Beantwortet von der Redaktion von Business.Digital Stand
Forward Propagation, auf Deutsch Vorwärtspropagierung, bezeichnet den Durchlauf eines Datenpunkts durch ein neuronales Netz von der Eingabeschicht bis zur Ausgabeschicht. Jede Schicht verarbeitet die Daten, wendet mathematische Operationen an und gibt das Ergebnis an die nächste Schicht weiter.
Es ist der grundlegende Berechnungsschritt, der immer stattfindet, egal ob das Netz trainiert oder genutzt wird. Bei der Inferenz (wenn das Modell eine Aufgabe erledigt) ist Forward Propagation alles, was passiert. Beim Training folgt danach Back Propagation.
Wie funktioniert das schichtweise?
Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Eingangsschicht: Ein Bild als Pixelwerte. Erste verborgene Schicht: Jeder Neuron berechnet eine gewichtete Summe der Eingaben und wendet eine Aktivierungsfunktion an. Das Ergebnis wird zur nächsten Schicht weitergegeben. Das wiederholt sich durch alle Schichten. Ausgabeschicht: Eine Wahrscheinlichkeitsverteilung über mögliche Klassen, zum Beispiel “88% Katze, 7% Hund, 5% Vogel”.
Die Gewichte, die die Stärke jeder Verbindung bestimmen, wurden durch Training gelernt. Beim ersten Training sind sie zufällig. Back Propagation passt sie an, bis die Ausgaben besser werden.
Forward Propagation vs. Back Propagation
Forward: Daten durchlaufen das Netz in eine Richtung, Vorhersage wird erzeugt. Back: Der Fehler der Vorhersage wird rückwärts durchs Netz propagiert, Gewichte werden angepasst. Beide zusammen ergeben einen Trainingsschritt. Bei der Nutzung des Modells (Inferenz) findet nur Forward Propagation statt.
Das ist für den praktischen Einsatz vor allem relevant, wenn du eigene Modelle baust. Beim Einsatz fertiger Modelle ist Forward Propagation das, was im Hintergrund passiert, wenn du Fragen stellst oder Bilder analysierst. Für konkrete Anwendungsfragen stehen wir in einer KI-Beratung bereit.