KI & Automation
Was ist Event-Driven Architecture?
Event-Driven Architecture ist ein Systemdesign, bei dem Aktionen durch Ereignisse ausgelöst werden. Eine eingehende Bestellung ist ein Event, das Auftragsverarbeitung, Bestandsreduzierung und E-Mail-Versand triggert.
Event-Driven Architecture (EDA), auf Deutsch ereignisgesteuerte Architektur, ist ein Designprinzip für Softwaresysteme, bei dem Aktionen nicht durch direkte Aufrufe zwischen Systemen, sondern durch das Veröffentlichen und Konsumieren von Ereignissen ausgelöst werden.
In einer EDA gibt es keine festen Zeitpläne für Batch-Jobs und kein direktes “System A ruft System B auf”. Stattdessen: Ereignis passiert (Bestellung eingehend). Das Ereignis wird veröffentlicht. Alle Systeme, die sich für dieses Ereignis interessieren, reagieren darauf.
Die Bestellung löst aus: Auftragsverarbeitung startet. Bestandssystem reduziert den Bestand. E-Mail-System verschickt die Bestellbestätigung. Analytics zeichnet die Transaktion auf. All das passiert parallel, ohne dass das Shop-System jeden dieser Prozesse direkt aufrufen muss.
Vorteile der Event-Driven Architecture
Lose Kopplung: Die einzelnen Systeme kennen sich nicht. Das Shop-System weiß nicht, dass es ein E-Mail-System gibt. Es veröffentlicht das Ereignis und ist damit fertig. Wenn morgen ein neues System hinzukommt (z.B. ein Loyalty-Programm, das Punkte bei Bestellungen vergibt), muss das Shop-System nicht geändert werden. Das neue System abonniert einfach das “Bestellung eingehend”-Ereignis.
Skalierbarkeit: Jeder Prozess kann unabhängig skaliert werden. Wenn der E-Mail-Versand langsamer ist, schafft das keine Rückstaus im Shop-System.
Ausfalltoleranz: Wenn das E-Mail-System kurz down ist, gehen die Events nicht verloren (sie liegen in der Queue). Sobald das System wieder läuft, verarbeitet es die Events nach.
Event Broker als Herzstück
Das technische Herzstück einer EDA ist der Event Broker oder Message Broker: Apache Kafka für sehr hohe Volumina, RabbitMQ für klassische Message-Queue-Szenarien, AWS EventBridge oder Azure Event Grid in Cloud-Umgebungen.
Der Broker nimmt Events entgegen, speichert sie (je nach Konfiguration dauerhaft oder temporär) und leitet sie an alle Subscriber weiter.
Wann macht EDA Sinn?
Für kleinere Setups mit wenigen Integrationen ist EDA oft Overkill. Ein direktes API-Aufruf ist einfacher zu verstehen und zu debuggen. EDA macht Sinn, wenn viele Systeme auf dieselben Ereignisse reagieren müssen, wenn hohe Skalierbarkeit gefragt ist und wenn Systeme unabhängig voneinander weiterentwickelt werden sollen.
Bei der Automation und Softwareentwicklung wählen wir das Architekturmuster, das zur Komplexität des Projekts passt. Beim Termin können wir einschätzen, ob dein Setup von einer ereignisgesteuerten Architektur profitieren würde.
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