SendIT
SendIT ist eine Multicarrier-Versandsoftware der ProLogis Automatisierung und Identifikation GmbH aus Sixthaselbach. Sie druckt Versandetiketten für KEP-Dienste und Speditionen und übermittelt die Sendungsdaten. Betrieb auf eigenen Servern, Lizenz je Frachtführer, Preise auf Anfrage.
Übersicht zu SendIT: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 28.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist SendIT?
SendIT ist eine Multicarrier-Versandsoftware. Laut AGB druckt sie Versandetiketten und übermittelt die Sendungsdaten elektronisch an die Paketdienstleister. Du arbeitest also mit einer Oberfläche und einer Schnittstelle, egal ob die Sendung mit GLS, DPD, DHL Freight oder einer Spedition rausgeht. Hersteller ist die ProLogis Automatisierung und Identifikation GmbH in Sixthaselbach nördlich von München, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRB 95377. ProLogis entwickelt nach eigenen Angaben seit über 30 Jahren Lösungen für die industrielle Kennzeichnung und Datenerfassung.
Ein Cloud-Dienst ist SendIT nicht. Der Anbieter nennt es eine On-Premise-Lösung, die auf den Servern des Kunden läuft, lokal oder in einer privaten oder öffentlichen Cloud. Auf Wunsch hostet ProLogis einen SendIT-Server, die Installation bleibt aber die des Kunden. Abgerechnet wird nicht je Paket, sondern über Druckerlizenzen je Frachtführer.
Wie viele Frachtführer angebunden sind, sagt der Anbieter nicht einheitlich. Die Startseite wirbt oben mit „250+ Frachtführer“ und weiter unten mit „200+“, die Produktseite nennt ebenfalls 200+, die HAMA-Referenz „mehr als 100“. Die Portfolio-Seite listet die Anbindungen nach Versenderland, von Deutschland, Österreich und der Schweiz über Benelux, Frankreich und Großbritannien bis Polen, Skandinavien und Ungarn. Welche Carrier konkret angebunden sind, zeigt nur diese Liste.
Für wen eignet sich SendIT?
SendIT zielt auf Unternehmen, die mit mehreren Frachtführern versenden und ihr ERP oder WMS direkt anbinden wollen. Laut FAQ beginnt der Nutzen spätestens beim Versand mit zwei Frachtführern, und Firmen setzen SendIT für 10 Etiketten bis über 250.000 Etiketten am Tag ein. Auf der Referenzseite nennt ProLogis Krones, HAMA, Conrad, BSH, Balluff und Tom Tailor als Kunden. Laut HAMA-Referenz eignet sich SendIT „besonders gut für eCommerce-Unternehmen“, die mit mehreren Frachtführern arbeiten, als Mission nennt die Startseite allgemeiner „effiziente Versandprozesse für KMU und Konzerne“. Für E-Commerce ist SendIT also eine Option, aber nicht der einzige Fokus.
Nicht passend ist SendIT für Verbraucher, denn laut AGB werden ihnen die Leistungen nicht angeboten. Wer eine Versandlösung ohne eigenen Server sucht, findet hier ebenfalls nichts, weil es SendIT laut FAQ (noch) nicht als SaaS gibt. Und Logistikdienstleister sollten genau lesen: Die AGB untersagen, die Software zu nutzen, um Dienstleistungen für Dritte zu erbringen. Die HAMA-Referenz beschreibt die Mandantenfähigkeit dagegen ausdrücklich als Versand für Abteilungen, Tochterfirmen oder Kunden. Einzelvertragliche Regelungen gehen den AGB laut deren eigener Rangfolge vor, das wäre also im Angebot zu klären.
SendIT im Arbeitsalltag
Den Ablauf beschreibt ProLogis so: Dein Vorsystem, etwa ERP oder WMS, schickt Druckanfragen über die REST-API oder eine Datenbanktabelle an SendIT. SendIT druckt das passende Etikett am gewählten Arbeitsplatz und gibt die Paketnummer zurück. Im Client-Betrieb scannt jemand am Packplatz die Referenznummer, SendIT lädt die Auftragsdaten aus dem Vorsystem, und Adresse, Gewicht oder Sendungsart lassen sich noch ändern. Einzelne Sendungen kannst du auch manuell anlegen, der Anbieter nennt Musterversand und Weihnachtskarten als Beispiele.
Am Ende des Tages steht der Tagesabschluss je Versandpartner, manuell oder zeitgesteuert, mit Ladelisten und Übermittlung per EDI. Danach übernimmt die Sendungsverfolgung: Jede Sendung bekommt beim Druck eine Tracking-ID des Frachtführers, die per E-Mail-Avis an deine Kunden gehen kann. Die Erweiterung Proof of Delivery fragt die Status beim Frachtführer ab und erstellt eine Gelangensbestätigung.
Zwei Referenzen hat ProLogis ausführlich veröffentlicht. Bei der BSH Hausgeräte GmbH läuft SendIT laut Anbieter seit Ende 2014 an zwei Standorten in England und Frankreich, angebunden an SAP über den „Carrier Connector for SAP“ von Brandt & Partner. Die Rede ist von 185.000 Lieferbelegen pro Monat. Bei HAMA in Monheim erzeugt ein Printserver die Versanddokumente aus den HAMA-Datenbanken, zwei vollautomatische Etikettiersysteme kleben Lieferscheine und Etiketten auf die Kartons. Beide Angaben stammen vom Anbieter und sind nicht unabhängig geprüft.
Preise und Pläne
ProLogis veröffentlicht keine Preise. Der Weg zum Preis führt über „Unverbindlich anfragen“, „Demo vereinbaren“ oder den Projekt-Check im Menü, und laut AGB kommt der Vertrag erst durch Annahme eines Angebots von ProLogis zustande.
Die Abrechnungseinheit ist trotzdem belegt: Du kaufst Druckerlizenzen für die ausgewählten Frachtführer. Diese Lizenzen nutzt du mit beliebig vielen Usern und über mehrere Mandanten hinweg, die Zahl der Etiketten ist laut FAQ nicht begrenzt. Erweiterungen kommen dazu, wobei der Anbieter verspricht, dass du nur bezahlst, was du nutzt. Die Einheiten unterscheiden sich je Erweiterung: Das Workflow-Grundmodul wird einmal je Server installiert, Gefahrgut je Frachtführer, das Rating je Server und je Frachtführer.
Wartung und Support gibt es nur mit einem gesonderten Vertrag. Mit diesem Vertrag bekommst du neue Versionen ohne weitere Lizenzgebühren, die Durchführung des Updates berechnet ProLogis aber nach Aufwand. Kundenspezifische Anpassungen sind ebenfalls extra zu beauftragen. Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen fällig, alle Vergütungen verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer. Eine Gratisversion oder Testphase bewirbt ProLogis nicht. Preisstand: Oktober 2026.
Stärken und Schwächen
Abgerechnet wird je Frachtführer und nicht je Label, und der Anbieter schreibt, SendIT wachse „kostenneutral“ mit dem Versandaufkommen. Das Nutzungsrecht ist laut AGB zeitlich unbefristet. Dazu kommen der Betrieb auf eigener Infrastruktur und Schnittstellen bis hinunter zu Barcodelesern, SPS und Volumenmesssystemen. Bei den Versanddienstleistern hat ProLogis Partnerstatus: DHL Premium Partner, DPD Gold Partner und nach eigener Aussage einer von vier GLS Trusted Partnern.
Die Einschränkungen stehen vor allem in den AGB. Updates brauchen eine Testphase und etwaige Freigaben durch die Frachtführer, ihre Durchführung kostet nach Aufwand. Neue Produkte oder Services eines Frachtführers kommen mit dem nächsten Release, die Vorlaufzeit nennt ProLogis mit ca. sechs Monaten. Die Haftung bei leichter Fahrlässigkeit ist auf die jährliche Gesamtvergütung begrenzt. Und die Standard-Anbindungen für GLS, Planzer, EVRi und DHL eCommerce Benelux schließen laut ihren Carrier-Seiten Gefahrgut und die automatische Zollabwicklung über ATLAS aus. Gefahrgut gibt es als Erweiterung je Frachtführer.
Dazu einige Widersprüche auf der eigenen Website. Die Partnerseite überschreibt den DHL-Absatz mit „Optimierte Prozesse für über 400 Kunden“, im Text darunter stehen „mehr als 300 Kunden“. Die Seite für DHL eCommerce Benelux führt „Retoure“ als verfügbares Produkt und darunter „Keine Retouren möglich“. Die Partnerseite nennt Schenker als nutzbare Spedition, in der Carrier-Liste der Portfolio-Seite fehlt Schenker. Und die FAQ sagt, SendIT gebe es (noch) nicht als SaaS, während eine Stellenanzeige für den Vertrieb vom „neuen SaaS-Angebot“ spricht, das an den Markt gebracht werden soll.
Alternativen zu SendIT
Wenn du eine Multicarrier-Versandsoftware für mehrere Frachtführer suchst, lohnt der Vergleich mit ShipXpert, V-LOG und shipcloud. Prüf dabei vor allem Betriebsart und Abrechnungseinheit, denn das sind bei SendIT die prägenden Punkte: eigener Server und Lizenz je Frachtführer. Seven Senders ist übrigens keine Alternative im engeren Sinn: SendIT führt Seven Senders selbst in seiner Carrier-Liste.
SendIT im Vergleich
SendIT nennt keine Beträge. Damit steht das Werkzeug in dieser Kategorie nicht allein: 255 von 558 Anbietern geben ihre Preise erst im Gespräch heraus.
Anbieter mit Sitz in Deutschland: 217 von 558 in dieser Kategorie. Aus der EU insgesamt 312.
Einen dauerhaft kostenlosen Plan bietet SendIT nicht. In der Kategorie haben 124 von 558 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.
Überblick
Wir halten SendIT für eine ernsthafte Option, wenn du viel und über mehrere Frachtführer versendest, eine eigene IT hast und die Versandsoftware fest an ERP oder WMS hängen willst. Die Lizenz je Frachtführer statt je Paket spielt ihre Stärke bei hohem Volumen aus, und der Betrieb auf eigenen Servern passt zu Unternehmen, die ihre Sendungsdaten nicht in eine fremde Cloud geben wollen.
Für einen kleinen Onlineshop mit einem Carrier ist das aus unserer Sicht zu viel Projekt, auch wenn ProLogis Einsätze ab 10 Paketen am Tag nennt. Die Lizenz ist nur ein Teil der Rechnung: Wartungsvertrag, Updates nach Aufwand und die Anbindung ans Vorsystem kommen dazu, und keiner dieser Posten steht öffentlich. Lass dir im Angebot deshalb die Gesamtkosten über drei Jahre aufschlüsseln, frag nach dem Aufwand je Update und kläre als Logistikdienstleister, ob du für Kunden versenden darfst. Wenn du die Anbindung selbst planst, gehört die Automatisierung der Versandprozesse gleich mit auf den Tisch, sonst druckst du am Ende nur schneller Etiketten.
Überblick
- ✓ Druck frachtführerspezifischer Versandetiketten und elektronische Übermittlung der Sendungsdaten an die Versanddienstleister
- ✓ Carrier-Liste nach Versenderland, von Deutschland, Österreich und der Schweiz über Benelux, Frankreich und Großbritannien bis Polen, Skandinavien und Ungarn, für Paketdienste und Speditionen
- ✓ Anbindung des ERP oder WMS über eine Datenbanktabelle, Stored Procedures in SQL-Datenbanken oder eine REST-API, die nach dem Druck die Paketnummer zurückgibt
- ✓ Drei kombinierbare Betriebsarten: Black-Box im Hintergrund, Client-Dialog am Packplatz und Ansteuerung automatischer Etikettiersysteme
- ✓ Etiketten über Etikettendrucker, Laserdrucker oder als PDF, Stapeldruck per CSV-Import, neutrale Etiketten für eigene Zustelldienste
- ✓ Tagesabschluss je Versandpartner manuell oder zeitgesteuert, Ladelisten und Übermittlung der Daten per EDI
- ✓ Mehrmandantenfähig: Marken, Standorte und Firmenzweige in einer Installation, abweichende Retourenadressen und Deckadressen für das Streckengeschäft
- ✓ Erweiterungen für Gefahrgut nach ADR, E-Mail-Avis, Tracking und Proof of Delivery mit Gelangensbestätigung, Peripherie-Steuerung und regelbasierte Workflows
- ✓ Frachtkostenberechnung (Rating): automatische Carrier-Wahl nach den niedrigsten Kosten und SOLL-Kosten für die Rechnungseingangsprüfung
- ✓ Schnittstellen zu stationären Barcodelesern, Maschinensteuerungen (SPS) und Volumenmesssystemen
Vorteile
- + Lizenz je Frachtführer statt je Sendung: Etikettenzahl, User und Mandanten sind laut FAQ nicht begrenzt
- + Betrieb auf eigenen Servern, lokal oder in einer privaten oder öffentlichen Cloud, Hosting durch ProLogis optional
- + Zeitlich unbefristetes Nutzungsrecht laut AGB
- + Vertragspartner ist eine GmbH in Sixthaselbach, es gilt deutsches Recht
- + Partnerstatus bei Versanddienstleistern: DHL Premium Partner, DPD Gold Partner und laut Anbieter einer von vier GLS Trusted Partnern
- + Bei laufendem Wartungsvertrag gibt es neue Versionen ohne weitere Lizenzgebühren
Nachteile
- - Keine veröffentlichten Preise, ein Angebot gibt es erst nach Anfrage
- - Kein SaaS: SendIT wird laut FAQ (noch) nicht als Software as a Service angeboten, Installation und Betrieb liegen beim Kunden
- - Wartung und Support nur mit gesondertem Vertrag, die Durchführung von Updates wird nach Aufwand berechnet und setzt eine Testphase voraus
- - Neue Produkte oder Services eines Frachtführers kommen laut AGB mit dem nächsten Release, Vorlaufzeit ca. sechs Monate
- - Die Standard-Anbindungen für GLS, Planzer, EVRi und DHL eCommerce Benelux erlauben keinen Gefahrgutversand und keine automatische Zollabwicklung über ATLAS
- - Nur für Geschäftskunden und nur für interne Geschäftszwecke: Laut AGB ist es untersagt, mit der Software Dienstleistungen für Dritte zu erbringen
- - Widersprüchliche Carrier-Zahl: Die Startseite nennt 250+ und wenige Absätze später 200+ Frachtführer
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