, dauerhafter Warenkorb und gespeicherte Karten fehlen im Core-Plan
- Produktfilter erst ab Scale, Preislisten erst im Performance-Plan
- Kein Telefon-Support im Core-Plan, fester Ansprechpartner erst im Performance-Plan
- Preise in US-Dollar ohne Steuern, Anbieter mit Sitz in den USA
Alternativen zu BigCommerce
Aus derselben Kategorie kommen ePages, Gambio, OXID eShop und Ecwid infrage, dazu Shopware und Shopify, die das Verzeichnis unter E-Commerce führt. Für den deutschen Markt ist die entscheidende Frage selten der Funktionsumfang, sondern die Anbindung an Warenwirtschaft, Buchhaltung und Versand sowie die Frage, wo die Kundendaten liegen. Genau daran arbeiten wir täglich: E-Commerce für Shop und Migration, ERP & Warenwirtschaft für die Systeme dahinter.
BigCommerce im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: BigCommerce steht in der Kategorie mit 26 weiteren Werkzeugen.
Der Anbieter sitzt außerhalb der EU. In dieser Kategorie führt das Verzeichnis 15 Alternativen mit EU-Sitz, davon 12 aus Deutschland.
BigCommerce nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 22 von 26 Werkzeugen (85 Prozent).
Einen kostenlosen Einstieg bietet BigCommerce nicht. In der Kategorie haben 10 von 26 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
BigCommerce ist aus unserer Sicht dann interessant, wenn B2B und B2C aus einem System laufen sollen und du bereit bist, das Preismodell wirklich durchzurechnen. Der Monatspreis ist dabei die kleinste Position. Entscheidend sind zwei andere Zahlen. Erstens die Gebühr für Zahlungsanbieter außerhalb der Embedded-Liste: Bei 200.000 $ Jahresumsatz im Growth-Plan sind 1,0 Prozent rund 2.000 $ im Jahr, zusätzlich zu dem, was dein Zahlungsdienstleister ohnehin nimmt. Prüf also zuerst, ob dein Wunschanbieter auf der Liste steht. Zweitens die automatische Hochstufung: Sie ist bequem, aber sie bedeutet auch, dass ein gutes Weihnachtsgeschäft deinen Plan dauerhaft verteuert. Für den deutschen Markt kommt hinzu, dass Preise in Dollar abgerechnet werden und der Anbieter in Texas sitzt. Wer Warenwirtschaft, Buchhaltung und Versand ohnehin in Deutschland betreibt, sollte die europäischen Alternativen ernsthaft danebenlegen, bevor er sich festlegt.
Bewertungen im Überblick
Überblick
- ✓ Einseitiger Checkout mit Apple Pay, Google Pay und Amazon Pay in allen Plänen
- ✓ Über 70 Rabattarten für Gutscheine, Aktionen und Geschenkkarten ohne Zusatz-App
- ✓ Mehrwährungsfähigkeit mit über 100 Währungen und lokalen Zahlungsarten
- ✓ Echtzeit-Versandpreise von UPS, USPS, FedEx, Australia Post, Royal Mail und Canada Post
- ✓ Eigener Blog, Produktbewertungen, HTTPS und dediziertes SSL in allen Plänen
- ✓ Multi-Storefront für mehrere Marken oder Regionen, je Storefront kostenpflichtig
- ✓ Anbindung an Amazon, eBay und Walmart sowie an Google, Meta und TikTok über Feedonomics Surface
- ✓ Kassensystem-Anbindungen an Square, Vend, Clover und Heartland Retail
- ✓ B2B-Funktionen mit kundenspezifischen Preisen, Angeboten, Nachbestellung, Rechnungszahlung und Freigabeprozessen
- ✓ Preislisten auf SKU-Ebene und erweiterte Aktionsverwaltung im Performance-Plan
- ✓ Lagerorte für Filialabholung und Click-and-Collect, 4 bis 8 je nach Plan
- ✓ Offene APIs und laut Anbieter über 600 Integrationen zu ERP, CRM, PIM und WMS
Vorteile
- + 15 Tage voll funktionsfähige Testphase ohne Kreditkarte, Verkauf während der Testphase möglich
- + Core, Growth und Scale ohne Vertragsbindung, Kündigung jederzeit im Kontrollpanel
- + Zahlungen über die Embedded-Liste sind gebührenfrei, darauf stehen unter anderem Adyen, Klarna, PayPal, Stripe und Worldpay
- + Bei Scale und Performance keine harten Sprünge, sondern ein laufender Überziehungssatz
- + Über 70 Rabattarten, Mehrwährung und Echtzeit-Versandpreise ohne zusätzliche Apps
- + EU-Vertreter nach Artikel 27 DSGVO benannt: Commerce Software Ireland Ltd. in Dublin
- + Nach Ende der Testphase bleiben die Daten 90 Tage erhalten
Nachteile
- - Zahlungen über Anbieter außerhalb der Embedded-Liste kosten zusätzlich 2,0 Prozent im Core-, 1,0 Prozent im Growth- und 0,6 Prozent im Scale-Plan
- - Die Pläne stufen sich beim Überschreiten der Umsatzgrenze automatisch hoch
- - Zusätzliche Storefronts kosten 30, 50 oder 100 $ im Monat, begrenzt auf 3, 5 beziehungsweise 8
- - Kundengruppen, Warenkorbabbrecher-Mails, dauerhafter Warenkorb und gespeicherte Karten fehlen im Core-Plan
- - Produktfilter und eigene Filterfelder gibt es erst ab dem Scale-Plan
- - Preislisten und erweiterte Aktionsverwaltung bleiben dem Performance-Plan vorbehalten
- - Telefon-Support fehlt im Core-Plan, ein fester Ansprechpartner erst im Performance-Plan
- - Preise in US-Dollar und ohne jede Steuer, Anbieter sitzt in den USA
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