Website bringt keine Anfragen? 7 Gründe und Lösungen
Eine Website die besucht aber nicht angefragt wird, hat ein Problem, das in fast allen Fällen auf einen von sieben Faktoren zurückgeht. Hier sind die Gründe und was du dagegen tun kannst.
Deine Website hat Besucher, aber das Kontaktformular bleibt leer. Das frustriert, weil die Ursache nicht offensichtlich ist. Eine schwache Suchmaschinenposition ist leicht zu diagnostizieren. Ein Conversion-Problem dagegen sitzt tiefer: Der Besucher ist da, aber er fragt nicht an.
Nach einer Unbounce-Studie liegt die durchschnittliche B2B-Conversion-Rate bei 2,9 Prozent. Das bedeutet: Gut 97 von 100 Besuchern verlassen eine typische B2B-Website, ohne etwas zu tun. Gut optimierte Dienstleister-Websites erreichen 4 bis 5 Prozent, manche spezialisierten Seiten mit klar definierter Zielgruppe sogar mehr. Der Unterschied steckt in einer Handvoll konkreter Faktoren.
Grund 1: Die Website erklärt was du machst, nicht was der Besucher gewinnt
Das ist der häufigste Fehler. Texte wie “Wir sind eine Full-Service-Agentur für digitale Lösungen” beantworten keine Frage des Besuchers. Er will wissen: Kann diese Agentur mein konkretes Problem lösen?
Die Lösung ist keine Textkosmetik, sondern ein Perspektivwechsel. Statt “Wir entwickeln Shopware-Shops” besser: “Du willst deinen Shop auf Shopware 6 migrieren, ohne Datenverlust und ohne Ranking-Einbußen.” Das spricht jemanden an, der genau dieses Problem hat. Alle anderen scrollen weiter, was auch gut ist: Unqualifizierte Besucher, die nie anfragen würden, brauchen nicht konvertiert zu werden.
Grund 2: Kein klarer nächster Schritt
Wenn ein Besucher bis zum Ende einer Seite gelesen hat, hat er grundsätzliches Interesse. Jetzt muss er wissen, was er tun soll. Eine Seite ohne Call-to-Action ist wie ein Gespräch, das ohne Ergebnis endet.
Der Call-to-Action muss spezifisch sein. “Kontakt aufnehmen” ist zu generisch. “Kostenlose Ersteinschätzung anfragen”, “Einen Termin reservieren” oder “Fragen direkt an Max Mustermann schicken” macht den nächsten Schritt konkret und reduziert die Hemmschwelle.
Grund 3: Das Kontaktformular hat zu viele Pflichtfelder
Jedes zusätzliche Pflichtfeld senkt die Wahrscheinlichkeit, dass das Formular abgeschickt wird. Wenn ein Besucher beim ersten Kontakt Name, Firma, Telefon, genaue Projektbeschreibung, Budget und Zeitplan angeben muss, entscheidet er sich meistens dagegen.
Ein erstes Kontaktformular braucht drei Felder: Name, E-Mail-Adresse und eine kurze Nachricht. Den Rest klärst du im Gespräch. Die Idee, vorab möglichst viele Informationen zu sammeln, klingt effizient, reduziert aber die Anzahl der Anfragen spürbar.
Grund 4: Vertrauenssignale fehlen oder sind zu allgemein
Kein Mensch füllt ein Formular aus, wenn er dem Unternehmen nicht traut. Das gilt besonders für Dienstleistungen, wo der Käufer vor der Entscheidung keinen Prototyp testen kann.
Konkrete Vertrauenssignale sind: Kundenstimmen mit echtem Namen und Firma, erkennbare Ansprechpartner mit Foto und Jobtitel, Referenzprojekte aus der eigenen Branche mit beschreibbarem Ergebnis und klare Angaben dazu, was nach einer Anfrage passiert. “Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden” nimmt die Unsicherheit, in einen leeren Trichter zu tippen.
Was nicht zählt: generische “100% Kundenzufriedenheit”-Aussagen ohne Kontext.
Grund 5: Technisch zu langsam oder mobil kaputt
Technische Performance wirkt sich direkt auf Conversion-Raten aus. Eine Seite, die auf dem Smartphone langsam lädt oder schlecht dargestellt wird, verliert Besucher bevor sie die erste Zeile Text lesen.
Das lässt sich messen. Google PageSpeed Insights zeigt dir kostenlos, wie deine Seite auf mobilen Geräten und am Desktop abschneidet. Core Web Vitals, der von Google offiziell kommunizierte Performance-Standard, gibt konkrete Schwellenwerte vor: Largest Contentful Paint unter 2,5 Sekunden, Cumulative Layout Shift unter 0,1. Wenn deine Seite hier rot ist, verlierst du Besucher bevor jede andere Optimierung wirken kann.
Grund 6: Der Traffic ist der falsche
Du hast Besucher, aber sie passen nicht zu deinem Angebot. Das ist das subtilste der sieben Probleme, weil die Analytics-Zahlen gut aussehen und das Problem trotzdem besteht.
Falsche Besucher kommen durch falsche Keywords. Wenn du als Shopware-Agentur auf “Online-Shop erstellen” rankst, landest du bei Menschen, die einen einfachen Baukasten-Shop suchen, nicht bei Unternehmen, die eine professionelle Shopware-Implementierung brauchen. Beide besuchen deine Seite. Nur letztere fragen an.
Die Lösung ist spezifischere Keyword-Ausrichtung: enger, thematisch präziser, auf die Suchintention deiner echten Wunschkunden ausgerichtet. Weniger Traffic mit höherer Qualität bringt mehr Anfragen als viel Traffic ohne Intention.
Grund 7: Keine klare Positionierung
Wenn eine Website versucht, für alle relevant zu sein, ist sie für niemanden überzeugend. Das ist das schwierigste Problem, weil es strategisch ist und nicht durch eine Design-Änderung behoben werden kann.
Eine klare Positionierung bedeutet: Du sagst auf der Startseite, für wen du arbeitest und für wen nicht. Das schließt bewusst Besucher aus, spricht aber die richtigen umso stärker an. Agenturen, die sich auf eine Branche oder auf ein konkretes Problem spezialisieren, erhalten in der Regel mehr und bessere Anfragen als Generalisten mit gleicher Qualität.
Was du als nächstes tun solltest
Prüfe deine Website gegen diese sieben Punkte und schreib auf, welche drei am stärksten zutreffen. Das gibt dir eine klare Prioritätenliste. Fang mit den Formularen und dem Call-to-Action an, weil das schnell umsetzbar ist und unmittelbaren Effekt hat.
Wenn du willst, dass wir uns deine Website gemeinsam anschauen, schau dir unsere Webdesign-Leistungen an oder reserviere dir einen Termin für ein konkretes Gespräch darüber, was bei dir fehlt.
Über den Autor
Gründer & Geschäftsführer, BuI Hinsche GmbH / Business.Digital
Matthias Hinsche baut seit 2006 E-Commerce-Lösungen. Vom ersten osCommerce-Modul bis zur KI-gestützten Prozessautomatisierung. Shopware Premium Extension Partner, xentral-Partner, und einer der wenigen, die sowohl Core-Entwicklung als auch betriebswirtschaftliche Prozesse wirklich verstehen.