Digitalisierung & Technologie
Was ist Middleware?
Was ist Middleware? Software zwischen zwei Systemen regelt den Datenaustausch, übersetzt Formate und steuert die Logik – das unsichtbare Bindeglied bei Integrationen.
Middleware ist Software, die zwischen zwei oder mehr Systemen sitzt und den Datenaustausch zwischen ihnen regelt. Sie übersetzt Formate, steuert die Logik, fängt Fehler ab und sorgt dafür, dass Daten von A nach B kommen, egal wie unterschiedlich die beiden Systeme sind.
Der Begriff ist ein Container für alles was “in der Mitte” arbeitet. Make, n8n, Xentral Connect, aber auch selbst entwickelte Integrationsschichten können Middleware sein.
Was Middleware konkret macht
System A spricht ein Format, System B ein anderes. Ohne Middleware müssten entweder beide Systeme dasselbe Format unterstützen, oder du müsstest Daten manuell konvertieren.
Ein Praxisbeispiel: Dein Onlineshop liefert Bestelldaten als JSON. Dein ERP erwartet XML. Die Middleware nimmt JSON entgegen, validiert es, transformiert es in XML, und übergibt es ans ERP. Fehler werden abgefangen und geloggt.
Middleware kann außerdem: Berechtigungen prüfen, Anfragen puffern wenn ein System gerade nicht erreichbar ist, mehrere Systeme gleichzeitig bedienen, und Business-Logik abbilden die in keinem der Einzelsysteme untergebracht werden kann.
Wann du Middleware brauchst
Immer wenn zwei Systeme miteinander kommunizieren sollen die nicht nativ integriert sind. Das ist bei fast jeder modernen Unternehmens-IT der Fall. Shop, ERP, CRM, Logistik, Buchhaltung, alle brauchen Datenaustausch, selten sprechen sie dieselbe Sprache.
Bei Automation-Projekten bauen wir diese Verbindungen auf, ob mit Make, n8n oder Custom-Code. Das Ziel ist immer dasselbe: Daten fließen automatisch, kein Mensch muss sie manuell übertragen.
Middleware-Architekturen im Vergleich
Drei Muster sind gängig. Erstens Punkt-zu-Punkt-Integrationen: Für jede Verbindung zwischen zwei Systemen eine eigene kleine Middleware. Schnell umgesetzt, wird aber bei mehr als fünf Systemen unübersichtlich, weil die Anzahl der Verbindungen quadratisch wächst.
Zweitens Hub-and-Spoke: Eine zentrale Middleware orchestriert alle Verbindungen. Jedes System spricht nur mit der Mitte. Klarer Überblick, aber Single Point of Failure und potenzieller Engpass.
Drittens Event-Bus / Message Queue: Systeme schreiben Ereignisse in eine zentrale Queue (Kafka, RabbitMQ), andere Systeme abonnieren. Sehr skalierbar, aber Initial-Aufwand höher und Operationsanforderungen anspruchsvoller. Für die meisten KMU ist Hub-and-Spoke der pragmatische Standard.
Bauen oder kaufen?
Standard-Plattformen wie Make, n8n, Workato oder Zapier reichen für 80 Prozent der Anwendungsfälle. Wer Custom-Middleware baut, sollte das nur tun, wenn die Standardlösungen nicht passen (extreme Performance-Anforderungen, sehr spezielle Business-Logik, On-Premise-Pflicht). Custom-Code bedeutet auch Custom-Wartung, oft über Jahre.
Was verbindest du heute noch manuell? Lass uns das ändern.
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