Shopware
Open-Source-E-Commerce-Plattform aus Deutschland. API-first, headless-fähig, stark im B2B. Für mittelständische und große Online-Shops mit individuellen Anforderungen.
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Was ist Shopware?
Shopware ist eine E-Commerce-Plattform aus dem westfälischen Schöppingen, die seit dem Jahr 2000 entwickelt wird. Hinter der Plattform steht die Shopware AG, gegründet von den Brüdern Stefan und Sebastian Hamann. Heute nutzen weltweit über 55.000 Teams die Software, von mittelständischen Händlern bis zu großen B2B-Unternehmen.
Der Kern von Shopware ist Open Source und steht unter der MIT-Lizenz. Das bedeutet: Du kannst die Software herunterladen, betreiben und anpassen, ohne Lizenzkosten zu zahlen. Für eine Cloud-Lösung oder erweiterte Funktionen wie B2B Components gibt es kommerzielle Pläne. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Deutschland und betreibt seine Infrastruktur in der EU, was für DSGVO-Compliance ein klarer Vorteil ist.
Was Shopware technisch von vielen Mitbewerbern unterscheidet: Die Plattform ist API-first und headless-fähig. Du kannst das Frontend frei gestalten oder ersetzen, während das Backend als zentrales System für Produktdaten, Bestellungen und Prozesse dient. Das macht Shopware besonders interessant für Unternehmen, die ihren Shop mit einem PIM-System, ERP oder eigenen Frontends verbinden wollen.
Für wen eignet sich Shopware?
Shopware passt gut zu mittelständischen Händlern und B2B-Unternehmen, die mehr brauchen als eine Standard-Shop-Lösung. Besonders stark ist die Plattform für Unternehmen mit komplexen Sortimenten, individualisierten Preisstrukturen oder einem Mischbetrieb aus B2B- und B2C-Geschäft.
Wer ein einfaches Shopsystem sucht, um schnell loszulegen, ist mit Shopify wahrscheinlich schneller am Ziel. Shopware ist kein Self-Service-System, das man in einem Nachmittag aufgesetzt hat. Die Implementierung erfordert entweder internes Entwickler-Know-how oder eine spezialisierte E-Commerce-Agentur. Dafür bekommst du eine Plattform, die mit den Anforderungen des Unternehmens wächst und sich individuell anpassen lässt.
Für reine Einsteiger ohne technischen Hintergrund und ohne Agentur-Support ist Shopware keine gute Wahl. Für Unternehmen mit ambitionierten E-Commerce-Zielen und dem Willen zur Investition ist es eine der stärksten verfügbaren Optionen, die zudem aus Deutschland kommt.
Shopware im Arbeitsalltag
Ein typisches Szenario im Mittelstand: Ein Großhändler verkauft sowohl an Endkunden als auch an Geschäftskunden. Im B2C-Bereich laufen Standard-Preise und ein öffentlicher Shop. Im B2B-Bereich bekommen einzelne Kunden individuelle Preislisten, ein eigenes Sortiment und können intern Bestellungen freigeben lassen, bevor sie abgeschickt werden.
In Shopware bildest du das ohne Drittanbieter-Plugins ab. Die B2B Components decken Rollenverwaltung, Angebotsprozesse, Schnellbestellformulare und Genehmigungsworkflows direkt ab. Der Flow Builder ermöglicht es, automatisierte Prozesse einzurichten: Wenn eine Bestellung über einem bestimmten Wert eingeht, löst das automatisch eine Benachrichtigung aus oder hält die Bestellung zur Genehmigung an. Solche Workflows helfen dabei, manuelle Arbeit zu reduzieren, ohne dafür eigene Software entwickeln zu lassen.
Die Anbindung an ein ERP & Warenwirtschaft-System läuft über die offene API. Shopware ist darauf ausgelegt, als Teil einer größeren Systemlandschaft zu funktionieren, nicht als isolierte Insel.
Preise und Pläne
Die Community Edition ist kostenlos und steht als Open Source zur Verfügung. Sie eignet sich für den Einstieg und kleinere Shops. Wichtig: Ab einem Bruttoumsatz von einer Million Euro pro Jahr verlangt Shopware den Wechsel auf einen bezahlten Plan. Wer selbst hostet und die Infrastruktur selbst verwaltet, trägt zusätzlich die Hosting- und Wartungskosten.
Die kommerziellen Pläne:
- Rise ab 600 €/Monat (netto): Enthält KI-Funktionen, unlimitierte Verkaufskanäle und Standard-Support mit 8-Stunden-Reaktionszeit.
- Evolve ab 2.400 €/Monat (netto): Zusätzlich B2B Components, Advanced Search und Dynamic Access. Support mit 4-Stunden-Reaktionszeit und Telefon.
- Beyond ab ca. 6.500 €/Monat (netto): Digital Sales Rooms, Multi-Inventar, individuelle Preisvereinbarungen. Rund-um-die-Uhr-Support mit 1-Stunde-Reaktionszeit und persönlichem Account Manager.
Alle Preise basieren auf dem Gross Merchandise Value (GMV) und werden individuell berechnet. Die oben genannten Werte sind Einstiegspreise. Stand: Februar 2026.
Der Preis ist für viele Mittelständler ein echter Hemmschuh. 600 Euro pro Monat sind nur der Startpunkt. Bei höheren Umsätzen steigen die Kosten entsprechend. Wer Shopware kommerziell betreiben möchte, sollte einen realistischen Budget-Rahmen einplanen, der auch Agenturkosten und Plugin-Lizenzen umfasst.
Stärken und Schwächen
Shopware punktet mit seiner deutschen Herkunft und der klaren DSGVO-Ausrichtung. Das ist für viele Mittelständler kein Nebenpunkt, sondern eine Kernanforderung. Die Community Edition als echter Open-Source-Code gibt Unternehmen Kontrolle über ihre eigene Infrastruktur, was Plattformen wie Shopify nicht bieten können.
Technisch ist die API-first-Architektur ein großes Plus. Shopware lässt sich in bestehende Systemlandschaften integrieren, ohne Kompromisse beim Frontend eingehen zu müssen. Das Plugin-Ökosystem mit über 3.000 Extensions deckt einen Großteil der gängigen Anforderungen ab, ohne dass teure Eigenentwicklung nötig wird.
Auf der Kehrseite steht der Preis. Für den kommerziellen Betrieb zahlt man erheblich mehr als bei alternativen Plattformen. Hinzu kommen Implementierungskosten und der laufende Betrieb. Wer nicht in eine spezialisierte Agentur oder eigene Entwickler investieren kann oder will, wird mit Shopware nicht glücklich. Und wer auf einfaches Onboarding ohne technische Hürden setzt, sucht an der falschen Adresse.
Alternativen zu Shopware
Shopify ist die direkteste Alternative für den einfacheren Einstieg. Als vollständig verwaltetes SaaS-System brauchst du keine eigene Server-Infrastruktur, allerdings gibst du dafür Kontrolle und Flexibilität ab. Shopify ist deutlich einfacher zu starten, stößt aber bei komplexen B2B-Anforderungen schnell an Grenzen.
WooCommerce (WordPress-Plugin) ist die kostengünstigste Option für kleinere Shops. Es ist weit verbreitet, gut dokumentiert und über Plugins erweiterbar. Für professionelle Skalierung und komplexe Anforderungen ist WooCommerce jedoch keine robuste Basis.
Magento / Adobe Commerce zielt auf den Enterprise-Bereich und ist Shopware am ähnlichsten in Komplexität und Preis. Adobe Commerce ist tendenziell noch teurer und stark auf das Adobe-Ökosystem ausgerichtet.
Unser Fazit
Shopware ist eine ernstzunehmende Wahl für mittelständische Unternehmen, die einen leistungsfähigen, DSGVO-konformen Shop aus Deutschland betreiben wollen und bereit sind, in Implementierung und laufenden Betrieb zu investieren. Wer einen schnellen, günstigen Einstieg sucht oder ein kleines Budget hat, greift besser zu Shopify oder einer anderen SaaS-Lösung. Wer technische Flexibilität, B2B-Tiefe und Kontrolle über die eigene Infrastruktur braucht, findet in Shopware einen der stärksten verfügbaren Kandidaten auf dem europäischen Markt. Wir unterstützen bei E-Commerce-Projekten und der Auswahl der passenden Shop-Plattform gerne persönlich.
Bewertungen im Überblick
Überblick
- ✓ API-first und headless-fähige Architektur
- ✓ Visueller Flow Builder für automatisierte Prozesse
- ✓ B2B Components (Angebotsprozesse, Rollenverwaltung, Genehmigungen)
- ✓ Integriertes CMS für Content-Management
- ✓ SEO-Funktionen und integriertes Analytics
- ✓ Digital Sales Rooms für erweiterte Verkaufsszenarien
- ✓ Multi-Channel-Verkauf über verschiedene Kanäle
- ✓ KI-Copilot für Produktdaten und Shop-Management
- ✓ 3.000+ Plugins und Extensions im Shopware Store
- ✓ Self-hosted, SaaS und PaaS Deployment-Optionen
Vorteile
- + Deutsches Unternehmen, DSGVO-konform, EU-Hosting
- + Community Edition ist echter Open Source (MIT-Lizenz)
- + Sehr flexible Architektur durch API-first und Headless-Ansatz
- + Spezialisierte B2B-Funktionen ohne teure Zusatzpakete
- + Riesiges Plugin-Ökosystem mit über 3.000 Extensions
Nachteile
- - Kommerzielle Pläne teuer: Einstieg bei 600 €/Monat
- - Implementierung und Anpassung erfordern Agentur oder Entwickler
- - Viele wichtige Funktionen (B2B, Digital Sales Rooms) erst in höheren Plänen
- - Community Edition ab 1 Mio. € Jahresumsatz nicht mehr ausreichend