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Piwik PRO Analytics Suite
Analytics & Business Intelligence kostenpflichtig 🇪🇺 EU

Piwik PRO Analytics Suite

Analyseplattform aus Polen mit vier Modulen unter einer Lizenz: Analytics, Tag Manager, Data Activation und Consent Management. Business ab 36 € im Monat, Enterprise ab 366 € im Monat bei Jahreszahlung. Der Business-Plan läuft in einer EU-Cloud in Schweden.

★★★★½ 4.5 / 5 (G2)

Übersicht zu Piwik PRO Analytics Suite: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Die Angaben sind noch nicht einzeln gegen die Herstellerseite geprüft. Maßgeblich ist immer die Seite des Anbieters.

Was ist Piwik PRO Analytics Suite?

Piwik PRO bündelt vier Werkzeuge unter einer Lizenz: Analytics, Tag Manager, Data Activation und die Consent Management Platform von Cookie Information. Der Anbieter nennt das “Multiple tools under one license and consistent data throughout”. Beide Pläne, Business und Enterprise, enthalten alle vier Module. Das ist der Unterschied zu Suiten, die das Einwilligungsmanagement erst in der oberen Stufe freischalten.

Hinter dem Produkt steht die Piwik PRO SA mit EMEA-Hauptsitz in der ul. św. Antoniego 2/4 in Wrocław, Polen. Für den deutschsprachigen Markt gibt es eine eigene Gesellschaft, die Piwik PRO GmbH in der Knesebeckstraße 62/63 in Berlin. Das Produkt startete im September 2013, ursprünglich aus einer Beratung rund um die Open-Source-Software Piwik heraus. 2016 trennten sich die Wege, seitdem entwickelt die Firma eine eigene Plattform. Seit Oktober 2023 gehört Piwik PRO zur dänischen Cookie Information Group.

Technisch fällt vor allem eines auf: Die Erfassung läuft weiter, auch wenn Besucher Cookies ablehnen. Der Anbieter beschreibt das als datenschutzfreundliche anonyme Messung. Dazu kommt der Verzicht auf Stichproben und ein Rohdatenzugang über API, BigQuery oder CSV. Wer Analysedaten in eigene Auswertungen oder in ein automatisiertes Reporting überführen will, bekommt sie hier ohne Umweg über ein Exportformat des Anbieters.

Für wen eignet sich Piwik PRO?

Die Plattform ist auf regulierte Branchen zugeschnitten. Der Anbieter nennt Gesundheitswesen, Banken und Finanzdienstleister, Energieversorger, Telekommunikation, Versicherungen sowie Behörden und den öffentlichen Sektor. Für das Gesundheitswesen unterschreibt Piwik PRO ein Business Associate Agreement nach HIPAA, allerdings nur im Enterprise-Plan. Für Finanzinstitute verweist der Anbieter auf die EBA-Leitlinien zur Nutzung von Cloud-Anbietern und auf DORA.

Der zweite Fall ist die Messung hinter dem Login. Piwik PRO wirbt damit, Nutzerverhalten in geschützten Bereichen von Web- und Mobil-Anwendungen zu erfassen, die aus Sicherheits- und Datenschutzgründen für Google Analytics gesperrt sind. Patientenportale, Kundenkonten, Mitgliederbereiche.

Weniger passend ist die Suite für kleine Websites mit einfachem Bedarf. Der Einstieg kostet 36 € im Monat und bringt vier Module, bis zu 2 Millionen Aktionen und bis zu 20 Domains mit. Wer nur Seitenaufrufe zählen will, zahlt für Kapazität, die er nicht abruft. Und wer HIPAA-Konformität braucht, landet ohnehin nicht im Business-Plan, sondern beim Enterprise-Angebot mit individueller Preisverhandlung.

Piwik PRO im Arbeitsalltag

Der Ablauf beginnt beim Einwilligungsmanagement, nicht bei der Messung. Der Consent Manager sammelt die Einwilligungen, der Tag Manager fragt sie ab: Tags werden kategorisiert und feuern erst, wenn die passende Zustimmung vorliegt. Der Anbieter nennt das Zero Cookie Load und verweist dabei auf die Vorgaben der französischen CNIL und das deutsche TDDDG. Einwilligungsabfragen nach DSGVO lassen sich auf Besucher aus dem Europäischen Wirtschaftsraum begrenzen. Ein Cookie Scanner prüft, ob die eigene Website vor der Zustimmung bereits Cookies setzt.

Im Tag Manager arbeitest du mit einer Vorlagenbibliothek für Tags, Trigger und Variablen, kannst eigene Tags und HTML einbauen und Änderungen vorher in einer Testumgebung mit Debug-Modus durchspielen. Ein Data Layer nimmt zusätzliche Informationen auf, wenn die Standardvariablen nicht reichen.

Ausgewertet wird in Analytics. Dashboards aktualisieren sich alle 10 Sekunden, dazu kommen Attributionsberichte über mehrere Kanäle, Conversion-Funnels mit eigenen Ereignissen und eine User-Flow-Analyse ab der ersten oder letzten Interaktion. Berichte lassen sich per Drag-and-drop bauen, Daten gehen als JSON, CSV oder XML raus oder werden über die API abgeholt. Google Ads und die Google Search Console hängen als Datenquellen mit drin.

Am Ende steht Data Activation, das frühere CDP-Modul. Aus dem Verhalten werden Segmente, aus Segmenten Auslöser: Overlays und Erinnerungen direkt auf der Seite, Nachrichten über E-Mail, Anzeigen, Mobil oder Web. Der Anbieter nennt über 1.000 Ziele, erreichbar über direkte Integrationen, Webhooks oder Automatisierungswerkzeuge.

Zur Wirkung veröffentlicht Piwik PRO eine Kundenreferenz des Befestigungsherstellers Rawlplug. Wojciech Telecki, dort Head of Digital Marketing, wird mit dem Satz zitiert, seit der Einführung ließen sich fast 100 Prozent der Online-Transaktionen konkreten Quellen zuordnen, ein Beratungsaudit habe 98 bis 99 Prozent Übereinstimmung mit den Buchhaltungsdaten bestätigt, gegenüber 30 Prozent mit Google Analytics. Die Zahlen stammen vom Anbieter und sind nicht unabhängig geprüft.

Preise und Pläne

Piwik PRO veröffentlicht zwei Stufen. Ein dauerhaft kostenloser Plan steht nicht mehr auf der Preisseite.

Business startet bei 36 € im Monat. Der Endpreis hängt davon ab, wie viele Domains du verwaltest und wie viel Daten du erhebst; der Anbieter stellt dafür einen Rechner bereit. Enthalten sind alle vier Module, bis zu 2 Millionen Aktionen im Monat über bis zu 20 Domains, 25 Monate Datenaufbewahrung, EU-Hosting in Schweden, 50 Berichte je Website, 300 Data-Activation-Profile im Monat, ein verbundenes Google-Ads-Konto und ein Echtzeit-Rückblick von 30 Minuten. Der Cookie Scanner deckt bis zu 5.000 Unterseiten ab. Zusatzleistungen wie Premium-Funktionen und Services kommen als Add-on obendrauf.

Enterprise beginnt bei 366 € im Monat, ausdrücklich bei jährlicher Abrechnung, und läuft über ein individuelles Angebot. Der Anbieter antwortet nach eigener Angabe innerhalb von 48 Stunden. Die Stufe teilt sich in drei Tarife: Data Fundamentals, Trusted Insights und Secure Intelligence. Die Aktionsgrenzen liegen bei 1 bis 100 Millionen, 1 bis 500 Millionen und ab 2 Millionen ohne Obergrenze. Data-Activation-Profile: 1.000, 4.000, unbegrenzt. Berichte je Website: 75, 150, unbegrenzt. Echtzeit-Rückblick: 2, 12 und 24 Stunden. CMP-Domains: 5, 10, 15. Dazu die Wahl des Rechenzentrums zwischen Deutschland, den Niederlanden, den USA, Schweden, Hongkong und VAE Nord, Private-Cloud-Hosting, das HIPAA-BAA, Single Sign-on und ein Ansprechpartner.

Als Add-ons listet der Anbieter CSV-Exporte der Rohdaten nach BigQuery, S3, Blob oder SFTP, unbegrenzte Data Activation, verlängerte Datenaufbewahrung sowie persönliche Einführung und Onboarding.

Die Testphase läuft 30 Tage ohne Kreditkarte. Läuft sie ab, wird das Konto deaktiviert, du hast dann noch 7 weitere Tage zum Upgrade, danach werden Konto und Daten endgültig gelöscht. Abgerechnet wird im Voraus, monatlich oder jährlich; Überweisung geht nur bei Jahresabrechnung, die Rechnung ist innerhalb von 30 Tagen fällig und die Transaktionsgebühren trägt der Kunde. Kreditkarte, ApplePay und PayPal sind möglich.

Zwei Punkte stehen im Kleingedruckten und ändern die Rechnung. Erstens steigt die Gebühr zum Vertragsjahrestag automatisch um 4 Prozent; weitere Preisänderungen kündigt der Anbieter mindestens 30 Tage vorher an. Zweitens verlängert sich das Abo automatisch, wenn du nicht spätestens 30 Tage vor Laufzeitende kündigst. Preisstand ist August 2026.

Stärken und Schwächen

Der Sitz ist belegt und liegt in der EU: Piwik PRO SA in Wrocław, dazu die Piwik PRO GmbH in Berlin. Das Public-Cloud-Hosting des Business-Plans liegt in Schweden, im Enterprise-Plan kannst du das Rechenzentrum wählen. Die Firma ist nach ISO 27001 und SOC 2 Type II zertifiziert, lässt regelmäßig extern prüfen und sagt zu, Daten nicht an Dritte weiterzugeben. Alle vier Module stecken in beiden Plänen, 25 Monate Aufbewahrung gelten schon im Business-Plan, und Rohdaten kommen per API, BigQuery oder CSV heraus.

Auf der anderen Seite steht eine harte Kante nach oben. Ein Business Associate Agreement für HIPAA unterschreibt Piwik PRO nur im Enterprise-Plan. Der Business-Plan endet bei 2 Millionen Aktionen und 20 Domains. Der Enterprise-Einstiegspreis gilt nur bei Jahreszahlung. Ein dauerhaft kostenloser Plan fehlt, und die Gebühr steigt jedes Vertragsjahr automatisch um 4 Prozent.

Bemerkenswert ist ein Widerspruch in den eigenen Unterlagen. Auf der Preisseite heißt es, bei Überschreitung der Limits würden keine Überziehungsgebühren berechnet, stattdessen erfolge zum Monatsende eine automatische Hochstufung. Auf der Seite zum Business-Plan steht das Gegenteil: Dort wird eine Überziehungsgebühr berechnet. Beim Planwechsel derselbe Fall. Die Preisseite sagt, ein Upgrade sei jederzeit möglich und wirke sofort; die Business-Plan-Seite sagt, ein Wechsel gehe nicht während der laufenden Vertragsperiode. Welche der beiden Angaben gilt, geht aus den Seiten nicht hervor.

Alternativen zu Piwik PRO Analytics Suite

Piwik PRO stellt sich selbst mehreren Werkzeugen gegenüber und veröffentlicht dazu Vergleichstabellen, darunter “Piwik PRO vs. Adobe Analytics” und “Piwik PRO vs. Amplitude (table)”. Beide stehen im Verzeichnis: Adobe Analytics als große Enterprise-Suite und Amplitude aus der Produktanalyse. Wer stärker auf die Analyse von Nutzungserlebnissen zielt, findet mit Contentsquare eine dritte Option aus derselben Kategorie.

Welche davon passt, entscheidet sich weniger an der Funktionsliste als am Rechtsrahmen und an der Frage, wer die Einwilligungen verwaltet. Diese Abwägung führen wir in der laufenden Betreuung regelmäßig mit Kunden.

Piwik PRO Analytics Suite im Vergleich

Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Piwik PRO Analytics Suite steht in der Kategorie mit 141 weiteren Werkzeugen.

Anbieter aus der EU: 39 von 141 in dieser Kategorie.

Piwik PRO Analytics Suite nennt konkrete Preise. In der Kategorie tun das 58 von 141 Werkzeugen (41 Prozent).

Einen kostenlosen Einstieg bietet Piwik PRO Analytics Suite nicht. In der Kategorie haben 33 von 141 Werkzeugen einen Gratis- oder Freemium-Plan.

Überblick

Wir halten Piwik PRO für die naheliegende Wahl, wenn Datenschutz kein Nebenaspekt ist, sondern der Grund für den Wechsel. Vier Module in beiden Plänen, EU-Hosting und ein offen ausgewiesener Einstiegspreis sind eine Kombination, die im Analytics-Markt selten geworden ist. Besonders überzeugt uns, dass Consent Manager und Tag Manager aus demselben Haus kommen; genau an dieser Schnittstelle scheitern in unseren Projekten die meisten Tracking-Setups.

Was wir kritisch sehen, ist die Sprungstelle zum Enterprise-Plan. HIPAA-BAA, Wahl des Rechenzentrums und Single Sign-on liegen alle oberhalb des Business-Plans, und wer aus einer regulierten Branche kommt, braucht meist genau diese Punkte. Rechne deshalb ehrlich mit dem Enterprise-Angebot, nicht mit 36 €. Für eine Handvoll Seiten mit ein paar tausend Besuchern ist die Suite zu groß, da lohnt der Blick auf schlankere Zähler. Und die widersprüchlichen FAQ-Angaben zur Limitüberschreitung würden wir vor Vertragsschluss klären, weil sie im Zweifel Geld kosten. Wenn du dein Analyse- und Marketing-Setup ohnehin neu aufsetzt, ist das der richtige Moment für die Entscheidung.

Bewertungen im Überblick

★★★★½ 4.5 / 5 (61 Bewertungen)

Stand: 2026-03-18

Überblick

Preismodell
kostenpflichtig
Business ab 36 € im Monat, Enterprise ab 366 € im Monat bei jährlicher Abrechnung. Der Endpreis richtet sich nach der Zahl der Domains und dem Datenvolumen. 30 Tage Test ohne Kreditkarte. Die Gebühr steigt zum Vertragsjahrestag automatisch um 4 Prozent. Stand: August 2026.
Herkunft
🇪🇺 Polen EU
Anbieter mit Sitz in der EU — die DSGVO gilt unmittelbar.
Features
  • ✓ Vier Module in beiden Plänen: Analytics, Tag Manager, Data Activation und die Consent Management Platform von Cookie Information
  • ✓ Erfassung von Verhaltensdaten auch dann, wenn Besucher Cookies ablehnen
  • ✓ Standardmäßig keine Stichprobenbildung, Rohdatenzugriff über API, BigQuery oder CSV
  • ✓ Echtzeit-Dashboards, die sich alle 10 Sekunden aktualisieren
  • ✓ Conversion-Funnels, User-Flow-Analyse und Multi-Channel-Attributionsberichte
  • ✓ Consent Manager mit Zero Cookie Load, Widerruf und Einwilligungsabfrage nur für Besucher aus dem EWR
  • ✓ Cookie Scanner, der first- und third-party-Cookies vor der Einwilligung aufspürt
  • ✓ Tag Manager mit Vorlagenbibliothek, Testumgebung, Debug-Modus und eigenem Data Layer
  • ✓ Data Activation mit Echtzeit-Triggern, Overlays auf der Seite und über 1.000 Zielen
  • ✓ Analyse geschützter Bereiche hinter dem Login in Web- und Mobil-Anwendungen
  • ✓ Auswahl des Rechenzentrums: Deutschland, Niederlande, USA, Schweden, Hongkong oder VAE Nord
  • ✓ Single Sign-on über SAML oder Active Directory und LDAP, dazu abgestufte Rechtegruppen

Vorteile

  • + EU-Anbieter: Piwik PRO SA hat den EMEA-Hauptsitz in Wrocław, Polen
  • + Das Public-Cloud-Hosting des Business-Plans liegt in Schweden
  • + Alle vier Module sind in beiden Plänen enthalten, nicht nur in der oberen Stufe
  • + 30 Tage Testphase ohne Kreditkarte
  • + ISO 27001 und SOC 2 Type II zertifiziert, dazu regelmäßige externe Sicherheitsaudits
  • + 25 Monate Datenaufbewahrung schon im Business-Plan
  • + Keine Weitergabe der Daten an Dritte, Rohdaten über API, BigQuery und CSV abrufbar

Nachteile

  • - Kein dauerhaft kostenloser Plan, der Einstieg liegt bei 36 € im Monat
  • - Die Abogebühr steigt zum Vertragsjahrestag automatisch um 4 Prozent
  • - Der Business-Plan endet bei 2 Millionen Aktionen im Monat und 20 Domains
  • - Ein Business Associate Agreement für HIPAA gibt es nur im Enterprise-Plan
  • - Der Enterprise-Preis von 366 € gilt nur bei jährlicher Abrechnung
  • - Preisseite und Business-Plan-Seite widersprechen sich bei Limitüberschreitung und Planwechsel
  • - Zahlung per Überweisung nur bei Jahresabrechnung, die Transaktionsgebühren trägt der Kunde

Tags

Web Analytics Consent Management Tag Manager DSGVO HIPAA

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