LiquidPlanner
LiquidPlanner ist ein Projektmanagement-Tool für komplexe Multi-Projekt-Portfolios mit prädiktiver Terminplanung auf Basis von Monte-Carlo-Simulationen. Seit der Übernahme durch Tempo firmiert es als Portfolio Manager, bleibt aber als eigenständiges Produkt verfügbar.
Übersicht zu LiquidPlanner: Funktionen, Preise und Alternativen. Alle Angaben basieren auf frei verfügbaren Informationen und stellen keine eigene Bewertung oder Test dar.
Was ist LiquidPlanner?
LiquidPlanner ist ein Projektmanagement-Tool, das sich durch einen ungewöhnlichen Ansatz von klassischen PM-Lösungen abhebt: Statt fixer Termine und manuell gepflegter Gantt-Diagramme setzt es auf prädiktive Terminplanung. Über Monte-Carlo-Simulationen berechnet das System realistische Fertigstellungswahrscheinlichkeiten für Projekte und zeigt damit, wann ein Projekt wirklich abgeschlossen sein wird, nicht nur wann es theoretisch fertig sein sollte.
Das Unternehmen wurde 2008 in Seattle gegründet und 2022 von Tempo übernommen, einem Anbieter von Jira-Erweiterungen für Ressourcen- und Zeitmanagement. Seitdem läuft LiquidPlanner unter dem Namen “Portfolio Manager (formerly LiquidPlanner)” als eigenständiges Produkt im Tempo-Portfolio weiter. Die bestehenden Login-Umgebungen (Legacy und New) bleiben aktiv.
Für wen eignet sich LiquidPlanner?
LiquidPlanner ist kein Tool für jedes Team. Es ist klar für Organisationen gebaut, die mehrere komplexe Projekte gleichzeitig managen, bei denen Ressourcen zwischen Projekten geteilt werden und Unsicherheiten in der Zeitplanung ein echtes Problem darstellen:
- Enterprise-Teams mit parallelen Projekten, vielen Abhängigkeiten und geteilten Ressourcen
- Projektleiter und PMOs, die Prognosen auf Basis von Daten statt Bauchgefühl brauchen
- Organisationen, bei denen Ressourcen-Überlastung und unvorhergesehene Verzögerungen regelmäßig auftreten
- Branchen wie Systems Integration, Softwareentwicklung, Professional Services oder Engineering
Wer einfache Projekte mit klaren Timelines plant oder im agilen Kontext arbeitet, greift besser zu Jira, Asana oder einem schlanken Kanban-Tool.
LiquidPlanner im Arbeitsalltag
Der Kerngedanke: Kein Projektplan ist sicher. LiquidPlanner macht diese Unsicherheit explizit, indem jede Aufgabe mit einer optimistischen und pessimistischen Schätzung angelegt wird. Das System berechnet daraus Szenarien und zeigt mit 90 % Konfidenz, wann ein Projekt abgeschlossen sein wird.
Ändert sich die Priorität eines Projekts, verschiebt sich eine Ressource oder fällt ein Mitarbeiter aus, aktualisiert LiquidPlanner automatisch alle abhängigen Termine im Portfolio. Das manuelle Nachpflegen von Terminplänen entfällt. Ressourcenmanager sehen auf einen Blick, welche Teammitglieder überlastet sind und wo Kapazität vorhanden ist.
Die Kollaborationsfunktionen (Kommentare, Dateiablage, Slack-Integration) reduzieren den Bedarf an Statusmeetings, da alle Beteiligten Echtzeit-Einblick in den Projektstand haben.
Preise und Pläne
LiquidPlanner / Portfolio Manager veröffentlicht keine Preislisten. Die Preisgestaltung erfolgt auf Anfrage beim Tempo-Vertrieb und richtet sich nach Teamgröße und Anforderungen. Eine kostenlose Testversion ist verfügbar. Das Produkt ist klar auf Enterprise-Kunden ausgerichtet. Stand: April 2026.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Prädiktive Planung mit Monte-Carlo macht Projektrisiken sichtbar und planbar
- Automatischer Kapazitätsabgleich über mehrere Projekte spart manuellen Aufwand
- Bewährt im Enterprise-Einsatz, aktiv weiterentwickelt unter Tempo
Schwächen:
- Keine öffentlichen Preise, Einstiegshürde durch Vertriebsprozess
- Hohe Komplexität, für einfache Projektstrukturen nicht geeignet
- Abhängigkeit von einem US-amerikanischen Anbieter, DSGVO-Compliance muss individuell geprüft werden
Alternativen zu LiquidPlanner
Für Teams, die prädiktives Scheduling schätzen, aber eine zugänglichere Oberfläche suchen, ist Forecast (AI-basiertes PM) oder Runn (Ressourcenplanung) einen Blick wert. Enterprise-PMOs mit Atlassian-Stack prüfen häufig Jira Portfolio (Advanced Roadmaps) oder Structure PPM (ebenfalls von Tempo). Wer auf klassische Gantt-Diagramme mit Ressourcenplanung setzt, findet in Smartsheet oder TeamGantt gute Alternativen.
Überblick
LiquidPlanner löst ein echtes Problem: die Illusion fixer Projekttermine in einer sich ständig verändernden Realität. Der prädiktive Ansatz ist methodisch überzeugend und spart Ressourcenmanagern erheblichen manuellen Aufwand. Gleichzeitig ist das Tool klar im Enterprise-Segment positioniert, komplex in der Einführung und preislich nicht transparent.
Für mittlere bis große Organisationen mit komplexen Multi-Projekt-Portfolios ist LiquidPlanner ein ernsthafter Kandidat. Für alle anderen ist der Aufwand kaum gerechtfertigt.
Wenn du Unterstützung bei der Auswahl und Einführung eines passenden Projektmanagement-Tools brauchst oder bestehende Prozesse durch Automation oder KI-Implementierung verbessern willst, sprich uns an.
Überblick
- ✓ Prädiktive Terminplanung mit Monte-Carlo-Simulation für realistische Fertigstellungsdaten (90 % Konfidenz)
- ✓ Automatisches Workload-Management über mehrere parallele Projekte hinweg
- ✓ Ressourcenplanung mit Echtzeit-Auslastungsanzeige und automatischem Kapazitätsabgleich
- ✓ Szenario-Modellierung: was-wäre-wenn-Analysen bei Änderungen in Ressourcen, Scope oder Prioritäten
- ✓ Aufgabenabhängigkeiten und Priorisierung auf Portfolio-Ebene in Echtzeit
- ✓ Kollaborationsfunktionen mit Kommentaren, Dateiablage und nativer Slack-Integration
- ✓ Umfangreiche Reporting-Dashboards für Portfolio-Überblick und Teamleistung
- ✓ API für Integrationen mit anderen Unternehmenssystemen
Vorteile
- + Einzigartiger Ansatz mit prädiktiver Planung statt starrer Gantt-Diagramme macht Unsicherheiten im Projektplan sichtbar und beherrschbar
- + Automatische Kapazitätsbalancierung über mehrere Projekte hinweg spart erheblichen manuellen Aufwand für Ressourcenmanager
- + Bewährt bei über 30.000 Unternehmen weltweit, aktive Weiterentwicklung unter Tempo-Dach
Nachteile
- - Keine öffentlichen Preise, Preis-Leistungs-Verhältnis schwer einzuschätzen ohne Vertriebskontakt
- - Steile Lernkurve, besonders für Teams, die mit agilen Tools wie Jira oder einfachen Kanban-Boards vertraut sind
- - Für kleine Teams oder einfache Projektstrukturen deutlich überdimensioniert