Digitalisierung & Technologie
Was ist ein Usability-Test?
Beim Usability-Test versuchen echte Nutzer, typische Aufgaben auf deiner Website zu erledigen. Beobachtet wird, wo sie hängenbleiben und was sie verwirrt. Aufschlussreicher als jede Theorie.
Bei einem Usability-Test werden echte Nutzer dabei beobachtet, wie sie typische Aufgaben auf einer Website oder in einer Anwendung zu erledigen versuchen. Die Beobachtung zeigt, wo Nutzer scheitern, wo sie zögern, wo sie falsch abbiegen und was sie verwirrt.
Das Ergebnis eines Usability-Tests ist fast immer überraschend. Was dem Design-Team selbstverständlich erscheint, ist für externe Nutzer oft nicht intuitiv. Navigation, die intern als klar gilt, löst bei Testnutzern Ratlosigkeit aus. Formulare, die technisch korrekt funktionieren, werden abgebrochen, weil Fehlermeldungen unklar formuliert sind.
Wie ein Usability-Test abläuft
Das Grundprinzip ist einfach. Eine Testperson bekommt eine konkrete Aufgabe: “Finde das günstigste Produkt in der Kategorie X und lege es in den Warenkorb” oder “Ruf die Öffnungszeiten des Unternehmens auf.” Dann wird beobachtet, was passiert.
Wichtig: Die Testperson bekommt keine Hilfe, wenn sie hängenbleibt. Die Aufgabe ist nicht, zu testen ob der Nutzer clever genug ist, sondern ob die Website intuitiv genug ist.
Modernere Varianten nutzen Screen-Recording-Software, die Mausbewegungen, Klicks und Scrollverhalten aufzeichnet. Werkzeuge wie Hotjar, Mouseflow oder Microsoft Clarity können auch größere Nutzermengen über einen längeren Zeitraum tracken und Heatmaps erstellen, die zeigen, wohin Nutzer schauen und klicken.
Qualitative und quantitative Tests
Ein klassischer Usability-Test mit 5 bis 8 Testpersonen ist qualitativ: Tiefes Verständnis für einige wenige Nutzer, detaillierte Einblicke in Problemstellen. Laut Forschung von Jakob Nielsen decken 5 Testpersonen rund 85 Prozent der wichtigsten Usability-Probleme auf.
Quantitative Tests mit Hunderten oder Tausenden von Nutzern über Analytics oder A/B-Tests zeigen, wie häufig Probleme auftreten. Beide Ansätze ergänzen sich: Qualitative Tests sagen dir, was zu reparieren ist, quantitative, wie dringlich es ist.
Moderierte und unmoderierte Tests
Moderierte Tests laufen live mit einem Moderator, der Fragen stellt und nachhakt. Unmoderierte Tests laufen über Online-Plattformen wie UserTesting oder Maze, bei denen Testpersonen die Aufgaben allein durchspielen und ihre Gedanken laut formulieren. Moderierte Tests liefern tiefere Einsichten, unmoderierte sind günstiger und schneller skalierbar.
Für die meisten KMU-Projekte reichen 5 bis 8 unmoderierte Tests pro Iteration aus, um die schmerzhaftesten Probleme zu finden. Wichtig ist nur, dass die Testpersonen halbwegs zur echten Zielgruppe passen.
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