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Softwareentwicklung 5 Min. Lesezeit

go-digital beantragen 2026: Geht nicht mehr, das sind die Alternativen

go-digital kannst du seit Anfang 2025 nicht mehr beantragen, das BMWK-Programm ist ausgelaufen. Was es geboten hat, warum es weg ist und welche drei Förderwege 2026 an seine Stelle treten.

Roboter hält ein abgelaufenes go-digital Dokument mit Stempel und zeigt auf zwei neue Förder-Alternativen

Du willst „go-digital beantragen” und bist über Google hier gelandet? Dann kommt zuerst die unbequeme Nachricht: Das geht nicht mehr. Das Förderprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums ist Ende 2024 ausgelaufen. Seit dem 1. Januar 2025 nimmt niemand mehr einen Antrag an. Punkt.

Das steht in keiner Werbeanzeige, die dir gerade noch „go-digital sichern” verspricht. Manche Berater-Seiten ranken weiter auf das Keyword, als gäbe es das Programm noch. Gibt es aber nicht. Wer dir 2026 erzählt, er beantrage go-digital für dich, verkauft dir Luft. Bevor du weitersuchst, lass uns ehrlich klären, was war, warum es weg ist und was jetzt an die Stelle tritt.

Warum du go-digital nicht mehr beantragen kannst

go-digital lief seit 2017 und wurde noch bis Ende 2024 verlängert. Dann war Schluss. Das Bundeswirtschaftsministerium hat die Richtlinie zum 31. Dezember 2024 auslaufen lassen. Die Begründung steht knapp auf der offiziellen Seite des Programmträgers: angespannte Haushaltslage. Kein neuer Topf.

Eine kleine Übergangsregel gab es. Projekte, die 2024 noch bewilligt wurden, durften 2025 zu Ende geführt und abgerechnet werden. Das betrifft aber nur Unternehmen, die damals schon im Programm waren. Für alle anderen ist die Tür zu.

go-digital war nicht allein. Der gleiche Hammer hat schon vorher das Schwesterprogramm getroffen: Digital Jetzt, der Investitionszuschuss für Hard- und Software, lief bereits Ende 2023 aus. Beide großen Bundesförderungen für Mittelstands-Digitalisierung sind also weg.

So hat go-digital funktioniert, damit du es einordnen kannst

Damit du weißt, was verloren ging und warum die Nachfolger anders ticken, kurz zum Modell. go-digital hat 50 Prozent der Beratungskosten übernommen, gedeckelt auf einen festen Tagessatz und eine maximale Tagezahl. Das Geld floss nicht an dich direkt, sondern an ein vom Bund autorisiertes Beratungsunternehmen, das die Förderung für dich abgewickelt hat. Du hast also nicht selbst einen Antrag gestellt, sondern einen zugelassenen Berater beauftragt, der den Papierkram übernahm.

Drei Module gab es: digitalisierte Geschäftsprozesse, digitale Markterschließung und IT-Sicherheit. In der Praxis hieß das oft: ein autorisierter Berater analysiert deine Abläufe, du zahlst die Hälfte, der Bund die andere. Das war ein gutes Programm, gerade für kleinere Vorhaben, bei denen externe Beratung sonst zu teuer gewesen wäre. Aber es ist Geschichte. Genau dieses Modell, Beratung plus direkter Zuschuss auf die Beraterrechnung, gibt es bundesweit so nicht mehr. Das ist der wichtigste Unterschied zu allem, was jetzt kommt.

Was 2026 an die Stelle von go-digital tritt

Die ehrliche Kurzfassung vorweg. Es gibt aktuell keinen bundesweiten 1:1-Ersatz, der dir wieder Geld auf die Rechnung deines Wunsch-Dienstleisters legt. Trotzdem ist nicht alles verloren. Drei Wege sind real, hier als Anriss, mit dem entscheidenden Unterschied zu go-digital.

Mittelstand-Digital Zentren. Die offizielle Nachfolge-Struktur des Bundes. Rund 30 Zentren bundesweit, anbieterneutral und für dich kostenfrei, mit Workshops und Einzelberatung zu Digitalisierung, KI und IT-Sicherheit. Der Haken: Die Zentren beraten nur, sie zahlen keinen Cent zu der Firma, die du danach beauftragst. go-digital war Beratung plus Zuschuss, die Zentren sind nur Beratung.

Länder-Digitalbonus. Den echten Zuschuss findest du am ehesten noch auf Länderebene, etwa beim Digitalbonus Bayern. Hier liegt das Geld, das go-digital geboten hat, nur regional und mit eigenen Bedingungen. Nicht jedes Bundesland hat so ein Programm, und die Konditionen unterscheiden sich stark. Welche Summen, Fristen und Voraussetzungen wirklich gelten, schaust du dir am besten direkt im Förder-Überblick an.

KfW-Förderkredit. Wenn weder Beratung noch Landeszuschuss passen, bleibt der ERP-Förderkredit Digitalisierung der KfW. Kein geschenktes Geld, sondern ein vergünstigter Kredit zu zinsverbilligten Konditionen für Hard- und Software, digitale Geschäftsmodelle und KI-Vorhaben. Den Antrag stellst du über deine Hausbank, immer vor Projektbeginn.

Den vollen Überblick aller Programme, mit den konkreten Förderhöhen, Fristen und den Stolperfallen bei der Antragstellung, findest du in unserem Überblick zur Software-Förderung im Mittelstand. Dort steht sortiert, was in deinem Bundesland überhaupt offen ist und worauf du dich einstellen musst.

Was du 2026 konkret tun kannst

Genug Theorie, hier der kurze Pfad, wenn du deine Digitalisierung fördern lassen willst:

  1. Streich go-digital von der Liste. Es kommt nicht zurück. Jede Seite, die dir das Gegenteil verspricht, ist veraltet oder unseriös.
  2. Prüf deinen Landes-Digitalbonus. Geh auf das Wirtschaftsministerium deines Bundeslandes und auf foerderdatenbank.de. Den vollen Vergleich mit Fördersummen und Bedingungen liefert der verlinkte Förder-Überblick.
  3. Hol dir kostenlose Orientierung beim Mittelstand-Digital Zentrum. Gerade wenn du noch nicht weißt, welcher Hebel sich lohnt, ist die neutrale Beratung Gold wert und kostet nichts.
  4. Plan den KfW-Kredit für die großen Brocken. Bei einem größeren Software- oder KI-Projekt rechnet sich der günstige Zins. Sprich früh mit deiner Hausbank, der Antrag muss vor dem ersten Vertrag stehen.

Eine ehrliche Einschränkung gehört dazu. Förderung deckt nie die ganze Rechnung. Beim Digitalbonus bleibt mindestens die Hälfte bei dir, beim Kredit zahlst du alles zurück, nur günstiger. Wie viel am Ende trotz Zuschuss wirklich hängenbleibt, haben wir im Beitrag zum Eigenanteil bei geförderter Softwareentwicklung durchgerechnet. Wer ein Projekt nur startet, weil es Förderung gibt, baut auf wackligem Grund. Das Vorhaben muss sich auch ohne Zuschuss rechnen. Wenn nicht, sagen wir dir das.

Was wir nicht machen: Wir reichen keinen Förderantrag für dich ein, das geht beim Digitalbonus rechtlich gar nicht. Was wir machen: Wir entwickeln die Individualsoftware, die du fördern lassen willst, und planen sie so, dass sie förderfähig und sauber dokumentiert ist. Wenn du unsicher bist, ob sich dein Vorhaben mit oder ohne Förderung trägt, buch dir eine Fokus-Session. Kein Verkaufsgespräch, eine ehrliche Einschätzung, wo dein größter Hebel liegt.

#Förderung #go-digital #Digitalisierung

Über den Autor

Matthias Hinsche
Matthias Hinsche

Gründer & Geschäftsführer, BuI Hinsche GmbH / Business.Digital

Matthias Hinsche baut seit 2006 E-Commerce-Lösungen. Vom ersten osCommerce-Modul bis zur KI-gestützten Prozessautomatisierung. Shopware Premium Extension Partner, xentral-Partner, und einer der wenigen, die sowohl Core-Entwicklung als auch betriebswirtschaftliche Prozesse wirklich verstehen.

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