Open Web Analytics
Quelloffene Webanalyse zum Selbstbetrieb, kostenlos unter der GNU GPL in Version 2 oder später. Aktuell Version 1.14.2 vom 23. Oktober 2026, PHP ab 8.2. Besucher, E-Commerce, Heatmaps, Sitzungsaufzeichnungen, REST API. Ein Community-Projekt ohne benannte Firma und ohne Vertragspartner.
Übersicht zu Open Web Analytics: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar. Alle Angaben wurden am 29.10.2026 einzeln gegen die Herstellerseite geprüft.
Was ist Open Web Analytics?
Open Web Analytics, kurz OWA, ist eine Webanalyse, die du selbst betreibst. Das Projekt nennt sich auf GitHub eine Open-Source-Alternative zu kommerziellen Werkzeugen wie Google Analytics. Laut README behältst du damit die Kontrolle über die Daten, die du über die Nutzer deiner Websites oder Anwendungen sammelst. Das Repository installiert den OWA Server und den JavaScript-Tracker, den du in deine Seiten einbaust. Die Software ist kostenlos und steht unter der GNU GPL in Version 2 oder einer späteren Fassung.
Der Funktionsumfang laut README: OWA erfasst Besucher, Seitenaufrufe, E-Commerce-Transaktionen und konfigurierbare Aktionen, und zwar für beliebig viele Websites mit einer einzigen Installation. Dazu kommen ein Reporting-Dashboard mit anpassbaren Berichten, Heatmaps, Sitzungsaufzeichnungen unter dem Namen „Domstream”, Geolokalisierung, eine REST API für Administration und Datenzugriff und eine Oberfläche für mehrere Nutzer. Für WordPress gibt es ein Integrations-Plugin, für PHP-Anwendungen ein PHP SDK.
Aktuell ist Version 1.14.2 vom 23. Oktober 2026. Seit Version 1.9.0 setzt OWA mindestens PHP 8.2 voraus, getestet ist es auf PHP 8.2, 8.3 und 8.4. Version 1.13.0 beschreibt das Projekt als Vorbereitung auf den kommenden 2.0-Zweig.
Eine Firma steht nicht dahinter. Das Repository gehört der GitHub-Organisation Open-Web-Analytics, das README trägt einen Copyright-Vermerk für Peter Adams, und die Wiki-Startseite hat zuletzt das Konto padams bearbeitet, am 12. September 2026. Veröffentlicht werden die Releases über github-actions, in den Release Notes stehen weitere Mitwirkende namentlich. Ein Impressum, eine Anschrift oder einen Firmennamen nennen weder die Projektwebsite noch das Repository. Für ein Unternehmen heißt das: Es gibt keinen Vertragspartner, mit dem du einen Support- oder Wartungsvertrag schließen könntest.
Für wen eignet sich Open Web Analytics?
Die About-Seite spricht Entwickler an: OWA gebe ihnen einfache Wege, Webanalyse über JavaScript- und PHP-APIs in die eigenen Seiten einzubauen. Passend ist OWA für Teams, die einen PHP-Server mit Datenbank und Cron selbst betreiben und ihre Webanalyse auf eigener Infrastruktur haben wollen. Wer mehrere Websites misst, kommt mit einer Installation aus. WordPress-Betreiber binden OWA über das Integrations-Plugin an, PHP-Anwendungen über das SDK.
Weniger passend ist OWA, wenn niemand im Team einen Server pflegen kann. Updates heißen Dateien ersetzen und Schemaänderungen anwenden, im Browser oder per Kommandozeile. Seit Version 1.11.0 braucht OWA zudem einen Cron-Eintrag. Wer nginx statt Apache nutzt, muss den Zugriffsschutz laut Release Notes selbst nachbauen. Und wenn dein Einkauf einen Vertragspartner mit Supportzusage verlangt, gibt es den nicht. Hilfe läuft über die Community, das Wiki und den Issue-Tracker auf GitHub.
Open Web Analytics im Arbeitsalltag
So beschreibt das Projekt den Ablauf. Vor dem Download kannst du dir auf der Seite „Demo & Examples” eine vollständige Demo samt Entwicklungsbeispielen ansehen. Für die Installation empfehlen die Release Notes das fertig gepackte Release-Archiv: Es enthält die gebauten Assets und die PHP-Abhängigkeiten, ein Build-Schritt ist nicht nötig. Seit Version 1.9.1 ist das Archiv 14,4 MB groß statt 48,8 MB. Wer aus dem Quellcode oder per git installiert, führt danach composer install --no-dev --optimize-autoloader und npm install && npm run build aus. Die Zeitzone fragt der Installer seit 1.13.0 ab, weil sie sich später nicht rückwirkend ändern lässt.
Danach kommt ein einziger Cron-Eintrag dazu, cd /path/to/owa && php cli.php cmd=schedule-run, über den der Job-Scheduler alle periodischen Aufgaben anstößt. Ohne ihn läuft laut Release Notes nichts Periodisches. Ab 1.9.0 liefert OWA eine .htaccess mit, die den Webzugriff standardmäßig sperrt und nur die öffentlichen Einstiegspunkte freigibt. Dieser Schutz gilt nur für Apache.
In die Website kommt OWA über ein Snippet, das Befehle in die Warteschlange owa_cmds schreibt. Wie das aussieht, zeigt die Projektwebsite selbst, denn sie misst sich mit OWA: Ihr Snippet setzt setPageType und setPageTitle und lädt das Tracker-Skript von app.openwebanalytics.com. Daneben bindet die Website das Statistik-Skript Jetpack Stats von stats.wp.com ein. Das Besucher-Cookie läuft standardmäßig 364 Tage, das Kampagnen-Cookie 60. Seit 1.14.0 kürzt du die Laufzeiten im Snippet über stateStoreExpirations, oder du machst mit cookiePersistence: false alle zu Sitzungs-Cookies. Das README begründet das mit Einwilligungsausnahmen für Analyse, etwa im niederländischen Telecommunicatiewet, die eine geringe Datenschutzwirkung voraussetzen.
Ausgewertet wird im Dashboard und in den Berichten, die du anpassen kannst. Seit 1.13.0 baust du eigene Berichte, seit 1.14.0 lassen sie sich mit allen teilen. Ebenfalls neu in 1.14.0 sind fünf Dimensionen zur Herkunft eines Besuchers: Acquisition Source, Medium, Campaign, Ad und Search Terms. Für Updates ersetzt du die Dateien und wendest Schemaänderungen mit php cli.php cmd=update an, cmd=instance-info zeigt den Zustand der ganzen Installation. Fehler meldest du im Issue-Tracker auf GitHub, nachdem du laut README den Troubleshooting-Leitfaden gelesen hast.
Preise und Pläne
Open Web Analytics ist kostenlos. Das README sagt es wörtlich, „Open Web Analytics is free”, und nennt als Lizenz die GNU GPL in Version 2 oder später. Du lädst das gepackte Release-Archiv oder den Quellcode von GitHub herunter und betreibst OWA auf eigener Infrastruktur. Einen Tarif, eine Abrechnung je Nutzer oder je Website oder ein bezahltes Hosting nennt das Projekt nicht.
Für Support bittet das Projekt um Geld, verkauft ihn aber nicht. Laut README sollst du spenden, wenn du Unterstützung brauchst, die Spenden finanzieren die Entwicklung. Die Repository-Beschreibung bittet zusätzlich um Sponsoring. Einen Vertragspartner für Support oder Wartung gibt es nicht. Stand: Oktober 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken
- Kostenlos und quelloffen unter der GNU GPL Version 2 oder später
- Eine Installation für beliebig viele Websites
- Gepacktes Release-Archiv ohne Build-Schritt, 14,4 MB
- Zehn Versionen zwischen 28. Juli und 23. Oktober 2026
- Release Notes mit Upgrade-Schritten und Sicherheitsfixes
- Getestet auf PHP 8.2, 8.3 und 8.4
- Cookie-Laufzeiten im Snippet verkürzbar
Schwächen
- Kein Rechtsträger, kein Impressum, kein Vertragspartner für Support oder Wartung
- Hilfe nur über Community, Wiki und Issue-Tracker, Support gegen Spende
- Besucher-Cookie standardmäßig 364 Tage
- Zugriffsschutz per
.htaccessnur unter Apache - Cron-Eintrag seit 1.11.0 Pflicht
- Berichts-URLs mit 1.13.0 geändert, alte Links ohne Weiterleitung
- Zugriffslücke zwischen Websites über die REST API, behoben in 1.14.1
Projektwebsite und Repository passen nicht zusammen. Im Repository sind zwischen dem 28. Juli und dem 23. Oktober 2026 zehn Versionen erschienen, die Wiki-Startseite wurde im September 2026 bearbeitet. Auf der Website sind die Hilfeseite zuletzt im Oktober 2021 und die Download-Seite im August 2021 geändert worden, die Screenshot-Seite ist laut Seitenmetadaten im Juni 2009 erschienen. Die About-Seite verlinkt das Wiki unter github.com/padams/Open-Web-Analytics/wiki, ihr eigener Download-Link führt zu github.com/Open-Web-Analytics, und die Hilfeseite nennt für Wiki und Fehlertracker ebenfalls das Konto padams. Das Repository unter der Organisation Open-Web-Analytics bezeichnet sich selbst als „Official repository for Open Web Analytics”.
Zum Entwicklungsstand: Das Repository zählt 2.786 Commits und 488 Forks, das Wiki 68 Seiten, Stand 28. Oktober 2026. Version 1.13.0 kündigt den 2.0-Zweig an, mehrere ältere Konventionen gelten seit 1.10.0 als abgekündigt und fallen mit 2.0 weg.
Alternativen zu Open Web Analytics
In derselben Kategorie führt das Verzeichnis Clicky, Scoby Analytics und AT Internet. Lizenz, Preise und Herkunft der drei stehen in ihren eigenen Einträgen. Weitere Werkzeuge zur Webanalyse, etwa Matomo und Umami, stehen im Verzeichnis unter Analytics.
Open Web Analytics im Vergleich
Diese Einordnung rechnet sich aus dem Verzeichnis selbst: Open Web Analytics steht in einer Kategorie mit 516 Werkzeugen.
Open Web Analytics ist kostenlos. In der Kategorie gilt das für 5 von 516 Werkzeugen.
Der Firmensitz ließ sich nicht ermitteln. In dieser Kategorie führt das Verzeichnis 226 Anbieter mit belegtem EU-Sitz, davon 134 aus Deutschland.
Überblick
Wer nur die Projektwebsite kennt, unterschätzt OWA. Dort wirkt das Projekt wie aus dem Jahr 2009, im Repository ist es das Gegenteil: dichte Release-Folge, ausführliche Upgrade-Hinweise, ehrlich beschriebene Sicherheitsfixes. Gerade die Release Notes halten wir für die eigentliche Dokumentation, und wir würden sie vor jedem Update ganz lesen. Der Schritt auf 1.13.0 mit geänderten Berichts-URLs zeigt, warum.
Für ein Unternehmen ist OWA eine Entscheidung für Eigenbetrieb. Server, Datenbank, Cron, Updates und die Cookie-Einstellungen liegen bei dir, und niemand sagt dir einen Fix bis zu einem Stichtag zu. Wir würden OWA deshalb nur einsetzen, wenn jemand im Team diese Pflege fest übernimmt, die Version bewusst festlegt und die Laufzeit des Besucher-Cookies vor dem Start mit der eigenen Einwilligungslösung abstimmt. Die 364 Tage ab Werk würden wir nicht übernehmen. Wie sich OWA sauber in eine bestehende Website oder einen Shop einbauen lässt, ist eine typische Frage für unsere Webentwicklung, und welche Kennzahlen du danach wirklich brauchst, klären wir im Bereich SEO & Marketing.
Wenn dein Einkauf einen Anbieter mit Supportvertrag verlangt, ist OWA nicht die richtige Wahl. Bei dieser Abwägung helfen wir im Rahmen von Beratung und Betreuung.
Überblick
- ✓ Erfasst Besucher, Seitenaufrufe, E-Commerce-Transaktionen und konfigurierbare Aktionen
- ✓ Beliebig viele Websites mit einer einzigen Installation des OWA Server
- ✓ First-Party-JavaScript-Tracker, dazu ein PHP SDK und ein Integrations-Plugin für WordPress
- ✓ Reporting-Dashboard, alle Berichte einsehbar und anpassbar, eigene Berichte seit 1.13.0, teilbar seit 1.14.0
- ✓ Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen unter dem Namen Domstream
- ✓ Geolokalisierung der Besucher
- ✓ REST API für Administration und Datenzugriff
- ✓ Mehrbenutzer-Oberfläche, Zugriffsrechte je Website
- ✓ Herkunft der Besucher als eigene Dimensionen seit 1.14.0: Acquisition Source, Medium, Campaign, Ad und Search Terms
- ✓ Cookie-Laufzeiten für Besucher, Sitzung und Kampagne im Tracking-Snippet einstellbar, auf Wunsch nur Sitzungs-Cookies
- ✓ Faktentabellen nach Datum partitioniert, Job-Scheduler mit einem einzigen Cron-Eintrag seit 1.11.0
- ✓ Erweiterbar über eigene Module, Kommandozeile cli.php für Updates und Zustandsbericht
- ✓ Klick-Tracking auf allen DOM-Elementen einer Seite
Vorteile
- + Kostenlos und quelloffen unter der GNU GPL Version 2 oder später
- + Eine Installation erfasst beliebig viele Websites
- + Fertig gepacktes Release-Archiv ohne Build-Schritt, laut Release Notes die empfohlene Variante, seit 1.9.1 nur noch 14,4 MB groß
- + Zehn Versionen zwischen dem 28. Juli und dem 23. Oktober 2026, von 1.9.0 bis 1.14.2
- + Release Notes mit eigenen Abschnitten zu Upgrade-Schritten, Schemaänderungen und Sicherheitsfixes
- + Getestet auf PHP 8.2, 8.3 und 8.4, die CI läuft über alle drei Versionen
- + Cookie-Laufzeiten seit 1.14.0 im Snippet verkürzbar, auf Wunsch nur Sitzungs-Cookies
- + Dokumentation im Wiki mit 68 Seiten, von Installation bis zur Entwicklung eigener Module
Nachteile
- - Kein Rechtsträger: Website und Repository nennen keine Firma, kein Impressum und keine Anschrift, das README führt nur einen Copyright-Vermerk für Peter Adams
- - Hilfe läuft über Community, Wiki und Issue-Tracker; Tickets ohne Debug-Informationen schließt das Projekt automatisch, und wer Support braucht, soll spenden
- - Das Besucher-Cookie läuft standardmäßig 364 Tage, kürzer nur über eine Option im Tracking-Snippet
- - Der Zugriffsschutz per .htaccess wirkt nur unter Apache, unter nginx musst du die Freigaben selbst einrichten
- - Seit 1.11.0 ist ein Cron-Eintrag nötig, ohne ihn läuft keine periodische Aufgabe
- - Mit 1.13.0 haben sich die Berichts-URLs geändert, alte Links antworten ohne Weiterleitung mit 404
- - Bis 1.14.0 konnte ein Nutzer mit Zugriff auf eine Website über die REST API einzelne Datensätze einer anderen Website lesen, behoben in 1.14.1
- - Projektwebsite älter als das Repository: Hilfe- und Download-Seite zuletzt 2021 geändert, Screenshot-Seite von 2009, Wiki-Links auf das Konto padams
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